Dieses Phänomen zweier zusammengewachsener Bäume, die doch auch irgendwie eigenständig sind, weil sie weiter oben wieder auseinanderstreben, hatte ich zuletzt erwähnt. Jetzt bin ich bewusster dran vorbeimarschiert, hab für Fotos angehalten!

Zuhause hab ich mich ein klein wenig eingelesen:
Wo Bäume eng zusammenstehen und durch Wind aneinander gerieben werden, kommt es zu Rindenverletzungen. An den Kontaktstellen werden Reparaturmechanismen ausgelöst, was zu Verwachsungen führen kann! Eine solche Verwachsung nennt man Baumkuss, der sich auch auf nur wenige Zentimeter erstrecken kann, nach dem sich die Stämme wieder trennen. Seltener ist wohl eine Verschmelzung mit Austausch von Leitungsbahnen und einem Stoffaustausch. Im Extremfall bilden zwei Stämme nach einem Baumkuss eine gemeinsame Krone. – In dem von mir erwähnten Fall gehen die Stämme weiter oben wieder auseinander, was als Zwiesel, also die (erneute) Aufgabelung eines Baumstamms in zwei etwa gleichstarke Arme, bezeichnet wird. 

Zuletzt bin ich also wieder unterwegs gewesen auf meiner Burgrunde!

Anfangs schien die Sonne (+9°) und die riesigen Mikado-Stäbe standen noch! 😆

Geht man oben um die Burg, kommt man im Osten der Burg an diesem Zweibaum vorbei:

Da steht er, hinter dem großen, liegenden Stamm;

draufzumarschiert, besser zu erkennen,

und über bzw. bei dem Baumkuss sind auffällige Verwachsungen zu sehen.

Ob diese Verwachsungen und der Baumkuss, evtl. sogar provoziert worden sind?

Es ist ein langgestreckter Baumkuss und der Zwiesel oberhalb ein echter Zwiesel, da der einzelne, kronenbildende Trieb für sich weiterwächst und eigenes Erbmaterial mitbringt!

Auf dem Weg geht es dann so weiter und

der Zwiesel stellt sich im Blick zurück so dar!

Nur wenige Meter weiter, links des Wegs, lugt die Burg oben durch die Bäume!

Was man so alles durch aufmerksames Laufen lernen kann! 😉

… und das nächste Mal achte ich mal stärker auf ein Elfenauge, Engelsauge, auch Elfen- oder Druidentor, oder auch -portal genannt! Es ist eine ‚offene‘ Stelle z. B. zwischen zwei übereinander liegenden Baumküssen. Dabei habe ich aber kein esoterisches Interesse und schreibe solchen Strukturen auch keine mythischen oder magischen Eigenschaften zu! 😉

14 thoughts on “Der Zweibaum”

  1. Ein Zwiesel also … was mich sofort nach der Herkunft des Ortsnamens „meines“ (niederbayrischen) Zwiesel hat suchen lassen. Folgendes antwortet die KI:

    Der Name der Stadt Zwiesel leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „zwisel“ ab, was „Gabel“ bedeutet und sich auf die geografische Lage bezieht: den Zusammenfluss (die „Gabelung“) des Großen und Kleinen Regen.

    Passt also auf deinen Baum und die Stadt gleichermaßen. Aber da gibt‘s ja auch noch gleich mehrere Berggipfel, die so heißen .. können Berggipfel sich gabeln? JA – können sie wirklich:

    „Der Name „Zwiesel“ für einen Berggipfel stammt vom althochdeutschen Wort für eine Gabelung oder Verzweigung …… bei Bergen, auf eine Verzweigung des Gipfels selbst, die wie ein geteilter Baumstamm aussieht, oder einen markanten Fels, der sich verzweigt, wie beim Zwiesel in den Berchtesgadener Alpen, der über dem Zwieselbach liegt. Es bezeichnet also einen markanten Punkt, der sich teilt oder wie eine Gabelung geformt ist.“

    Wieder was dazugelernt! Danke dir, lieber Manfred 🙂

    1. Liebe Lizzy,

      oh ha, man kann es quasi auf die Wortbedeutung ‚runterbrechen‘ und dann auf einige Dinge übertragen! Toll und danke für die Erweiterung. Da hast du noch einige Kapitel angehängt und ich kann nochmal mehr lernen!

