Stressoren

Von in 2019 10 Kommentare , ,

… im Winter, bzw. in der dunklen Jahreszeit! 😥

Eigentlich stresst mich ja wenig bis gar nichts beim Laufen. Es gibt auch wenige, oder sehr wenige Lebens“bereiche“, in denen ich so entspannt bis erfreut unterwegs bin, wie beim Laufen! 🙂

… und doch gibt es Dinge, die beim Laufen ganz schön stressen können. Zum einen die seltenen Stürze, die oft durch ihre nachfolgenden Schmerzen Stressoren sind, aber auch die Lichtreize, denen man im Dunklen ausgesetzt ist. Zumindest geht es mir so, dass ich das Tageslicht nicht so als Stressor empfinde. 😉 Natürlich kann man Knall auf Fall geblendet werden, wenn die Sonne hinter den Wolken hervorbricht und direkt ins Gesicht scheint. Nur empfinde ich die Helligkeitsunterschiede in der Nacht extremer. 😳

Warum?

Im Dunklen habe ich zwar eine Lampe dabei, sie ist aber in der Regel aus … und wenn ich sie mal benutze, dann nur um auf die Uhr zu schauen! 😆

Am Waldrand auf einem Fahrradstreifen ohne Laternen kann mich dann das Autolicht ganz schön nerven. Die Abblendlichter sind oft so hell, dass ich die Beschaffenheit des Weges nicht mehr erkenne. Heute mehr als früher, da moderne Scheinwerfer auch Straßenränder sehr hell ausleuchten und extremer blenden können. – Dort tröste ich mich damit, dass man bei höherem Tempo im Dunklen mehr Licht braucht, um gut reagieren zu können … und bin froh, wenn ich wieder in meinen geliebten Wald abtauchen kann. 🙂

Selbst 2 Stunden nach

ist es auf den breiteren Schneisen noch nicht richtig dunkel. An den Bäumen sind kaum noch Blätter und in der Peripherie von Darmstadt ist es wesentlich heller als noch vor 20 oder 30 Jahren. Auf diesen breiten Forstwegen braucht man kein Licht. Auch Lauftreffgruppen lassen dort ihre Lichter aus. Die Augen gewöhnen sich an das Restlicht. Es ist eine tolle Erfahrung! – Das Licht einer Lampe ist dann viel irritierender, da man immer wieder imaginären Ästen auszuweichen versucht, die durch die „Schattenränder“ vorgegaukelt werden.

Aber auch im Wald bin ich vor extremen Lichteinflüssen nicht sicher. Dieser Tage war ich gg. 18.30 Uhr auf einer großen Schneise unterwegs. Ich war nicht schnell, träumte vor mich hin und registrierte eine kleine Gruppe, die mir entgegenkam. Eine Läuferin war mit einer eingeschalteten Lampe bewaffnet … und rief plötzlich, so als wollte sie mich warnen: „Achtung Läufer!“, riss ihre Lampe hoch und blendete mich mit einem gleißenden Licht.

Mein Hilferuf: „Bitte nicht ins Gesicht!“ kam natürlich zu spät und ich konnte nur noch ganz langsam weitertraben, bis sich meine Augen wieder angepasst hatten.

Wir hatten das Thema ja schon. So ist es doch auch der Läuferin ureigene Entscheidung des Nachts eine eingeschaltete Lampe zu nutzen, aber muss sie unbedingt Entgegenkommenden ins Gesicht leuchten? – Muss man denn unbedingt wissen, wer da kein Licht nutzt? – Könnte man denn dann nicht höflicherweise fragen? 😛

Ich werfe auch keinem Barfußläufer meine Schuhe vor die Füße, nur weil ich der Meinung bin, dass man bei den Gegebenheiten nicht ohne Schuhe laufen sollte! 😳 😆 😛

Meine Frau nutzt ja auch ihre Lampe

und trägt sie gerne in der Hand. Auch wenn es dann etwas schunkelt, ist sie damit vollends zufrieden. Der Weg wird ausgeleuchtet und entgegenkommende Läufer oder Radler werden nicht geblendet.

