magisch, oder?

Von in 2019, mal was anderes 10 Kommentare ,

Im 2. Versuch hat er es gepackt!

Schon 2018 hatte Eliud Kipchoge versucht die 2-Stunden-Marke im Marathon zu knacken. Zu beweisen war, ob ein Mensch das überhaupt zu leisten imstande ist! Letztes Jahr hatte sich Nike dieses Unterfangen angeblich 30 Millionen kosten lassen … und Eliud war mit einer 2:00:25 gescheitert!

Dieses Jahr war es bestimmt nicht günstiger! 😳 Ineos, der diesjährige Sponsor, hatte keine Kosten und Mühen gescheut, das Ereignis im Vorfeld super penibel vorzubereiten. Da wurden in Wien sogar Straßenabschnitte neu geteert. 🙄

Jetzt wird in der Szene und auch anderswo natürlich wieder heftig diskutiert: das war ja kein echter Marathon, bei 41 Helfershelfern und Pacemaker-Car, das grüne Linien auf die Straße projizierte, um das Einhalten des korrekten Tempos zu erleichtern. … und dann dieser Sponsor! 🙄

Boah, eh!

Zur Kritik, dass das ja kein echter Marathon war, möchte ich Arne Gabius (deutscher Rekordhalter) recht geben: „Eliud ist die Strecke gelaufen. Nicht … vorwärts gepustet, nicht bergab. … Er ist einen richtigen Marathon auf einer öffentlichen Straße gelaufen.“  (Interview in der Zeit online)

Über den Sponsor kann man natürlich trefflich streiten. Da sagt auch Arne Gabius, dass man nicht schönreden kann, dass das eine der schmutzigsten Firmen der Welt ist. … und warum macht das dieser Konzern? – Natürlich will er einen Imagetransfer, möchte dass er vom Glanz und Glamour des Sports profitiert.

Über Ineos kann man gerne zu Felde ziehen, aber von der Lauftechnik eines Eliud Kipchoge darf man gerne begeistert sein … wie der über den Asphalt fliegt … mit einer extrem kurzen Bodenkontaktzeit! – Einfach TOLL!

… und wer sich diese super Lauftechnik mal begeistert zu Gemüte führen will, kann den Link anklicken und es sich bei Youtube mal ansehen! 😉   (Die letzten 20 Sekunden zeigen es besonders gut!)

10 Kommentare

  1. Volker |

    Lieber Manfred,

    ich kann mich von den Hype nicht so ganz anstecken lassen. Das Kipchoge ein herausragender Läufer mit brillianter Lauftechnik ist, steht außer Frage und die läuferische Leistung ist grandios. Ob man allerdings so einen gewaltigen Aufriss mit zweifelhaften Sponsor betreiben muß ist für mich schon die Frage. Also ich hätte durchaus darauf warten können, dass die zwei Stunden irgendwann einmal unter realen Marathonbedingungen fallen 🙂 Und wenn nicht, dann nicht.

    Wenn man sich die Sache aus finanzieller Sicht allerdings schön rechnen will: Im Vergleich zu den Summen, mit denen im Profifußball um sich geschmissen wird, war das ganze sicher ein absoluter Schnapper und Kipchoge seinen Anteil daran definitiv zu gönnen.

    Nun wartet sowieso alles darauf, dass der Rekord auch während eines normalen Marathons fällt, weil was soll sonst noch kommen? Eine weitere magische Grenze beim Marathon ist danach nicht mehr in Sicht.

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,

      du musst dich ja auch nicht anstecken lassen … nicht, dass du noch krank wirst! 😆
      Während E. Kipchoge seinen „Wahnsinns-Marathon“ in Wien lief, habe ich eh etwas ganz anderes gemacht und mir erst gegen Mittag eine Kurzfassung auf Youtube angesehen! – E. Kipchoge ist sicherlich finanziell nicht sooo gesegnet, wie die Top-Profis anderer Sportarten, aber ausgesorgt hat er allemal … und die Pacemaker haben sicherlich auch sehr gut abgesahnt! 😳

      Interessant wird es, das im realen Marathon zu erleben … hoffentlich (einigermaßen) sauber! – Danach wird es eher wieder spannend, wenn die Top-Läufer sich „batteln“ und gute Wettkämpfe liefern!

      LG Manfred

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  2. Elke |

    Lieber Manfred,
    wir haben den ganzen Lauf gebannt live verfolgt. Nun ja, man mag die Bedingungen diskutieren, aber dann müsste man auch ansprechen, dass offizielle Rekorde ja auch in der Regel mithilfe von Pacemakern zustande kommen. Ich sage mir, schlussendlich musste Kipchoge die 42,195 km auf eigenen Beinen zurücklegen.
    Wohl fiel mir auf, wieviele Sekunden er noch auf den letzten Metern allein herauslief und dass da im Ziel so gut wie keine Erschöpfung zu erkennen war. Da sieht man manche, die an ihre Grenzen gingen, in ganz anderem Zustand. Ich hoffe, dass da nicht noch eines Tages herauskommt, dass es zum Einsatz gewisser Substanzen kam. Außer seinem von dir und mir geschätztem Gel, aber das ist ja kein verbotenes Mittel 🙂
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,
      ja, es hängt ein bisschen in einer Schräglage! Nur weil er es alleine und unter idealen Verhältnissen gelaufen ist, war es ja doch ein echter Marathon. Stundenrekorde bei Rad-Profis zählen ja auch, wenn sie in einem Oval gefahren werden! – Aber Frauenrekorde zählen auch nur, wenn die Rekorde in reinen Frauenläufen aufgestellt werden. Deswegen hatte die 2:15 von P. Radcliffe auch immer ein Sternchen! 🙄 … Die Zeit ist aber auch Geschichte! 😳

