abhängen

Von in 2018, mal was anderes 14 Kommentare ,

Christian schrieb in seinem Beitrag »Langeweile ≠ Monotonie«:

„Monotonie hilft mir, mich beim Laufen zu entspannen, das kann das monotone Geräusch der Schritte auf dem Untergrund sein oder auch die Regentropfen, die auf die Regenjacke prasseln.“

Entspannen kann man auch passiv, wie im Eingangsbild gezeigt (bei einem Ultra im Gebirge)! – Aktive Entspannung kommt uns Läufern aber näher, oder? 😉

Ich nenne das manchmal abhängen 😆 auch wenn junge Leute darunter eher ein Herumlungern verstehen würden. – Wenn ich so überhaupt keine Lust auf Tempo, oder irgendwie geartete „Stressläufe“ habe, dann gilt es einfach nur rauszukommen und abzutauchen … abzuhängen! 😎

Meine „tiefgreifenste“ Art zu entspannen, ist die Teilnahme an Ultra- und Trailläufen im Gebirge (hier beim ZUT 2012 und 2014)! Da bin ich soweit der Alltagswirklichkeit entflohen, dass schon die Nähe zu den Bergen ungeheuer entspannend auf mich wirkt!


  

Christians Art zu entspannen, sprich das Geräusch seiner Schritte auf dem Untergrund wahrzunehmen, wollte ich mal bewusst nachvollziehen. Oft lasse ich meinen Gedanken einfach nur freien Lauf, aber bewusst auf das Geräusch meiner Schritte zu achten, oder diese auf mich wirken zu lassen, das habe ich noch nicht gemacht!

Vor ein paar Tagen hatte ich Gelegenheit dazu, war irgendwie sehr müde. Das lag vielleicht zum Teil am Lauf vom Vortag, aber mich schlaucht auch meine Allergie. Da sie starkes Jucken verursachen kann, nehme ich ab und zu eine Cetirizin. Die sollen müde machen. Normalerweise merke ich nix davon … aber an diesem Tag! 🙄

Also raus und abhängen, bzw. entspannen. Nach dem 1. km hörte ich so richtig bewusst „nach unten“! War es zu anstrengend, oder bin ich es einfach nicht gewohnt? – Immer wieder drifteten meine Gedanken weg und ich musste mich ständig darauf konzentrieren! 😳 Nach geraumer Zeit war ich soweit weg, dass ich nur noch vor mich hinschlurfte! Ich weiß nicht mehr, was ich da so alles vor mich hinträumte, aber auf das monotone Geräusch meiner Schritte achtete ich nicht mehr! Obwohl ich es sehr gut nachvollziehen kann, dass das entspannen kann … es ist nicht meine Art! 🙂 Für mich ist das erneut ein schönes Beispiel dafür, dass wir zwar das gleiche schöne Hobby teilen und es doch sooo verschieden erleben.


Mall of Berlin (April 2016)

Genauso können manche bei der Betrachtung des Glasdaches Entspannung finden,
während es andere einfach nur langweilt!

14 Kommentare

  1. Christian |

    Lieber Manfred,

    wie Du oben geschrieben hast, spielt die Umgebung eine sehr wichtige Rolle, um entspannt zu sein, da hilft ein Bergpanorama schon enorm … mir reicht der Wald meist aus 😊
    Ich höre fast nie bewußt auf das monotone Geräusch meiner Schritte oder das Prasseln des Regens, es wird eher unterbewusst wahrgenommen – nach Hr. Marlovits, einem Psychologen – und sorgt für das entspannende Ambiente. Allerdings fühle ich mich sehr wohl, wenn ich mich darauf konzentriere, es beruhigt mich irgendwie 🧐👣

