Mit einem Augenzwinkern könnte ich einsteigen und fragen: arbeiten, unterwegs beim Laufen oder marschieren?

Leider sind es ernstere Themen, die ich in letzter Zeit mit auf meine Runden nehme(n muss), nicht bewusst, aber sie platzen manchmal recht frech und unverhofft einfach rein.

Da beginnt eine Einheit beschwingt und unbelastet und dann ist da

  • ein unausgesprochener Disput zwischen 2 mir sehr nahestehenden Menschen;
  • die plötzliche Trennung zweier eigentlich sympathischer junger Leute, aus dem näheren Umfeld, mit einer brutalen Radikalität seitens der Frau;
  • die Info über die unheilbare Krankheit einer lieben, umtriebigen und sehr sympathischen, mir sehr nahestehenden Dame;
  • ungelöste sich aufstauende Probleme in einer mir wichtigen ‚Community‘;
  • oder auch nur die skurrile Entwicklung eines mir bisher sehr sympathischen jungen Mannes!

Anhand der Beispiele wird klar, ich meine ein ‚Verarbeiten‘ im Sinne folgender Synonyme:

  • umgehen lernen mit etwas;
  • gedanklich etwas ‚verdauen‘;
  • in Ruhe nachdenken;
  • in Ruhe auf mich wirken lassen;
  • oder auf mich sacken lassen.

Ich liege wohl nicht verkehrt, wenn ich mich als reflektierenden, aber sehr optimistischen Menschen bezeichne, der im Grunde genommen unbelastet ist, zumindest was das unmittelbare, familiäre Umfeld anbelangt.

… und jetzt ploppen unterwegs immer wieder mal solche Problemfelder auf. 🤷🏻‍♂️

Diese Themen belasten mich nicht nachhaltig, im Gegenteil, wenn ich von draußen komme, bin ich ausgeglichener. In der Lösung dieser Problemfelder bin ich vielleicht nicht weitergekommen, da ich nicht direkt involviert bin, aber für mich selber habe ich dann einiges sortiert.

  • Kennst du das auch?
  • Ereilen dich solche Dinge auch beim Sport, zumindest bei nicht so intensiven Einheiten?
  • Wie gehst du mit solch negativen Dingen um, die dich zwar nicht unmittelbar selbst betreffen, dich aber doch berühren, oder sehr nachdenklich, (für kurz) fast bedrückt zurücklassen?

 

– – – – – – – – – –

P.S.: dank an geralt von Pixabay für das Eingangsbild

12 thoughts on “verarbeiten”

  1. Lieber Manfred,
    ich finde dass laufen/gehen/marschieren eine wunderbare Art ist, den Kopf frei zu kriegen. Während sich die Beine bewegen hat der Kopf Zeit, die Gedanken in die eine oder andere Richtung wandern zu lassen.
    Ich hatte mal eine sehr mühsame Arbeitsstelle, da sind eine Kollegin und ich regelmässig nach der Arbeit gemeinsam laufen gegangen. Die erste Hälfte bestand nur aus „Ärger rauslassen“, sprich schimpfen, meutern, maulen. Da waren wir auch immer relativ schnell unterwegs, da musste der Frust erst mal raus. Danach wurden wir und das Lauftempo ruhiger und nach einer Stunde gingen wir beiden ziemlich entspannt in den Feierabend. 😀

    1. Liebe Doris,

      ja, meist klappt es mit dem Kopf-frei-bekommen!

      Es hört sich so an, dass deine, bzw. eure Methode den Ärger rauszulassen sehr erfolgreich war. Und dann gab es dadurch auch noch eine Intensivierung der Einheit, zumindest was den Einstieg in solche Läufe angeht! Das Entspannt-in-den-Feierabend-gehen war dann ein schöner ‚Nebeneffekt‘!

      Zuerst wünsche ich uns allen, dass es nicht zu viele Belastungen gibt und dann, dass wir immer solche Lauf-Geh-Marschier-Einheiten einstreuen können, die uns helfen den Kopf frei zu bekommen!

