Exer….. was?

Bis vor Kurzem kannte ich das auch noch nicht. Gestolpert bin ich erstmals über den Begriff durch die Ankündigung der Themen des 31. Darmstädter Sportforums dieses Jahr. Meine Erstreaktion war: was hat das mit Sport zu tun? Intuitiv ging ich bzgl. des Begriffs in die richtige Richtung. Er ist aus zwei anderen Wörtern zusammen gesetzt: exercise und games.

Gemeint sind die Computer- und Konsolenspiele, bei denen ich durch körperliche Bewegung vor einem Bildschirm (welcher Art auch immer) quasi interaktiv beteiligt bin.

Warum ich aber vor einem Monitor sportliche Bewegungen ausführen und dabei auch noch Spaß haben sollte, hat sich mir eh noch nie erschlossen. Vielleicht bin ich dafür einfach schon zu alt und ein digital nativ bin ich auch nicht. Ganz ordentliche digitale Kenntnisse hab ich ja: in den 70ern eine Programmiersprache gelernt, in den 90ern PCs auseinander und zusammen gebaut und früh mit dem Internet angefangen … aber „Sport“ vor nem Monitor?

Seit gestern weiß ich ein bisschen mehr über das Thema. Ganz ohne Wirkung sind sie nicht, diese Exergames. Untersucht wurden sportmotorische Fähigkeiten, wie Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht. Wirklich verbessert haben sich Personen, deren motorisches „Niveau“ nicht (mehr) auf der Höhe ist. Dazu gehören z. B. Adipöse, Senioren und auch dem Sport sehr ablehnend gegenüber stehende Personen. Bei gesunden Kontrollpersonen blieb die Untersuchung ohne Ergebnis.

Ernüchternd aber sind die Ergebnisse zu den Langzeitwirkungen des Enjoyments. Abgesehen von denjenigen, die ordentlich Geld mit all den Spielen verdienen, hat es auch Pädagogen gegeben, die solche Spiele befürworten. Wichtig sei es in die Erlebniswelt der Kinder „einzudringen“, um sie für mehr Bewegung zu begeistern. So wurden 11jährigen solche Exergames kostenfrei zur Verfügung gestellt. Natürlich waren sie anfangs begeistert. Langfristig gesehen ist ihre Begeisterung zurück gegangen, zu einer Steigerung ihrer physischen Aktivität haben diese Spiele aber nicht beigetragen! – Für mich bleibt festzuhalten, dass diese Spiele eine interessante Erweiterung der Spielewelt darstellen, aber Effekte eher im rehabilitiven, oder therapeutischen Bereich haben.

… und für uns Läufer?

Es gibt auch Spiele durch die ich zum Joggen animiert werden soll.
Aber wem macht es denn Spaß „gegen“ einen Monitor zu laufen,
wenn ich noch nicht einmal ein Laufband unter den Füßen habe
und Frischluft, sowie Natur Mangelware sind?

6 thoughts on “Exergames”

  1. Lieber Manfred,

    wer im realen Leben nicht mehr zurecht kommt, weil er nur noch den Blick aufs Smartphone, auf Computerspiele und den Fernseher kennt, für den ist das vielleicht die Chance doch noch zu etwas Bewegung zu kommen 😉

    Viel Sinn und vorallem Hoffnung sehe ich da aber auch nicht drin.

    Wir sind wohl tatsächlich schon zu alt, weil wir uns ganz altmodisch zum Sport an die frische Luft begeben 😆

    Liebe Grüße
    Volker

    1. Lieber Volker,
      ja, vielleicht haben manche die Chance auf mehr Bewegung? – Leider konnten die Untersuchungen noch nicht einmal das für alle Testgruppen bestätigen. – Es ist wohl ne Zeiterscheinung, aber irgendwie traurig. 😥
      Vielleicht kann ich wenigstens ein paar Schüler motivieren über den Schulsport hinaus noch ein bisschen zu bewegen. Möglicherweise schreckt aber andere meine Begeisterung für Bewegung ab?
      … und draußen ist so tolles Wetter zum Laufen, aber erst heute abend werde ich dazu kommen.
      LG Manfred

  2. Lieber Manfred,
    ich schließe mich euch an: wir sind zu alt für diesen Quatsch 😆
    Ich mache Sport um an der Luft zu sein, um die Natur zu erleben und um mit anderen Spaß zu haben. Virtuell ist nicht mein Ding. Und das, obwohl ich Programmiererin bin 🙂
    Die Realität bietet so viel schönes, warum sollten wir uns in virtuelle Welten begeben?
    Liebe Grüße
    Helge

  3. Moin zusammen,
    ich stimme Volker zu. Ich habe Kollegen die sich durch einen Schrittzähle am Armgelenk mehr bewegen………ich sehe das auch kritisch, die Leute die nur noch aufs Smartphone schauen, im Auto sitzen.

    Wobei ich als Jugendlicher eine Phase hatte und extrem viele Spiele am C64 und späteren Amiga gespielt habe. Und trotzdem mein Fußball- und später Leichtathletiktraining gemacht habe.

    Für manche ist es vielleicht ein Zugang zum Sport.

    VG
    Daniel

    1. Lieber Daniel,
      wer sich einen Schrittzähler anschafft und dann auch noch anlegt, hat wenigstens schon mal einen Grund, oder ein bisschen nachgedacht. Bei den Exergames geht es eher darum, junge Leute, oder Inaktive quasi indirekt zu „kaschen“. Zumindest in einer Studie mit 11jährigen konnte nicht nachgewiesen werden, dass sich diese Altersklasse zu mehr physischer Aktivität „hinreißen“ lässt. Natürlich heißt das nicht, dass dadurch „Hopfen und Malz“ verloren sind. 😉
      Wenn man virtuellen Sport auch als Sport bezeichnet, ist es für manche sicherlich auch ein Zugang zum Sport! 😆
      LG Manfred

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