    Salut

    Antworten
    • Manfred |

      Lieber Christian,
      wenn ich richtig entspannen will, dann suche ich auch bewusst die Einsamkeit. Ich laufe dann in Gegenden, die natürlich mir selbst „liegen“! – Da wir aber wohl alle längere Strecken zurücklegen können, kommen wir auch sicherlich alle in Gefilde, die nicht unbedingt von „jeder/frau/mann“ aufgesucht werden! 😊
      Ich habe halt mal deine „Gewohnheit“ nachvollziehen wollen. Ist mir aber so einfach nicht gelungen. Hat mich aber nicht gestört, hätte es aber so krass nicht erwartet! 😳
      … und toll ist doch, dass jeder von uns sich so gut kennt, dass er seine Art der Entspannung gefunden hat! 🙂

      Salut

      Antworten
  2. ultraistgut |

    Lieber Manfred, ist doch schön und spannend, wenn jeder von uns SEINE Art und Weise der Entspannung, des Abhängens hat und – so wie du – regelmäßig davon berichten. Wäre traurig, wenn wir alle gleich ticken würden, auch beim Laufen, eines aber haben wir alle gemeinsam : WIR LIEBEN ES so oder so – YES ! 😎

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Margitta,
      ja, ich finde es auch immer wieder spannend, wie unterschiedlich wir unser Hobby erleben! 🙂
      Und es macht mir auch immer wieder Spaß von und über andere/n zu lesen und damit auch immer wieder Neues zu erfahren! 😎
      Wir lieben eh die Vielfalt 😆 und erleben und genießen sie draußen!
      LG Manfred

      Antworten
  3. Volker |

    Hach, ich bin ein junger Leut, lieber Manfred 😆 „Abhängen “ kenne ich nämlich auch nur im Sinne von Herumlungern 😀

    Das ich bei entspannten Wohlfühlläufen abhänge ist mir hingegen noch nie in den Sinn gekommen. Ebenso wenig wird es mir in den Sinn kommen einen Ultra als entspannend zu finden 😆

    Aber ich weiß in beiden Fällen was Du meinst. Was das Hören der Schritte angeht, nehme ich es manchmal wahr, manchmal nicht. Die von Christian beschriebene Monotonie löst es bei mir nicht aus, da sind meine Gedanken, genau wie bei Dir, zu schnell wieder weg.

    Das Betrachten des Glasdaches hingegen würde mich definitiv nicht entspannen, sondern ganz kirre machen. Genauso wenig kann ich z. B. längere Zeit Schneefall zuschauen oder dem Verkehr auf einer vielbefahrenen Kreuzung beobachten. Vielleicht liegt mir auch deswegen die norddeutsche Kargheit so sehr, weil mein Auge darin Ruhe findet. Dort in den Wiesen und Feldern und auf den langen Geraden kann ich hervorragend entspannen 🙂

    Statt Cetirizin kann ich Dir Lora ADGC empfehlen, gleiche Wirkung, macht aber nicht müde (der Tipp stammt übrigens von Christian)

    LG Volker

    Antworten
    • Manfred |

      Lieber Volker,
      dass du ein junger Leut bist, hätte ich dir gleich sagen können! 😆

      … und das mit dem Ultra kann ich eh keinem erklären. Es gab zwar bei meinem g….. 101er in 2011 eine Phase, in der ich Kopfschmerzen hatte, ansonsten habe ich den Lauf von Anfang bis Ende genossen, obwohl ich erst 3:43 Uhr in der Nacht durchs Ziel lief! 🙄 😳

      Glasdach: ich hab es mir erzählen lassen. Ich selbst würde wahrscheinlich auf Dauer auch kirre werden und lieber unten auf nen schönen Cappu schauen und das Getränk mit Kuchen entspannt genießen. Es gibt in der Passage drunter ein paar Cafés!
      Manchmal ist „Leute gucken“ ganz interessant und abwechslungsreich, aber in einsamen Gegenden kommt man zu tieferer Entspannung … meiner Erfahrung nach!