      Liebe Grüße Manfred

  2. Lieber Manfred,
    uiui, schwere Kost…
    Aber ja, so ist das Leben. Ich kenne das auch. Versuche dann auch, erstmal die Dinge zu sortieren, Fakten und Gefühle möglichst zu trennen. Oft, bei beruflichen Dingen, half/hilft mir das Laufen. Oft kam ich am Ende heim und sah die Dinge klarer, erstaunlich klarer.
    Persönliche Themen trägt man natürlich länger mit sich herum. Mal sind es traurige Abläufe, die man aber nicht ändern kann, die man nur hinnehmen und verarbeiten kann/muss. Bei anderem hätte man Einfluss. Muss sich aber auch fragen, soll man sich reinhängen, ist man überhaupt verantwortlich? Manchmal muss man sich dennoch raushalten, weil die betroffenen Personen das selber klären müssen. So gut man es auch meint. Man kann allenfalls, vorsichtig, mit Ratschlägen helfen, wenn es gewünscht ist… Und auch damit muss man klarkommen.
    Du scheinst da aber gerade eine dicke Portion abbekommen zu haben. Ich wünsche dir von Herzen, dass sich die Dinge klären und -soweit möglich- gut ausgehen.
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Du sagst es, liebe Elke,

      schwere Kost! Wir sitzen manchmal auch am Frühstückstisch und versuchen gemeinsam das eine oder andere zu verarbeiten, in der Hoffnung, nach dem Sortieren der Gedanken den Alltag besser angehen zu können! Ist eine Sport-Einheit möglich, dann hilft die noch besser mit dieser schweren Kost fertig zu werden! So einige dieser Betroffenen tun mir auch unendlich leid!

      Raushalten ist ein gutes Stichwort, obwohl wir schon Gespräche oder Telefonate hatten, durch die wir zu helfen versuchten! Aber nicht immer ist ein Reinhängen gut und hilfreich! Das stimmt! – Manches wird noch eine Weile dauern, bis es geklärt werden kann, anderes, wie die Krankheit, wird wohl leider nicht gut ausgehen! 😥

      Vielen Dank für deine empathischen Worte und
      liebe Grüße Manfred

  3. Lieber Manfred,

    was mich angeht, gehöre ich zur Fraktion: „Beim Sport wird möglichst nichts Schweres mitgenommen“. Wenn in schwereren Zeiten Dinge anstehen, die sich trotzdem dazwischen drängeln möchten, setze ich auf Ablenkung durch Musik, Podcasts, Sprachlern-Einheiten oder ähnliches.
    Schwimmen, Laufen, Radeln verfolgen bei mir genau den Zweck des „Freilaufens“.

    Was die Schwere als solche angeht – sie lässt sich ja im Leben nie ganz vermeiden – setze ich (obwohl bekennende Agnostikerin) auf das bekannte Gebet:

    „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

    1. Liebe Lizzy,

      es ist, so wie du schreibst >sich dazwischen drängeln möchten<, nicht immer leicht die Dinge außen vor zu lassen. In der Regel nehme ich nur ne olle Lesebrille (Billigteil) und mein Handy mit, abgesehen von der Sportuhr. Zuhause hab ich nämlich nicht mal ne Uhr an. Auf langen Einheiten (3 Std. aufwärts) hab ich einen sehr leichten Trinkrucksack auf, im Sinne einer Weste. Marschiere ich meine Burgrunde, kann ich auch den Rucksack zuhause lassen. In der Burg kann ich Wasser trinken. Mit Musik, Podcasts, Sprachlern-Einheiten oder ähnlichem lenke ich mich nicht ab, denn ich mag nicht mal 'In-Ears', da sie mich stören, zumal ich einiges von der Natur (Vogelstimmen etc.) mitkriegen will. Leider haben dadurch auch schwere Themen eine Chance sich dazwischen zu drängeln. 😪 Aber grundsätzlich komme ich gut damit zurecht, da ich laut meiner Frau, ein Meister im Verdrängen bin. Für mich ist es eher ein >Ad-acta-legen-können<, ein vernunftgesteuerter Fatalismus, bei Dingen, die ich zumindest kurzfristig nicht ändern kann! Das mit dem Gebet kann ich als gläubiger Christ nicht nur nachvollziehen, ich praktiziere es auch! Liebe Grüße Manfred

  4. Das kenne ich auch zu Genüge !!

    Trage zuweilen – und auch besonders in letzter Zeit – schwere Pakete mit mir herum. Traurige Schicksale, Krankheiten, Familiengeschichten, die mir schwer zu schaffen machen, und es kommt immer mehr dazu.