      Von den Gels hat er wahrscheinlich einige genommen, die wirken doch toll, oder! 😉 – Habe gestern aber einen befreundeten Läufer gesprochen, der den Inhalt jetzt beim Berlin-Marathon sofort ausgespuckt hat, weil es eklig geschmeckt hätte. Kann ich nicht verstehen!
      LG Manfred

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  3. ultraistgut |

    Lieber Manfred, natürlich ist Kipchoge den Marathon sensationell schnell und in einem unvergleichbaren, fantastischen Laufstil geflogen, auch wenn Sponsoren viel Geld locker machten, um ihn das Fliegen zu erleichtern. Gelaufen ist letztendlich er alleine – und wie schön und schier unglaublich für mich !

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,
      da ich, auch durch meinen Unterricht, in Bewegungsbeobachtung recht gut geschult bin, genieße ich sportliche Leistungen, die technisch schön zustande gekommen sind! … und wenn dann jemand so toll über den Asphalt fliegt, dann gönne ich ihm auch die 2,50 €, die er sich dadurch verdient! 😛
      LG Manfred

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  4. Helge Orlt |

    Lieber Manfred,
    also ich bin zwar kein großer Fan solcher „künstlichen“ Rekorde, aber in einer Sache muss ich dir (und Arne) Recht geben: Der ist die ganze Strecke selbst gelaufen. Und es ist ja nicht so, als ob er uns beweisen müsste, das er schnell laufen kann 😆
    Das weiß man ja.
    Aber wahrscheinlich würde fast jeder seinen eigenen Rekord um ein paar Minuten verbessern, wenn er immer einen Pacemaker und Windbreaker vor sich hätte, die ideale Linie auf der Straße hätte und dann auch noch perfekte Straßen.
    Insofern ist es absolut in Ordnung, das das kein offizieller Rekord ist.
    Warum man das jetzt unbedingt mit einem solchen Sponsor machen muss, ist mir allerdings unklar.
    Also ich hatte keinen Sponsor für meinen Marathon Start am Sonntag.
    Und keine Pacemaker.
    Es gab sogar Kopfsteinpflaster-Stücke auf der Straße 😯
    Kein Wunder das ich den Weltrekord um mehr als 2 Stunden verpasst habe 🙄
    😆
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Manfred |

      Liebe Helge,
      also 3 – 5 € hätte ich auch noch locker machen können, für ein Sponsoring für dich! 😛 Ob dich das aber für einen Weltrekord motiviert hätte??? 😆 – Jetzt haste schon Köln „vorgezogen“ und doch war nicht alles schöner, glatter Asphalt … gemein! 😉
      Da es in anderen Sportarten nicht ganz so streng zugeht, hätte ich auch keine Schwierigkeit damit, es als Weltrekord anzuerkennen, da die sportliche Leistung ja da war! – Gerade dieser Sponsor hat ja guten Grund sein Image aufzubessern und da erhofft er sich einiges durch die Popularität des Marathonlaufens … und die Stadt Wien hätte sicherlich nicht extra für einen Eliud Kipchoge neue Straßenabschnitte geteert. … und wenn ein Pacemaker vielleicht schon ? sechsstellige ? Beträge kostet, dann braucht es schon viel Geld solch ein Event zu organisieren!
      Ob allerdings ein „Normalo“ mit Pacemakern umgehen könnte, wage ich zu bezweifeln, da es sehr schwer ist, dann nicht zu überziehen! Sein „Höchst-Tempo“ zu finden und durchhalten zu können, ist ja schon eine große Kunst! 🙂
      LG Manfred

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  5. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    seine Laufleistung steht für mich außer Frage. Allerdings hat mich sein Weltrekordlauf in Berlin mehr beeindruckt, weil er den wirklich alleine unter den Bedingungen gelaufen ist, wie sie auch für alle anderen Läufer gegolten haben. 🙂

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    • Manfred |

      Liebe Doris,
      natürlich war der 18er Berlin-Marathon ne andere Nummer. (Aber auch der 19er für K. Bekele.) 2018 ist E. Kipchoge ja „zum Schluss“ viel länger alleine gen Ziel getobt. Insofern glaube ich auch nicht an die pessimistischen „Propheten“, die behaupten, dass eine sportliche Disziplin langweilig wird, sobald ein Rekord nicht mehr zu verbessern ist! Es gibt doch so interessante Wettkämpfe ohne Rekorde!
      Mich begeistert aber alleine schon die fantastische Lauftechnik, die spielerische „Leichtigkeit“!
      LG Manfred

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