      Lora ADGC; mal ausprobieren! – Danke Christian! 😆
      Ich habe nur noch so viele Cetirizin! 😥

      LG Manfred

      Antworten
  4. Markus |

    Also immer wenn ich auf meine Schritte höre strengt mich das sehr an. Dieses dann viel zu häufige Getrampel und Gestampfe – darunter leide ich eher. Und versuche geschmeidiger und eleganter zu laufen. Und dann ist nix mit abschalten.
    Da kommt bei mir eher von ganz alleine und in den unterschiedlichsten Momenten.

    Antworten
    • Manfred |

      Lieber Markus,
      ein Beleg dafür, dass wir unterschiedlich sind und fühlen. Trotzdem tut uns die Lauferei allen gut. Wir lieben es draußen zu sein und jeder kennt entspannende und z. T. auch stressende Lauferlebnisse!
      Also geht es auch heute wieder raus! 😉
      LG Manfred

      Antworten
  5. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    hach wie nett – das Thema Entspannung geht weiter! 😀 Und die Beiträge dazu sind so gar nicht monoton, sondern jeder einzelne sehr interessant! 🙂
    Ich mag „monotones Laufen“ auch sehr gerne, vielleicht genieße ich deswegen die Regenläufe so sehr. Wenn man nur mehr die Tropfen vor der Nase sieht und die Landschaft hinter dem Regenvorhang zu verschwinden beginnt….. Schöööön! 🙂

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Doris,
      und das alles am besten bei angenehmen Temperaturen, denn Regenläufe bei Minusgraden machen dann weniger Spaß! 🙁
      Wenn ich, wie ich es nenne, abhängen will, dann kann das Laufen ruhig monoton sein. Bei hochkonzentrierten Trainingsläufen sieht das anders aus, obwohl die Bewegung als solche schon irgendwie monoton ist! 😆
      Tempowechsel und das Profil einer Strecke bringen Abwechslung!
      Ja, schöööön ist es allemal! 😉
      LG Manfred

      Antworten
  6. Anna |

    Lieber Manfred,
    für mich liegt der Entspannung beim Laufen genau darin, dass die Gedanken einfach wegdriften. Daraus entsteht einfach ein sehr angenehmes Gefühl beim Laufen und die Monotonie, sei es die Schritte, die Regentropfen… trägt auch dazu bei, dass die Gedanken wegdriften können…
    …aber wie schon festgestellt, jeder erlebt das Laufen anders 😉
    Liebe Grüße Anna

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Anna,
      jeder erlebt es anders und doch teilen wir alle das gleiche tolle Hobby: laufen!!! 😆
      Und wenn Entspannungsläufe durch äußere Einflüsse auch noch positiv beeinflusst werden, dann geht es noch tiefer!
      Viel Spaß weiterhin in deinen Bergen!
      LG Manfred

      Antworten
  7. nido00 |

    Lieber Manfred,

    interessant das Thema Entspannung. In toller Landschaft auf Trails bin ich auch oft ganz von alleine entspannt. Es sei denn es wird zu heiss (leider hier ja oft) und ich muss beim Laufen arg kämpfen.
    Meinen Schritten höre ich auch nicht gerne zu, das stresst mich. Aber meditativ Atemzüge zählen kann ich stundenlang.
    Liebe Grüße!

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Roni,
      oh, wie interessant zu lesen, wie sich jeder entspannt und das wiederum geschieht bei jedem anders! 🙂
      Ich kann mich weder auf meine Schritte „einlassen“, da drifte ich gedanklich ab, noch kann ich meine Atemzüge zählen.
      Entweder lasse ich meinen Gedanken freien Lauf, oder ich mache Zahlenspiele.
      Ich hab es mal beschrieben: http://laufend-dankbar-sein.de/rechenspiele/
      Genieße die Trails … wenn es mal nicht soooo heiß ist!
      LG Manfred

      Antworten

Und, was denkst du?