Geisterfahrer

Von in 2020 8 Kommentare ,

… und das mitten im Wald! 😆

Man kann ja nicht nur vor dem Rechner sitzen, um, wie in meinem Fall, auf Rückläufe der Arbeitsaufgaben per Mail zu warten und um neue Aufträge zu verschicken. Grundsätzlich sollen wir schon erreichbar sein, aber es gibt die eine Kollegin und den anderen Kollegen, die überdrehen so dermaßen, dass die armen Eltern wiederum am Rad drehen (müssen). Das jeweilige Unterrichtsfach ist ja das wichtigste „von Welt“! 🙈

Da gibt es Haushalte, die nur eine etwas ältere „IT-Ausrüstung“ haben. Die Eltern (z. T. Alleinerziehende) besitzen nur einen PC, müssen mehrere schulpflichtige Kinder versorgen, sind aber selbst zum Home-Office verpflichtet. Da gibt es dann ein tägliches „Hauen und Stechen“ 😱 wer zuerst und wie lange an den PC darf. Und dann müssen sie sich darauf verlassen, dass der Upload der erledigten Aufgaben auch wirklich zuverlässig klappt … und alles MUSS um 14.00 Uhr beim Lehrer sein! 👿 … und wehe es kommt was zu spät, dann wird den Kindern nicht geglaubt, dass es technische Probleme gegeben hat, nein, dann müssen die Eltern quasi zu Bittstellern werden und groß und breit erklären, dass die Darstellung der Kids stimmt! Grrr! 😬

Hallo, macht mal locker! – Es gibt momentan andere Sorgen, wenn man täglich und stundenlang nur ein Thema um die Ohren „geschlagen“ bekommt! 😥

Ist es nicht manchmal so verworren?

Natürlich sollen die Kids bildungstechnisch vorankommen, auch sollen sie sich genug bewegen und nicht nur den lieben langen Tag vor der Playstation oder der Glotze hängen! Aber es wirkt so als seien manche meiner Berufsgruppe schon entrückt und lebten nicht mehr wirklich im Hier und Jetzt! 😵

Nochmal: fahrt runter und denkt auch mal dran, dass dieser Virus C auch was mit Kinderseelen und den Erwachsenen macht. Es ist nicht für alle so ganz leicht damit fertig zu werden! 😭

Genau daran, nicht zu verlangend zu sein und einen Entrückten zu „spielen“, habe ich mich bisher gehalten und bin nachmittags nochmal mit dem Rad raus … nur zum Spazierenfahren. Im Westwald konnte ich mir ein paar kleine, für mich neue Wege erschließen, so auch den Nonnenweg.

Nonnen habe ich da nicht getroffen, aber einen komischen Erdwall „erfahren“! 😉

Mitten im lichten Baumbestand ist dort ein Wall von aufgeschütteter Erde. Bisher bin dort immer vorbei gelaufen, hab es durchschimmern sehen, mich gewundert, mir aber nie erschlossen. … und jetzt bin ich hoch und oben entlang geradelt.

     

Dort oben ist mir dann der Geisterfahrer begegnet! 😆 … und während ich dort die Fotos gemacht habe, sind mir doch wirklich zwei Jungs (10 – 12 Jahre alt) begegnet, die sichtlich Spaß daran hatten den z. T. sehr welligen Wall abzuradeln.‌

Gut gemacht Jungs, raus aus der Bude, sich ablenken und sich spielerisch bewegen! 👏

Habt ihr euch schon mal eure Umgebung durch einen Perspektivwechsel neu erschlossen?

8 Kommentare

  1. ultraistgut |

    Lieber Manfred, ich möchte jetzt nicht in der Haut mancher Eltern stecken, die – wie du beschreibst – mit einem einzigen PC auskommen müssen, um alle Kindern bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Ich möchte auch nicht mit den Eltern heute tauschen, die von morgens bis abends die Kinder um sich herum haben. Schlimm, wenn sie ihren Nachwuchs den ganzen Tag an PC, Playstation, Smartphone “ ruhig stellen „, anstatt mit ihnen vor die Haustür zu gehen, aber wen es die Eltern nicht vormachen, woher sollen es die Kinder wissen ?

    Dabei kann man auch draußen Kinder so gut beschäftigen, dass sie Spaß dabei haben – ohne die modernen technischen “ Hilfsmittel „.

    Machen wir es ihnen vor !

