Geht dir es manchmal auch so?

Da sitze ich nach getaner Arbeit noch am Schreibtisch und schmeiße am PC einen „Media Player“ an. Bei der Überlegung, welche Musik ich jetzt hören möchte, fällt mein Blick auf eine kurze Playlist mit 8 Titeln. Allesamt entstammen sie einer CD von PlanB, einer Event-Agentur, die Traillauf-Events in Deutschland organisiert. Innerhalb von nur wenigen Jahren hat sich diese Agentur in meinen Augen zum Top-Veranstalter gemausert.

Nachdem es den TRANSALPINE-RUN schon seit 2005 gab, wurde 2011 der Zugspitz Ultratrail aus der Taufe gehoben. Als Startort hatte man das schöne Grainau im Werdenfelser Land gewählt. Tolles Wetter erwartete uns Läufer am 25. Juni 2011. Um 7.15 Uhr fiel der Startschuss. Wir laufen eine kurze Zeit hinter einem Führungsfahrzeug her. Dann geht es vorerst vermehrt über breite Forststraßen, die aber hin und wieder schon die ersten stärkeren Steigungen aufweisen. Wir laufen den „Hunderter“ ruhig an und sind doch weit davon entfernt, die Zeitlimits nicht zu packen. Von Anfang an nutzen wir die Verpflegungsstellen, weil ein langer und warmer Tag vor uns liegt. Abwechselnd laufen wir über Wiesen, auf schmalen Pfaden, oder breiteren Wegen. Nach der 3. Pause, ab Kilometer 28 habe ich mich so richtig eingerollt, mein Tempo für die Bergauf-Passagen gefunden. Zwei meiner Kumpels lasse ich zurück. Es läuft richtig toll! Ich habe jetzt schon das Gefühl, mein erster Ultra im Gebirge wird ein absolutes Highlight! Nach etwa 30 Kilometern stehe ich das erste Mal auf über 2000 m und kann eine tolle Aussicht genießen. Keiner um mich herum bleibt nicht ebenfalls einen Moment stehen, um die tolle Aussicht zu genießen. Innerhalb von nur 5 Kilometern laufen wir zuerst hundert, dann noch einmal vierhundert Meter bergab, um dann wieder bergan zu laufen, bevor wir auf dem dritten Gipfel stehen. Windig ist es hier oben, aber einfach nur toll. Eine faszinierende Bergwelt umgibt uns! Ich nehme einen Schluck aus dem Trinkschlauch und mache mich erneut an den „downhill“, wohl wissend, dass ich noch einen sehr langen Weg vor mir habe …

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… sehr langen Weg? … die Musik ist verstummt und ich realisiere, dass ich „immer noch“ zuhause vor dem PC sitze! Die Musik hatte mich aus der Wirklichkeit „entführt“. – Ohne schlechtes Gewissen zu haben, weil ich heute nicht aktiv sein konnte, schalte ich den PC aus … mit tollen Bildern und Erinnerung vom ZUT 2011 vor Augen!

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