Gleich vorweg, ich hab keine Bäume umarmt, obwohl es ja diese Art des Treehuggings gibt. Aber um mich mit der Natur zu ‚verbinden‘, oder um meinen inneren Frieden und mein Gleichgewicht zu finden, muss ich keine Bäume umarmen. Vielleicht trägt die Lauferei bzw. Marschiererei dazu bei mein Gleichgewicht zu halten, mehr nicht. Für mein Gleichgewicht an sich, erst recht für meinen inneren Frieden, benötige ich nicht mal den Sport.

Waldbaden mache ich auch nicht, zumindest bezeichne ich meine gezielten und sehr bewussten Aufenthalte im Wald nicht so! Waldläufe und meine Märsche in der Natur können kontemplativ, evtl. sogar spirituell sein! Vielleicht werden mir Begriffe wie >Treehugging< und >Waldbaden< auch zu emotionalisierend verwendet und ich bin zu nüchtern sie so zu benennen?

Den Begriff Baumkuscheln habe ich im letzten Beitrag erwähnt: LD-Belastungen.

Der Ausdruck kam mir spontan in den Sinn, als ich dieses Foto machte.

Durchs Sichten der Bilder und Stöbern im Netz unterscheide ich jetzt zwischen Baumkuss und dem Baumkuscheln, wie ich’s meine, nämlich so, dass sich 2 oder 3 Bäume eng aneinander schmiegen! Zum Kuscheln sind sich ja die beiden Bäume im oberen Bild nicht nah genug! 😉

So zum Beispiel:

Der Ast eines dünneren Baumes schmiegt sich an einen kräftigen Baum,
oder anders ausgedrückt: das Kind auf Mamas Arm kuschelt sich an den Papa!

nochmal aus anderer Perspektive

Hier kam mir „Ist kuscheln in der Öffentlichkeit, für die beiden zu intim?“ 😉

… und hier reicht es gerade mal für ein Küsschen, da, wie so oft im Leben, die Kleinen sich dazwischen drängeln und um Aufmerksamkeit buhlen, ihr Recht einfordern! 😛

In diesem Szenario ist es eher umgekehrt, ein Dritter schützt die Intimität
zweier anderer, indem er seine Arme schützend um sie aus
breitet! 😆

Diese Bäume zeigen, dass kuscheln auch zu dritt funktionieren kann! 🙂

Sie sind einander zugeneigt, was hier nur nichts mit Gernhaben (Zuneigung) zu tun hat! 😉

Solche und ähnlich kreative, schräge und vielleicht auch abgedrehte Gedanken können mir dann schon manchmal kommen, wenn ich lange im Wald unterwegs bin. Gedanklich verbunden mit den Bäumen auf eine ganz andere Art, indem ich einfach bestimmte Baum-Motive unter einem bestimmten Motto interpretiere, ohne dun zu sein! – Natur pur, mit leicht künstlerischer Note!

Entstanden sind die Bilder und deren Interpretation beim langen Marsch am Sonntag. Nach einem Anlauf von 18 km, 😛 bin ich hoch zur Burg. Nach einem Kaffee habe ich dann die Galgenbuch-Runde weggelassen, da es dort oben nicht nur ordentlich blies, sondern in der Pause prompt der Regen einsetzte! – 30 km (584 hm) im 7:48er-Schnitt reichten auch! 😆

PS:
Mein Zweibaum kuschelt übrigens auch, ganz ohne Schamgefühl! 🙂

PPS:
Beim Schreiben dieses Beitrags fiel mir ein, dass Lizzy in ihrem Kommentar zu meinem Beitrag >Schneenebel< auch eines meiner Bilder sehr schön interpretiert hat!

16 thoughts on “Baumkuscheln”

  1. Sehr schön, lieber Manfred! 30 km mit fast 600 hm sind eine richtig ordentliche Leistung, und dass du die Galgenbuch-Runde wegen Sturm und Regen ausgelassen hast, zeigt, dass du dein Timing gut getroffen hast.