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      wohl wahr, man kann auch draußen etwas mit ihnen „anstellen“! Und die Arbeitsaufträge kann man auch als Wochenarbeitspläne rausgeben, dann können es sich die Familien viel, viel besser einteilen. Wir 4 machen das auf jeden Fall so! – In manchen Familien ist jetzt leider richtig Stress angesagt. Eine Cousine hat gestern am Telefon prognostiziert, dass die Scheidungsrate spätestens im Herbst hochgehen wird! 😳

      Ja, machen wir es ihnen vor! Ich gelte eh als jemand der „aus Sport besteht“! 😛

      LG Manfred

      Antworten
  2. Helge Orlt |

    Hallo Manfred,
    ja, ich glaube raus zu gehen und Rad zufahren ist im Moment wohl das beste was man machen kann. Die Sonne ist ja herrlich und Bewegung an der frischen Luft ist eh gut.
    Der komische Hügel/Damm oder was immer es ist sieht echt lustig aus. Da kann man bestimmt gutes Technikstraining mit dem Rad machen 🙂
    Ich bin so froh, das ich jeden Tag raus kann. Und ich nutze es. Radeln und Laufen im Wechsel. Hauptsache raus in die Sonne 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Helge,

      so ein super Wetter „muss“ doch genutzt werden … draußen an der frischen Luft! Herrlich! 🙂

      Techniktraining! Gute Idee! Bin ich noch gar nicht drauf gekommen! 😉 Vor kurzem, als man es noch durfte, habe ich ne Horde Kinder, durch die Bäume hindurch, dort spielen sehen! Eine Kindergartengruppe, die das Ende des ca. 200 m langen Walls genutzt hat!

      Nutzen wir unsere Wälder … und dann raus mit uns, damit wir Fit und gesund bleiben!

      LG Manfred

      Antworten
  3. Volker |

    Lieber Manfred,

    Wälder muß ich ja automobil ansteuern, in unmittelbarer Nähe habe ich ja keine. Die Tage hatte ich sogar einmal daran gedacht das zu tun. Dann kam mir aber der Gedanke, dass der Wald Schatten wirft und im Moment brauche ich noch den uneingeschränkten Sonnenschein. So „spare“ ich mir den Wald für heißere Tage auf 😉

    Das manche Deiner Kollegen nur ihre eigenen Dinge sehen und darüberhinaus einen offensichtlich recht beschränkten Weitblick auf die Dinge haben ist bedauerlich, aber wahrlich nicht auf Eure Berufsgruppe beschränkt. Da müssen dann die Eltern Paroli bieten, aber auch das kann nicht jeder. So gibt es noch zusätzlichen, unnötigen Streß in dieser eh belastenden Zeit, traurig. Der Mensch will immer so schlau sein und ist vielfach doch so dumm, kannste nix machen *seufz*

    LG Volker

    Antworten
    • Manfred |

      Lieber Volker,

      ach, es gibt ja doch Vorteile, die ich dir gegenüber habe! 😛 … bin zu Fuß in „Sekundenbruchteilen“ im Wald! 😉
      Aber den Sonnenschein zu nutzen hat ja auch was! 🙂

      Tja, da zweifelt man an der Empathiefähigkeit solcher Leute. Gerade die sollte doch bei „Pädagogen“ da sein, oder? Hmm *zweifel, zweifel*

      Zum Glück gibt es „mutige“ Eltern, die etwas zurückmelden. Unser Schulleiter ist dann sehr besonnen und hat in mancher Mail die Kolleg/inn/en schon einzubremsen versucht! – Aber bei manchen kann man definitiv nix machen, da ist H….. und M… verloren oder so, oder ist das zu negativ über das eigene Kollegium gesprochen? 🙄

      Bleiben wir milde mit unseren Mitmenschen und uns selbst! 😉

      LG Manfred

      Antworten
  4. Catrina |

    Lieber Manfred
    Die armen Eltern! Selber im Home Office und jetzt auch noch zuständig für die Ausbildung und Unterhaltung der Kinder. Ich kann mir vorstellen, dass in manchen Familien die Nerven blank liegen. Eine amerikanische Bloggerin mit 3 Kindern meinte gestern, dass bei allen mindestens einmal die Tränen geflossen sind.
    Kommen dazu noch die technologischen Herausforderungen…und dass in manchen Familien die älteren Kinder auf die kleineren aufpassen müssen, so dass für sie auch wenig Zeit für die Hausaufgaben bleibt.
    Du hast Recht: etwas mehr Gelassenheit und mal ein Auge zudrücken.
    Rausgehen ist immer gut! Eine schöne Radtour hast du da gemacht. Einen Perspektivwechsel erlebe ich nur schon, wenn ich nur meine Hausrunde in die andere Richtung laufe.;-)
    Ganz liebe Grüsse aus dem bedeckten Zürich!

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      ja, manchmal sollte man sich das bewusst machen und Mitgefühl für bestimmte häusliche Situationen haben! Es kommt ja noch dazu, dass manche drängeln und sogar Videokonferenzen mit Schülern anstreben. Wie soll das denn erst gehen bei 3 Kindern und nur einem PC im Haus? – Dass es dann Tränen geben kann, ist für mich gut vorstellbar! 😳 Ich ordne es auch als Testphase für zukünftige technologische Möglichkeiten ein.

      Das stimmt, alleine schon die eigenen Runden mal umgekehrt zu laufen, lässt uns vieles ganz anders und neu erscheinen. Ich kenne Läufer, die sich dabei schon verlaufen haben, bzw. an bestimmten Abzweigungen vorbeiliefen, nach dem Motto: ach, wo ist denn die Abzweigung, bin ich wohl vorbei! 😆

      LG zurück nach Zürich! Manfred

      Antworten

Und, was denkst du?