coole Aktion

Von in 2019 14 Kommentare , , ,

Da bekomme ich die Tage einen Link zugeschickt, der eine sportlich coole Aktion beschreibt. Diese Aktion hat der FFH – Funk und Fernsehen Hessen – ins Leben gerufen.

Genauer gesagt ist es ein Experiment, das dort beschrieben wird. HIT RADIO FFH selber nennt es: Das FFH-Umwelt ExperimentSchaffen wir 10 Tage ohne Auto?

„Toll“, denke ich, „endlich mal jemand, der handelt!“

Auf der Seite vom FFH heißt es in einer Art Vorwort:

„Derzeit wird viel diskutiert, über Klimawandel, CO2-Ausstoß und Fahrverbote. … Können wir wirklich auf unser geliebtes Auto verzichten? Wir … wagen ein Experiment! Gemeinsam lassen wir unsere Autos zehn Tage stehen und steigen auf E-Bike, Bus, Bahn oder E-Scooter um.“

Die erste Kandidatin heißt Kristina und kommt aus Alsbach-Hähnlein. Und da Kristina ja auch kein soo seltener Name ist, schalte ich auch nicht gleich. Aber Alsbach-Hähnlein ist doch ganz nah dran. „Schau dir doch mal die kleine ‚Bilderstrecke‘ an“, denke ich und klicke durch die Bilder. „Oh maaan, die Kristina kennste ja! Deshalb wurde mir der Link doch auch zugeschickt.“

Kristina ist eine Verwaltungsangestellte bei uns.

hier mit ihrer Familie

In dieser Woche hilft sie im Schulbuchkeller bei der Schulbuchausgabe mit. Als ich sie heute dort treffe, kommen wir natürlich ins Gespräch. Sie erzählt mir begeistert, dass ihr Sohn der Antreibende war: „Mama, meld dich doch da an!“

Und dann verspricht sie, dass sie durchhält, auch wenn die Nachmittage mit den Freizeitaktivitäten der Kinder jetzt anders geplant werden müssen … und die letzten Meter zur Schule hoch trotz E-Bike schwer fallen. Immerhin hat sie dort stramme 14 % hoch zu strampeln, die die meisten ganz bequem … und soll ich sagen dekadent mit dem Auto hoch fahren. Gut, in manchen Familie lässt es sich schlecht anders organisieren, aber Kristina beweißt ja, dass morgens auch 20 km mit dem E-Bike zu schaffen sind und man trotzdem um 7.00 Uhr „uff Arbeet“ sein kann!

14 Kommentare

  1. Volker |

    Lieber Manfred,

    es hängt ja immer davon ab, wie und wo man lebt. In Berlin wären diese 10 Tage für die meisten wohl keine besondere Herausforderung. Auf dem Lande oder im Kleinstädtischen sieht das schon anders aus.

    Zu Zeiten in denen ich nicht im Außendienst gearbeitet habe, hat mein Auto teilweise wochenlang rumgestanden und wenn ich mal wieder im Verkehrsgetümmel stecke, vermisse ich diese Zeiten auch etwas. Allerdings ist das wochenlange Rumgestehe von meinem Auto auch nur die halbe Wahrheit, weil ich denn schon desöfteren mit Jens in seinem Auto gesessen habe.

    Auf jeden Fall eine coole Aktion, die -wenn auch nicht den tollen Verzicht- vielleicht zu einem bewußteren und eingeschränkteren Umgang mit dem Auto führt.

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,

      logisch ist das zu relativieren, da es in unserer vernetzten Gesellschaft zum Teil nicht (anders) zu leisten ist! 😥

      Wir beide haben das Glück, dass wir nur 2,5 km zur Arbeitsstätte (Schule) haben und diese Strecke fernab vom Verkehrsgetümmel schön beschaulich mit dem Rad absolvieren können. Wenn ich bei der Aktion hätte mitmachen wollen, wäre es nicht ganz fair gewesen, weil es für mich keinen „Verzicht“ bedeutet hätte.