    Spannend finde ich auch, wie du die Baum-Szenen unterwegs wahrnimmst. „Waldbaden“ ist für mich ein nüchterner, unemotionaler Begriff, und genau so funktioniert es hier: eine kurze, klare Pause zum Beobachten und Reflektieren. Solche Details bringen Abwechslung in lange Märsche und machen sie deutlich interessanter.
    Weiter so!

    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Cape Town!

    1. Liebe Catrina,

      es hat gut gepasst, dass ich schon fast 23 km hinter mir hatte und dann erst der Regen kam.

      Als ich den Begriff des Badens im Zusammenhang mit Wald das 1. Mal gehört habe, war ich schon sehr irritiert. Dabei stört mich zu allererst, dass begriffliche Inhalte verschoben und z. T. aus dem Zusammenhang gerissen werden. Das hat für mich auch gewisse pädagogische, aber auch sprachliche Gründe. Sprache wird zur x-beliebigen Spielwiese und den jungen Leuten, die sowieso nicht mehr mit einer guten Sprache umgehen können, wird nicht gerade geholfen. Geh mal in eine Schule und lass dir ’sprachliche Ergüsse‘ von Mittelstufenschülern geben. 🙊

      Waldbaden, dem Wort entsprechend, wäre es dann, wenn man z. B. seine Badewanne im Wald aufstellte und dann darin baden würde. Das wäre auch sehr entspannend und lustig obendrein! 😆 Oder man würde in einem Fluss im Wald baden. – Beim Begriff Baumkuss wird man gedanklich in die ‚richtige‘ Richtung gelenkt!

      Zum Wort Waldbaden: ich hab ja auch mit Wörtern gespielt, aber wenn man liest wie man Waldbaden durchführen sollte, dann wird das doch sehr, sehr emotional dargelegt.

      Dass man das für sich relativ nüchtern durchführen kann, ist dann wieder was anderes. Ich hab ja bewusst von einer emotionalisierenden Verwendung geschrieben.

      Treehugging hat wenigstens noch ne ganz lustige Variante. Es gibt nämlich Weltmeisterschaften in 3 oder 4 Disziplinen!

      Sorry dafür, dass ich so lange ausgeführt habe, aber dass Sprache nicht mehr klar, verständlich und im eigentlichen Sinne (Duden) verwendet wird, irritiert mich schon sehr!

      Lass dich nicht verdrießen!
      Liebe Grüße Manfred

  2. Guten Morgen lieber Manfred,

    wieso eigentlich fällt mir hier spontan eins meiner Lieblingsgedicht von Hermann Hesse ein?
    __________________________

    Bekenntnis

    Holder Schein, an deine Spiele
    Sieh mich willig hingegeben;
    Andre haben Zwecke, Ziele,
    Mir genügt es schon, zu leben.

    Gleichnis will mir alles scheinen,
    Was mir je die Sinne rührte,
    Des Unendlichen und Einen,
    Das ich stets lebendig spürte.

    Solche Bilderschrift zu lesen,
    Wird mir stets das Leben lohnen,
    Denn das Ewige, das Wesen,
    Weiß ich in mir selber wohnen.

    __________________________________

    Baumbilder deuten, Wolkenbilder deuten … Bäume umarmen, treehugging, im Wald Sport treiben, im Wald baden, im Wald spazierenschlendern, auf einem Baumstamm meditieren, Tiere beobachten …. Das sind ja alles wunderbar harmonisierende und Naturliebhaber verbindende Vorlieben, finde ich. Egal, mit unter welchem Label es steht und mit welchen Wörtern benannt wird, was mensch da tut.

    1. Liebe Lizzy,

      das hat doch Hermann Hesse auch super ausgedrückt! Danke dafür, dass du das Gedicht hier reingeschrieben hast! 🙂

      Eigentlich hast du ja recht. Es ist recht egal wie und unter welchem Label die Natur genutzt und ‚geliebt‘ wird! 😉 Vielleicht habe ich das auch in meiner Antwort auf Catrina etwas zu hoch gehängt … und vielleicht war ich gestern abend auch nicht so gut drauf? 😛 😳 – Vielleicht ist es auch nur eine sehr persönliche Abneigung gegen die Verwendung des Begriffes Waldbaden, also was damit einhergehend formuliert wird. Es ist nicht so sehr der Begriff alleine. Sorry, aber ich finde es einfach nur schräg.

