Robert Lembke in Ehren, aber ich meine nicht das heitere Beruferaten, das wohl über 330 x von der ARD ausgestrahlt wurde. – long, long ago …

Hier geht es mir um meine Identifikation als Läufer:
An die für mich eigentlich sehr alte Fragestellung hat mich eine Bemerkung unserer trainingsbegeisterten Zwillingsmama Anna erinnert. Sie schrieb in einer Antwort auf einen Kommentar von Margitta: und endlich fühle ich mich wieder fast wie eine Läuferin

Das Thema ist für mich so alt, weil mir schon in den 80er-Jahren eine Frage danach gestellt wurde. Damals war ich mit meinem heutigen Chef bei einem Trainingslauf unterwegs. Ich glaube, dass Christian und ich noch Studenten waren. Beide recht trainingsbeflissen haben wir zum Teil relativ große Umfänge trainiert. Christians Umfänge waren wohl noch einen Ticken höher und sein Training noch spezifischer auf eine Marathonbestzeit hin ausgerichtet. Nach einigen sehr umfangreichen Trainingsmonaten hat er dann eine 2:34er-Zeit rausgehauen. – Ab und zu klappte es mal, dass wir gemeinsam loszogen. Dann, während eines Laufes fragte mich Christian fast aus heiterem Himmel: „Manfred, läufst du, oder bist du Läufer?“

Für mich war es damals gar keine Frage. Von daher beantwortete ich seine Frage fast wie aus der Pistole geschossen, mit: „Ich bin Läufer!“

Der Lauf-Virus hatte mich schon voll erfasst. Sehr oft richtete ich meinen Alltag nach der Lauferei aus. Obwohl ich Diplom-Sport in Mainz studierte und recht viele Praxiseinheiten zu absolvieren hatte, lief ich noch viele Trainingseinheiten zusätzlich. – In einem Semester traf ich mich regelmäßig donnerstags mit einem etwas schnelleren Läufer. Wir liefen gemeinsam zum Gonsenheimer Wald, rannten die abgemessene und beschilderte 10-km-Strecke, um uns anschließend wieder auf den Weg zur Uni zu machen. Hin- und Rückweg wurde so gestaltet, dass exakt 20 Kilometer raussprangen. Die Zeiten bewegten sich regelmäßig zwischen 77 und 79 Minuten, obwohl die Strecke profiliert war. Die Umfänge gingen sehr häufig an die 100 Kilometer pro Woche ran und manchmal auch darüber hinaus.

Wenn das keiner war, der sich als Läufer mit Leib und Seele bezeichnen durfte? 😉
… und heute?

In meinem Kommentar schrieb ich Anna: „Schön … dass du dich bald wieder so richtig als Läuferin fühlen kannst. Da biste mir voraus.“ – Ist sie mir wirklich voraus, fühle ich mich nicht mehr als Läufer? – Wahrscheinlich stimmt das gar nicht, aber ich fühle mich wie ein (Renn-) Pferd, dass momentan den Stall nicht verlassen darf!

Wie geht es dir mit der Frage von Christian?
Läufst du (nur), oder bist du Läufer/in (Triathlet/in)?

10 thoughts on “Was bin ich?”

  1. Hallo Manfred,
    ich bin Triathlet! Keine Frage. Auch wenn es gerade ruhiger ist. Und weniger trainiert wird.
    Es ist doch eine Frage, was du im Herzen bist 🙂
    Und eine Pause, oder Verletzung oder andere Umstände ändern das doch nicht.
    Liebe Grüße

    1. Liebe Helge,
      darauf läuft es hinaus.
      Es ist unsere Leidenschaft und wir machen es von Herzen!
      Auf dass wir es noch lange ausüben können! 😉
      LG Manfred

  2. Lieber Manfred, diese Frage stellt sich für mich keine einzige Sekunde, ich bin Läuferin von Kopf bis Fuß und von Fuß bis zum Kopf, kurz gesagt, mein Name ist LÄUFERIN.

    Auch während der relativ wenigen „Aussetzer “ in den vergangenen fast 38 Jahren habe ich niemals daran gezweifelt, Läuferin aus Leib und Seele zu sein – und mein Wunsch – logisch ! – es immer zu bleiben – sozusagen von der Piste in die Kiste – und dann noch da oben läuferisch eine neue Welt zu entdecken ! 😉

    Und du bist auch einer davon – Leib und Seele !!!! Auch wenn du zeitweise außer Gefecht gesetzt warst und/oder bist, daran zweifle ich keine Sekunde.