    Wie schafft man das ? Für mich ist die Lauferei eine sehr, sehr hilfreiche Art, den Kopf freizubekommen, wenn ich dann zu Hause ankomme, sind die allzu schweren “ Pakete “ schon etwas leichter ! Darüber hinaus lerne ich auch, dass ich es sehr gut habe, mir dessen bewusst und dankbar dafür bin !

    Leider kann man nicht immer helfen, aber manchmal hilft auch nur Dasein für jemanden, und es gibt mir dann auch Freude, jemanden zur Seite gestanden zu haben.

    Alles Gute für dich und versuche, dich auch an Schönem bewusst zu erfreuen ! Das jedenfalls ist meine “ Medizin „.

    Sonnige Grüße von ganz oben, mal ohne Regen und ohne Wind………..

    1. Liebe Margitta,

      du beschreibst manches sehr gut. Grundsätzlich finde ich auch das >einfach-nur-Dasein< gut und setze es in einigen dieser Situationen so um, oder biete es an. Manchmal wohnt man leider nicht nah genug dran! 😥 Danke für deine guten Worte und Wünsche! An den schönen Dingen des Lebens kann ich mich trotzdem noch sehr gut erfreuen und bin auch für mich und mein Leben und Erleben meinem Gott sehr dankbar! Vieles kann man auch unterwegs verarbeiten! Liebe Grüße Manfred

  5. Ah, ja, das kenne ich gut. Gerade bei lockeren, längeren Läufen tauchen solche Gedanken oft ganz von selbst auf. Man startet entspannt und plötzlich kreisen die Gedanken um Menschen oder Situationen, die einen zwar nicht direkt betreffen, aber trotzdem berühren.

    Auch wenn ich keine Lösung finde, hilft es, die Gedanken unterwegs zu sortieren und manches neu einzuordnen.

    Deshalb empfinde ich solche Einheiten manchmal fast als mentales Aufräumen. Wenn ich zurückkomme, hat sich an der Situation meist nichts geändert, aber mein Blick darauf ist klarer und ruhiger geworden.

    1. Liebe Catrina,

      mentales Aufräumen ist ein guter Ausdruck für das, was bei manchen Einheiten passiert! Der Blick auf manche schweren Themen ist klarer und ruhiger geworden.

      Es ist wohl so, daß es vielen von uns, zumindest bei ruhigen Einheiten, so geht, wir uns darin vielleicht sogar ähneln. Genau dafür sind die ruhigeren Einheiten aber auch gut!

      Auf dass uns vieles davon nicht selbst widerfährt und wir mit Bodenhaftung dankbar bleiben! 😉

      Liebe Grüße Manfred

  6. Da hast du aber grade ein paar Päckchen zu tragen … hoffe dass sich alles schnell wieder (einigermaßen) beruhigt.
    Aber ja, klar, wer kennt das nicht. Sobald der Kopf plötzlich nichts mehr zu tun hat, fangen Probleme an rumzuspuken. Manche drehen und drehen sich und sind nicht lösbar (wie auch wenn man „nur“ empathischer Beobachter ist), aber zumindest von mir kann ich sagen, dass ich schon oft für sehr kniffelige Job-Themen auf der Laufstrecke simple und gute Antworten gefunden hab.
    Laufen ist auch ein wenig wie Meditation, wenn man sich darauf einlässt.

    1. Lieber Oliver,

      ja, momentan ist es ein bisschen was, 😉 das mir da so durch den Kopf schwirrt!

      Mal sehen welches dieser Themen sich am schnellsten beruhigt … und ob mich das alles noch länger beschäftigt.

      Unterwegs kommen mir bei manchen Problemen so viel Gedanken, dass ich dann resümiere, so einfach ist es nicht zu lösen, aber auch, mit ein bisschen mehr Einsicht und Kooperationsbereitschaft ließe sich dies oder das schneller lösen. Allerdings muss nan unterwegs auch nur mit sich selber disputieren!

      Meditieren kann ich bei ruhigen Einheiten eigentlich ganz gut.

      Liebe Grüße Manfred

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