      Die künstlerische Note des Baumbilderdeutens, oder Wolkenbilderdeutens finde ich gut!
      Liebe Grüße Manfred

      1. Dann wünsche ich dir und hoffe, dass du inzwischen wieder „besser drauf“ bist 😉

        „Schräg“ kann doch auch ganz nett sein … das beweisen schließlich auch die Bäume … wobei .. vermutlich stehen die im Prinzip lieber gerade aufgerichtet als schräg .. aber manchmal ist es eben so und Akzeptanz macht‘s dann allen leichter. Außer denen, die von den schräg stehenden zu fest umarmt werden – das kann schließlich erdrücken und selber in Gefahr bringen, wenn so ein Baum sich – schwächelnd oder sterbend – an einen anderen lehnt. Ein Baumkuschler-Mensch ist dagegen vermutlich vergleichsweise harmlos 😊

        1. Liebe Lizzy,

          vielen Dank dir, ich hab mich wieder gefangen! 😉

          Natürlich kann schräg ganz nett sein. Ich finde den Spruch: „Bin grad neben der Spur, ist schön da!“ auch sympathisch! 😆 Aber das ist doch alles augenzwinkernd gemeint. Aber Waldbaden … da wird sogar eine ‚Therapierichtung‘ gemeint. Genau so können moderne Fußballer auch vertikal Fußball spielen. Letzteres verstehe ich noch nicht einmal, obwohl ich Sportwissenschaften studiert habe. Vielleicht auch gerade deswegen??? 😛

          Bei den ganz schräg stehenden Bäumen hoffe ich nur, dass sie nicht zusammenbrechen, wenn sich gerade Menschen darunter befinden. Für die ist sicherlich ein sich an die Bäume kuschelnder Mensch harmlos!

          Liebe Grüße Manfred

          1. Fußball verstehe ich allerdings auch nicht und zwar in keiner Hinsicht und aus keiner der vielen möglichen Perspektiven 😛

            Aber weil ich auch sehe, dass viele Menschen dabei Freude zu haben scheinen, kann ich mich darüber freuen. Solange was auch immer Freude bereitet ohne Schaden zuzufügen, ist doch total egal, dass es immer auch Leute gibt, die was auch immer bescheuert finden. „Baumtherapie“ klingt doch eigentlich ganz gut.

          2. Liebe Lizzy,

            vielleicht komme ich mit deiner Großherzigkeit nicht (ganz) mit, obwohl ich mich für (relativ) tolerant (ge)halte(n habe)! 😆

            Im Grunde genommen gebe ich dir aber recht. Ich habe es halt mal gewagt 😛 auf meinem Blog mal etwas zu hinterfragen … und zwar aus rein sprachlichen Gründen. Sollen sie es doch machen und nennen wie sie es wollen, Hauptsache ich muss da nicht mitmachen! 😛

            Freude soll es machen und/oder helfen soll es!

            Obwohl sich mir der Fußballsport nicht so wirklich erschließt, gehe ich ja sogar ins Stadion. Was sich mir dabei nicht erschließt, sind vor allem die schwammigen Regeln und die so niedrigen Ergebnisse. Zum Beispiel wird die Abseitsregel so interpretiert, dass ständig Tore zurückgenommen werden, auf der anderen Seite werden in nicht nachvollziehbarerweise (Hand)Elfmeter gepfiffen. Letzteres hilft dann ein wenig das Ergebnis wieder ein bisschen hochzusetzen!?! – Egal, der relativ familiäre Verein und die Stimmung im Stadion gleichen es aus! 😉