      Wir leisten uns nur den Luxus 1x in der Woche mit dem Auto einkaufen zu fahren. Da wird dann aber gleich der Wochenbedarf in einem gedeckt, so dass es sich lohnt. Das ließe sich aber auch anders bewerkstelligen (Rad und Korb, oder Lastenrad?)! 🙂

      LG Manfred

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  2. Christian |

    Lieber Manfred,

    ist eine nette und v.a. nachahmenswerte Aktion. Mein Auto steht fast ausschließlich in der Garage und wartet darauf, dass meine Tochter den Führerschein hat, sonst wäre es längstens verkauft, denn die 15 Kilometer zur Arbeit erledigt das Fahrrad einschließlich der 200 Höhenmeter 😉 Ein Leben ohne Auto für mich ohne weiteres vorzustellen, ich habe es zuletzt Anfang Juli bewegt 🤣

    Salut

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    • Manfred |

      Lieber Christian,

      wie bei Volker geschrieben, würde es bei mir keinen großen Verzicht bedeutet, wollte ich dort mitmachen. Nur der Wocheneinkauf müsste etwas umstrukturiert werden. – Aber auch Kristina (erste Kandidatin) bekommt das immer besser auch mit ihren Kindern hin. Habe sie heute nochmal getroffen. Nur hat sie einen Teil mit der Straßenbahn gemacht, da es heute morgen ordentlich regnete!

      Deine/eure Tochter wird es dir/euch danken, dass sie dann weiterhin „üben“ darf! 😉

      Salut

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  3. Elke |

    Lieber Manfred,
    ich finde das zunächst einmal gut, weil es eine Thematik wieder einmal mehr ins Bewusstsein rückt. Das Entscheidende ist, was dann? Fällt man wieder in alte Gewohnheiten zurück? Wenn ja, dann kann man es sich sparen. Klar gibt es Menschen, die können es leichter umsetzen, weil der Weg zur Arbeit kurz ist, ÖPNV nah, usw. Für andere bedeutet es tiefere Einschnitte.Egetlich sollte die Aktion dann lauten „Ein Jahr ohne Auto“
    PS: Mich würde mal eine Umfrage interessieren, wieviele der Friday-for-Future-Kids in die Ferien GEFLOGEN sind und wieviel CO2 dabei verballert wurde…
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      das ins Bewusstseinrücken ist wohl auch vornehmlich das Ziel der „Macher“. Wenn ich es richtig verstehe, ist ihnen das schon bewusst, dass da längjährige Gewohnheiten nicht durch ein 10-Tage-Experiment aufgebrochen werden können!

      Deinen PS werde ich mal bewusst angehen. Wir haben ja demnächst den ganz großen Friday am 20.09. – Bei uns kommt eh dazu, dass sich viele Schüler direkt an die Schule „karren“ lassen. Mal den Weg von der Straßenbahn „hoch“ zu laufen fällt vielen nicht im Traum ein. Es sind vielleicht 500 m mit vielleicht 60 hm. 😥

      LG Manfred

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      • Elke |

        Lieber Manfred,
        zu Deinem 2. Absatz und den gehunwilligen Friday-Kids: Mein spontaner Gedanke ist, das kann doch nicht wahr sein!
        Eigentlich ja eine gute Sache insgesamt. Aber auch wenn es weh tut, man muss dann auch mal vor der eigenen Türe kehren. Es könnte der Verdacht aufkeimen, die nutzen das bloß aus, um schulfrei zu haben und mal was anderes zu erleben… Und dabei ist doch gerade das die Generation, die eine Zukunft in einer lebenswerten Welt haben möchte und haben soll!
        Liebe Grüße
        Elke

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        • Manfred |

          Liebe Elke,
          ich bin allerdings so tolerant, dass ich mich wahnsinnig darüber freue, dass wieder was aufkeimt. Sie werden endlich mal wieder politisch aktiv! … und … Kids, die jahrelang verwöhnt wurden, kennen ja auch erstmal nichts anderes und die modernen Eltern sind so sicherheitsbewusst, dass sie nichts zulassen, oder nichts zutrauen, weil sie Angst haben!!! Es ist also auch ein verdeckter Egoismus dabei. „Ich hab Angst, also darf mein Kind nicht!“ etc. Sag nur: SUV! Das unsinnigsten Auto in einem Land, das so viele versiegelte Flächen hat, dass solche Autos doch eigentlich absolut überflüssig sind, oder?
          … und die Kids werden langsam empfänglich gemacht nachzudenken. Bei vielen wird es wohl eher ein langer Weg aus den bequemen Gewohnheiten auszubrechen.
          Und wenn Schulschwänzer dabei sind, helfen sie doch die Wirkung zu verstärken, wenn sie mitmarschieren! Die Reaktionen der KMKs sind aber armselig, indem sie sanktionieren wollen. Es sind in der Regel Oberstufenschüler, oder „10er“, die nicht mehr schulpflichtig sind. Sie sind eigenverantwortlich und wenn sie Abstriche in der Schule machen (bei Klausuren, die natürlich laufen) … na und … das Schulsystem wird doch deshalb nicht ausgehebelt.
          Unbenommen bleibt, dass so einiges bei den jungen Leuten noch so wirkt, als sei es nicht zu Ende gedacht!
          LG Manfred