Können das nicht alle Lichtträger so machen? 🙄

 

10 Kommentare

  1. Volker |

    Lieber Manfred,

    dass ist aber nett, dass Du mir keine Schuhe vor die Füße wirfst! Ohne Licht würde ich im Dunkeln auch garantiert drüber stolpern 😆

    Ich selber brauche ja leider Licht, weil ich offensichtlich halbwegs nachtblind bin. Das hatte ich letzte Woche beim Utkiek erlebt, als der Akku meiner Lampe schlapp gemacht hatte, da mußte ich immer sehen, dass ich an den anderen Läufern mit ihrem Licht dranblieb, weil ich sonst kaum noch etwas gesehen hätte. Den Weg als solchen erkenne ich noch leidlich, aber irgendwelche Löcher, Steine oder sonstige Hindernisse hingegen nicht.

    Nichtsdestotrotz bin ich mir der störenden Wirkung dieser Lauflampen bewußt. Gestern z. B., ebenfalls am Utkiek, hielt sich eine Spaziergängerin mit Hund die Hand vor Augen als ich ihr mit meiner Lampe entgegenkam, okay, sie hätte auch einfach nur etwas zur Seite schauen brauchen, aber egal, die LED-Funzeln knallen schon ganz schön. Ich bin übrigens auch froh, wenn andere Läufer beleuchtet sind. Mir ist einmal an der Hunte ein unbeleuchteter Läufer entgegen kommen, den ich deshalb erst recht spät gesehen hatte und ich hatte mich fast zu Tode erschrocken als er plötzlich an mir vorbeirannte. So ein Geschrei, wie die Läuferin. die Dir entgegenkam, braucht man allerdings aber wirklich nicht zu machen und schon gar nicht blenden.

    Ganz entsetzlich finde ich übrigens die modernen Fahrradscheinwerfer. Extrem grell sind sie zu hoch eingestellt eine Katatrophe und fast noch schlimmer ist dieses ätzende Geflimmer, das sie diese Lampen veranstalten, wenn das Fahrrad geschoben wird oder ganz langsam fährt.

    Nun denn, versuchen wir uns trotzdem nicht stressen zu lassen, irgendwann wird es ja auch wieder heller 🙂

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,

      vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Ich hoffe nicht, dass die Länge ein Zeichen dafür ist, dass du dich irgendwie getroffen fühlst. 😳

      Ich habe sicherlich auch Glück damit, dass ich Kontraste so gut sehen kann und dass mir das ausreicht auf unseren breiteren Waldwegen zu laufen. Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass die Wege bei uns ziemlich hell sind. Darmstadt hat für mich auch eine extrem große „Lichtglocke“ des nachts „über sich“! – Lichtverschmutzung! – Im tieferen Odenwald ginge das sicherlich nicht ohne zusätzliches Licht!

      Zudem kann es ja jede/r halten, wie sie/er es braucht, aber blenden muss ich nicht. Mein Hausarzt ist Pfadfinder fast (immer) ins Gesicht „gesprungen“, wenn sie nachts mit ihren Lampen anderen ins Gesicht geleuchtet haben.

      Da sind diese Radfahrer, die du ansprichst leider nochmal eine extreme Steigerung! 😥

      Gegenlicht ins Gesicht zu bekommen stresst mich jeweils (kurz), ansonsten macht das Laufen gerade auch im Dunkeln Spaß! 🙂

      LG Manfred

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  2. Catrina |

    Lieber Manfred
    Ah, gutes Thema! Ich bin ja ein totaler Nicht-Lampen-Läufer-Fan. Es ist viel angenehmer und ruhiger. Falls vorhanden, reicht der Mond völlig aus. Oder das schwache Licht der Stadt unten im Tal.
    Ich glaube, es ist einfach Gedankenlosigkeit: unerfahrene Stirnlampenträger denken einfach nicht daran, dass sie dich mit ihren 2’400 Lux Flutlichtern blenden könnten. Vielleicht hat die Dame von deiner Reaktion ja was gelernt, wer weiss! 😉
    Ich wünsche dir viele schöne, stressfreie Genussläufe!
    Liebe Grüsse aus Florida

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,
      schönes Wort: „Nicht-Lampen-Läufer-Fan“! – Also bin ich gar nicht so alleine, mit dem „Tick“! 😛
      Wie schon beschrieben hat Darmstadt schon eine große „Lichtglocke“ und von daher sind sogar die großen Waldwegen recht hell … mir reicht es auf jeden Fall! – Ich unterstelle der Läuferin auch nichts, aber ein kurzer Stressmoment war es schon, auch wenn es vielleicht nicht ganz 2400 Lux gewesen sind! 😉

      Ich wünsche auch dir viele schöne, stressfreie Genussläufe!