            In diesem Sinne
            liebe Grüße Manfred

  3. Lieber Manfred,
    ich wusste gar nicht, wie kuschelig es im Wald zugehen kann! Oder sind die Bäume da in deiner Region extrem liebesbedürftig?
    Den Begriff des Waldbadens kannte ich auch noch nicht. Der beschreibt aber für mich perfekt das Gefühl das man hat, wenn man bei einem Lauf im Sommer plötzlich in einen dichten Wald eintauchen kann und diese dort herrschende frischere und kühlere Luft genießen kann. Immer wieder herrrrrrlich!
    Weiter schöne Waldbadeerlebnisse und erfolgreiche km-Sammelei!
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke,

      oh, das weiß ich nicht, hab auch keine Vergleichswerte! 😆

      Tja, so unterschiedlich sind wir. Wie eben in meiner Antwort auf Lizzys Kommentar geschrieben, ist es nicht mal der Begriff, sondern das was damit verbunden wird. Vielleicht entwickel ich dadurch eine gewisse Aversion gegen den Begriff. Mir fehlt da wohl eine Ader für diese Art des Zeigens, Darstellens oder Herausstellens ‚extremer‘ Gefühle?!?

      Warum z. B. nicht einfach von Erlebnissspaziergängen in der Natur, oder im Wald sprechen. Da gäbe es bestimmt noch andere Begriffe und Möglichkeiten.

      Vielen Dank dir und
      liebe Grüße Manfred

    1. Lieber Jörg,

      es war jetzt mal mein Fokus für ein paar Wochen. Nur werde ich nicht immer so durch den Wald marschieren, aber diesbezüglich bewusster schon! – Eine Perspektive dieser Art lohnt sich auf jeden Fall! 😉

      Liebe Grüße Manfred

  4. Ja, ja, immer fleißig unterwegs, warum gefällt mir das ??

    Was das Umarmen der Bäume angeht und/oder Waldbaden, das brauche ich nicht, einfach mit Genuss auf aufmerksam beobachtend durch die Natur ziehen, alles genießen, was um einen herum geschieht, ich finde es herrlich und genieße in vollen Zügen !!

    Im übrigen gibt es solche Angebote hier in Sachen Waldbaden regelmäßig, aber mich zieht es dort nicht hin, bevorzuge es, mich alleine in der Natur zu bewegen !

    Auch das Beobachten der verschiedenen “ Baum-Lieben “ finde ich – wie du – sehr spannend, davon gibt es auch hier genügend zu bewundern. Ohne Liebe geht halt gar nichts, auch nicht bei den Bäumen !!

    Natur erleben – und das – so es geht – jeden Tag – egal wie !!

    Viel Spaß bei deinen weiteren “ Recherchen “ und sonnige Grüße von der allmählich milderen Ostsee !

    1. Liebe Margitta,

      ja, fleißig unterwegs bin ich definitiv! Danke dir! 🙂

      So emotional bin ich auch nicht mit den Bäumen verbunden, obwohl ich sie zu meinen Lieblingspflanzen zähle! Meine Märsche und meine Aufenthalte in der Natur genieße ich auf jeden Fall! – Wie schon verschiedentlich ausgedrückt, sind mir die Leute, die das Waldbaden empfehlen, aber vor allem diejenigen, die dort hingehen eine Spur zu emotional dabei! – Ansonsten nehme ich schon sehr bewusst wahr, was ich da draußen sehe und erlebe. Meist bin ich alleine unterwegs, aber ich bin auch gerne mit meiner Frau wandernd unterwegs!

      Weiterhin die Natur mit Spaß erleben, das wünsche ich dir auch!
      Sonnige Grüße zurück, Manfred

  5. Lieber Manfred,
    bei Baumkuscheln denke ich daran, mich genüsslich an einen Baumstamm zu lehnen. Aber klar, warum sollen die denn nicht selbst auch anlehnungsbedürftig sein! 😀
    Nach 30 km und fast 600hm hätte ich den Wink mit dem Regen auch als Signal angesehen, dass es reicht.
    Gut gemacht! 🙂

    1. Liebe Doris,

      so wird der Begriff wohl auch gebraucht; so richtig den Baum umarmen. Ich hatte nur eine andere Assoziation, als mir der Begriff durch den Kopf schwirrte! Die Bäume haben auch das Bedürfnis sich aneinander zu schmiegen, interpretiere ich mal! 😆

      Danke für die nachträgliche Verstärkung. Da habe ich wohl das Signal nicht falsch verstanden! 😉
      Liebe Grüße Manfred

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