      Ort, Berge und Bäche verzweigen, bzw. gabeln sich und erhalten alle den gleichen ‚Wortzusatz‘!

      Also, vielen Dank auch dir und
      liebe Grüße Manfred

    1. Liebe Doris,

      irgendwie hatte es mir dieser Zweibaum angetan. Jetzt gucke ich mal nach so nem Elfenauge. Und dich bitte ich dann mal zu erzählen, ob und wo du einen Zweibaum entdeckt hast!

      Vielen Dank und
      liebe Grüße Manfred

    1. Lieber Jörg,

      denkt man gar nicht, aber es ist was dran! 😉 Gern geschehen!

      Guck dich ruhig mal im Thüringischen um und erzähl dann mal, wenn du was entdeckt hast!

      Vielen Dank und
      liebe Grüße Manfred

  2. Lieber Manfred,
    danke für dein Nachhaken und die Wissensvermittlung hier! Spannend, mir war das bislang völlig unbekannt. Aber natürlich werde ich ab sofort den Wald mit anderen Augen sehen!
    Weiterhin fröhliches und produktives „laufendes Lernen“!
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke,

      danke für die Rückmeldung! 😀

      Da werden wir ‚alle‘ den Wald plötzlich ganz anders sehen und wahrnehmen. Insofern, als ich selbst davon profitiere, hab ich es doppelt gerne gemacht!

      Vorgestern hab ich sogar einen ‚Zweibaum‘ mit doppeltem Baumkuss entdeckt. Krass was man da plötzlich sieht und entdecken kann!

      Liebe Grüße Manfred

        1. Liebe Elke,

          ich wollte ein Elfenauge ausspähen und dann einen Beitrag schreiben. Jetzt setzt du mich unter Druck! 😥 😆

          Mal sehen, wie ich damit umgehe. 😉

          Liebe Grüße Manfred

  3. Irgendwie habe ich diesen Beitrag versäumt, wurde mir nicht übermittelt, aber es ist ja bekanntlich nie zu spät !!

    Das Phänomen kenne ich auch, ich beobachte oft die Bäume hier bei uns und habe Ähnliches schon gesehen, es ist irgendwie faszinierend !

    Danke für das Nachlesen, Baumkuss – gefällt mir !! Natur ist einfach nur einzigartig und es lohnt sich jeder Blick nach oben – oder ??

    1. Liebe Margitta,

      da meine Kommentarfunktion nicht geschlossen wird, kannst du jederzeit noch was schreiben. Es ist auch herzlich gern gesehen!

      Es macht viel Spaß Naturphänomene zu beobachten. Jetzt waren meine Freunde die Bäume mal etwas stärker im Fokus! Ich habe schon als Jugendlicher Bäume ‚lieben‘ gelernt und ein tolles, großes und dickes Buch im Regal zu stehen gehabt!

      Es lohnt sich jeder Blick nach oben, ja, aber immer vorsichtig sein bzgl. der Wegbeschaffenheiten! 😉

      Liebe Grüße Manfred

  4. Lieber Manfred
    Spannend zu sehen, wie die Natur solche Strukturen wie Baumkuss und Zwiesel bildet und die Bäume aufeinander reagieren. Es ist beeindruckend, wie sie sich anpassen, verwachsen und dennoch eigenständig weiterwachsen.
    Man sagt ja auch, dass die Bäume unter sich kommunizieren können. Ich müsste mich mal mehr damit beschäftigen und etwas darüber nachlesen.
    Dass du das beim Marschieren entdeckst und dokumentierst, zeigt, wie viel man unterwegs lernen kann, sofern man der Sache nachgeht.

    Liebe Grüsse aus dem windigen Cape Town!

    1. Liebe Catrina,

      erstmal muss man aufmerksam durch die Lande ziehen und dann auch offen sein. Jetzt mit dem ruhigeren Marschtempo, gegenüber meinem schnelleren Lauftempo, kann ich natürlich auch mehr gucken.

      Da ich Bäume schon immer (über 50 Jahre schon) faszinierend finde, hat mir meine Frau u. a. mal ein Buch von Peter Wohlleben geschenkt. Er bestätigt, dass Bäume kommunizieren können und zwar über ihre Wurzeln, die oft weit verzweigte Netzwerke bilden können. Das Buch heißt auch >Das geheime Netzwerk der Natur

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