    Sag‘ ich doch – das Leben ist laufenswert – und jeden Tag gibt es “ Frischlinge “ 😉

    1. Liebe LÄUFERIN Margitta, 😉
      das ist ja ein Stück weit der Grund, warum mir die Gedanken zu diesem Beitrag kamen. Ich hatte ja aus einer „momentanen Laune“ heraus der Anna geschrieben, dass sie mit dem Gefühl bald wieder „richtige Läuferin“ zu sein, mir etwas voraus wäre. Aus diesem Kommentar heraus hab ich dann gedacht, dass das ja gar nicht stimmt!
      Ich bin ja auch schon 36 Jahre bei den langen Strecken und Läufer (Mittelstrecke) war ich vorher auch schon! – Ich werde auch weiter dran bleiben langsam wieder aufzubauen. Momentan blocken das eher die beruflichen Belastungen.
      Mit Geduld und …
      LG Manfred

  3. Lieber Manfred,

    ich mag mich da gar nicht auf so „Spitzfindigkeiten“ einlassen. Läufst du oder bist du ein Läufer? Wozu die Unterscheidung, wenn nicht nur fürs eigene Ego?

    Ich bezeichne mich als Läufer, weil mein Ego den Begriff Jogger als nicht würdig genug empfindet. Bin ich also ein Läufer? Oder laufe ich nur?

    Angesichtts meines Talents, meiner Laufumfänge und meiner Wettkampfteilnahmen bin ich sicherlich kein Läufer, aber ich laufe aus Leidenschaft, laufen ist mein Sport. Ja, ich gehe soweit zu sagen, dass ich das Laufen liebe.

    Deshalb bezeichne ich mich als Läufer. Ob ich mit der Definition richtig liege und ob ich es in den Augen anderer bin, ist mir dabei sch…egal 😉

    LG Volker

    1. Lieber Volker,
      natürlich ist so eine Frage irgendwie spitzfindig. Wenn ich da aber noch ein bisschen dabei bleiben darf, dann bist auch du Läufer, weil du aus Leidenschaft läufst. Die Umfänge, die Meinung der anderen, oder dergleichen machen das ja wirklich nicht aus! 😉
      Wie ich auf das Wortspiel kam, habe ich ja erzählt. Es ist nichts, was mich wirklich beschäftigt, halt ein WortSPIEL. 😆
      LG Manfred

  4. Lieber Manfred,
    klar sind wir Läufer, auch wenn wir verletzungsbedingt eine Weile, oder auch länger, außer Gefecht sind.
    Trotzdem fühlt es sich als Läufer natürlich anders an, wenn man auch laufen kann… und dieses Gefühl hat mich gefehlt.
    Natürlich bist Du ein Läufer, keine Frage – und ich hoffe Du bekommst dieses schöne Gefühl bald wieder auch zu spüren!!
    Ganz liebe Grüße Anna

    1. Liebe Anna,
      ja, sicherlich war es ein momentanes Gefühl. Im Grunde genommen hat sich aber nur geändert, dass wir momentan zeitweise ausfallen, bzw. ausgefallen sind. Ich bin auch nach wie vor zuversichtlich, dass das vorübergehend ist. Da der November ein recht stressiger Monat bei uns ist, blockt das Berufliche auch noch mal etwas aus. 🙄
      Dir weiterhin eine aufsteigende Form!
      LG Manfred

  5. Lieber Manfred,
    ich habe mir die Frage selbst noch einmal vor 10 Jahren gestellt und festgestellt: Ja, ich bin Läufer! Das zu sein, gehört zu meiner Persönlichkeit. Nach etwas Verletzungspech im Jahr 2009 lauf ich nun mittlerweile seit Juni 2010 – nur von Erkältungen immer mal wieder einige Tage unterbrochen – alle zwei Tage, um für 5km oder 10km Volksläufe fit zu sein und in meiner Altersklasse weiter vorne mitlaufen zu können. Es ist ein wunderbarer Ausgleich und die Wettkämpfe machen einen Riesenspaß (diese wunderbaren Endorphine nach Maximaleinsatz). Laufen ist für meine Kraftquelle, mich fit und leistungsfähig zu fühlen.

    1. Lieber Christian,
      ja, es gehört zu uns, die Lauferei!
      Erhalten wir uns auch 2017 diese Kraftquelle und den Spaß beim Ausüben dieses wunderschönen Hobbys!
      Ich hoffe, dass du gut ins neue Jahr 2017 starten konntest! – Alles Gute noch dafür und
      LG Manfred

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