      LG Manfred

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  3. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    ich laufe zwar abends immer mit Lampe (außer, es handelt sich um eine wolkenlose Vollmondnacht) ;), aber es ist trotzdem nicht angenehm, wenn einem jemand voll ins Gesicht leuchtet. Geblendet wird man ja trotzdem.
    Noch schlimmer als entgegenkommende Läufer sind allerdings die Autofahrer, die auch noch aufblenden, wenn man entlang kleiner Straßen läuft, statt einfach ein wenig vom Gas zu gehen. 👿

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    • Manfred |

      Liebe Doris,
      genau diese unangenehmen Begegnungen meine ich. Da könnte man sich, also das Tempo, zurücknehmen, aber nein … volle Lotte ins Gesicht! 🙁
      Auf Landstraßen ohne Bürgersteig un Beleuchtung mache ich zu meiner eigenen Sicherheit schon das Licht an!
      Auf unfallfreie „Dunkelläufe“!
      LG Manfred

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  4. Oliver |

    Lieber Manfred, so gerne ich immer wieder auf Stirnlampe verzichten würde, hier ist es fast unmöglich ohne zu laufen. Und zwar nicht um einen gut ausgeleuchteten Pfad zu haben, sondern um gesehen zu werden. Ich starte mitten in der Stadt und möchte von allen Verkehrsteilnehmern gut gesehen werden. Dazu braucht es allerdings keinen superhellen Strahler, sondern es reicht „Abblendlicht“, also nerve ich damit tatsächlich auch niemanden. Eine neue Marotte hier ist übrigens dass Radfahrer mit superhellen zusätzlichen Strahlern an Brust oder Stirn und mit einem irrsinns Tempo am Rhein entlang brettern. Das versteh ich aus Sicht der Radfahrer, aber als entgegenkommender Läufer/Fußgänger/Radfahrer ist man einen Augenblick einfach mal blind. Das nervt. Ich versuche also diese Strecken zu meiden und laufe statt dessen mit Minimalbeleuchtung (ganz ohne geht es nicht) neue Wege, was durchaus seinen Reiz hat 🙂
    Liebe Grüße, Oliver

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    • Manfred |

      Lieber Oliver,
      genau so hört es sich doch vernünftig an. Licht an, wo es nötig ist und dabei keinem auf die Nerven gehen. Abblendlicht „nach unten“, so dass es für mich reicht, ich gesehen werde und andere nicht blende. Die Zusatzlampen bei Bikern verstehe ich nicht, da eine am Lenker und eine am Helm (vorausschauend in Kurven) ausreichen sollten. Diese sollten aber den Weg des Bikers ausleuchten und nicht Entgegenkommende blenden. Schade, dass es so oft anders praktiziert wird! 😥
      LG Manfred

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  5. Andreas |

    Hallo Manfred,
    ich verstehe das, ich persönlich kann im Dämmerlicht gut gehen, aber wirklich laufen, ohn e den Weg zu erkennen, möchte ich nicht, weil es einfach zu viele Löcher etc. im Weg gibt, wo ich dann umkicken könnte. Ich bin mal in den Bergen in der Dunkelheit unterwegs gewesen, auf normalen Wegen, das war extrem anstrengend. Ich denke die Idee, die Lampe in der Hand zu halten ist das allerbeste, denn dann stört man nicht so durch blenden, sorgt aber auch dafür, dass vielleicht zwei Läufer in der Dunkelheit nicht zusammenstoßen. 🙂

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    • Manfred |

      Lieber Andreas,
      danke auch für deine Rückmeldung!
      Natürlich ist das eigene Fortbewegungstempo entscheidend für eine entsprechende, zusätzliche Ausleuchtung des Weges! Aber auch die Gegend und die „Helligkeit der Umgebung“ nehmen Einfluss! Hier bei uns auf den breiten Forstwegen und nicht zu tief im Forst ist es „recht hell“ ausgeleuchtet. Meist kenne ich aber auch die „Oberflächenbeschaffenheit“ der Wege und schalte bei sehr wurzeligen und unebenen Wegen schon auch meine Lampe ein. In den Bergen ist es sicherlich noch viel wichtiger nicht im Dunklen hin und her zu tappen! 😉
      LG Manfred

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