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  4. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    super Aktion! Ich glaube, dass Menschen manchmal einfach so einen Anstoß brauchen, damit sie überhaupt mal damit anzufangen nachzudenken, welche Alternativen es zur „heiligen Kuh“ Auto noch gäbe (und es dann nicht beim denken zu belassen!)
    Dass es die gibt, ist unbestritten und wenn nur ein klein wenig mehr auf die Einhaltung der Vorschriften im Straßenverkehr geachtet würde und die Boni auf alle Verkehrsteilnehmer aufgeteilt würden, wäre die „Bequemlichkeit“ der Autos auch bald Geschichte. 😉

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    • Manfred |

      Liebe Doris,
      neben dem Bewusstmachen (s. Elke) geht es sicherlich auch genau um diesen Anstoss! – Schön wäre, wenn sich viele einfach so anstoßen ließen! 😉
      Oh, wie stark kann doch Bequemlichkeit den Alltag „beherrschen“!
      Wie brauchen ja nicht sooo viel unser Auto!
      LG Manfred

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  5. ultraistgut |

    Lieber Manfred, tolle Aktion, da wäre ich sofort dabei, ich fahre so gut wie kein Auto mehr, bewege mich entweder per pedes oder mit dem Fahrrad, und wenn ich mal in die nächstliegende Stadt oder auch weiter fahren muss, nehme ich den Zug.

    Leider werden diese vorbildlichen Taten Einzelfälle bleiben, bis die Welt endgültig den Bach hinunter geht.

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      ich hoffe nicht, dass deine prophetische Vorhersage sooo schlimm und so bald eintrifft! 😥

      Wir Sportler, vor allem Ausdauersportler, haben sowieso viel für die Umwelt übrig, vor allem dann, wenn wir die Natur für uns und unseren Sport erhalten wollen! – Wir machen es ähnlich wie du es machst und benutzen kaum noch unser Auto! Wenn wir es dann aus der Garage fahren, dann ist das eher selten genutzter Luxus!

      LG Manfred

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  6. Anne |

    Lieber Manfred,
    da ich schon seit über 30 Jahren kein Auto mehr habe, fällt es mir schwer nachzuvollziehen, warum man überhaupt eines haben muss, wenn man nicht gerade „auf dem platten Land“ ohne ÖPNV wohnt oder eine größere Familie mit Einkäufen zu versorgen hat. Natürlich ist es bequem, jederzeit überall hin zu können. Aber man kann auch ohne diese Freiheit gut leben. Wenn in Ausnahmefällen größere Einkäufe nötig sind, kann man sich die auch liefern lassen (immer noch billiger als den ganzen Monat ein Auto zu zahlen mit Steuer, Versicherung, Wertverlust etc.) . Und hin und wieder kann man sich auch ein Taxi leisten oder als halbwegs geübter Autofahrer Carsharing nutzen, wenn es am eigenen Ort etabliert ist.
    Es geht also alles. Nur fürchte ich, dass solche Modellexperimente keine nachhaltige Veränderung bewirken. Sie sind mMn zu kurz, um alte Verhaltensgewohnheiten durch neue zu ersetzen. Aber wer weiß …

    Liebe Grüße
    Anne

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    • Manfred |

      Liebe Anne,
      na und Berlin hat ja auch einen Super-ÖPNV! 🙂 … es geht sicherlich vieles mit ein bisschen gutem Willen!
      Bei Kristina hat es schon etwas bewirkt. Ich habe sie gestern wieder getroffen und sie will schon etwas verändern!
      Ansonsten gebe ich dir Recht, dass das Experiment eher als viel zu kurz zu bezeichnen ist, um Gewohnheiten aufzubrechen! 😥

      LG Manfred

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