Ihr habt doch bestimmt eine „Hausrunde“?

Auch wenn wir viele Variationsmöglichkeiten bei der Streckengestaltung unserer Läufe haben, so manche Runde würden wir als „Lieblingsrunde“ bezeichnen. Meist laufen wir diese Runde auch immer in die gleiche Richtung ab.

Habt ihr mal ganz bewusst eine Strecke, die ihr eigentlich immer in der gleichen Richtung ablauft, entgegen gesetzt begonnen?

Ich kenne Läufer, die das ganz bewusst gemacht und sich prompt verlaufen haben. Sie sind einfach falsch abgebogen. Da sieht der gewohnte Weg ganz anders aus. Ein sonst so markanter Baum ist nicht wieder zu erkennen. Eine Bank im Wald wird an anderer Stelle erwartet, oder eine knorrig hervorstehende Wurzel haben wir (so) noch nie gesehen. 😉

Ich finde es immer wieder spannend auch auf diese Weise Abwechslung in meinen Lauf- und Trainingsalltag zu bringen, die Perspektive zu wechseln. Es kann so „erfrischend“ sein, einfach mal einen anderen Blickwinkel „einzunehmen“!

Heute morgen habe ich das auf noch andere Weise mal „probiert“. Ich fuhr mit dem Rad zur Schule. Die Sonne lachte mir über die Schulter. Da zeigte sich die tolle Oktobersonne erst am letzten Tag von ihrer schönsten Seite. Mal verdeckten die Bäume am Wegrand die direkte Sicht auf die Sonne, mal blendete sie mich mit „voller Wucht“. Da habe ich angehalten und mal einen Versuch gemacht: an nur einem Baum wollte ich verschiedene Perspektiven abbilden. Aus einem gewissen Zeitmangel heraus sind jetzt nicht allzu unterschiedliche Ansichten heraus gekommen. Es sind auch keine fotografischen Meisterwerke geworden (mit dem Handy ja sowieso nicht). Vielleicht kommt aber ein bisschen rüber von dem, was ich ausdrücken will: einfach mal den Standort wechseln und seine Umgebung anders angucken. Auch bei nur leichtem Positionswechsel kann sich schon einiges ändern.

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Wie geht es dir damit?
Nimmst du auch mal solche „Positionswechsel“ vor, oder läufst du lieber „in den eingefahrenen Gleisen“?

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8 thoughts on “Perspektiven”

  1. Lieber Manfred,

    ja, meine Lieblingshausrunde bin ich durchaus schon einmal in die andere Runde gelaufen. Ich würde schätzen, dass so einer von 100 Läufen dort in die andere Richtung geht.

    Verlaufen kann ich mich dabei allerdings nicht. Dazu ist das Marschenland dann doch einfach zu übersichtlich 😉

    Schön, dass Du Dir kurz die Muße genommen hast, um auf dem Weg zur Arbeit den Augenblick zu genießen!

    Liebe Grüße
    Volker

    1. Lieber Volker,
      ich habe mich im Wald auch noch nicht verlaufen, wenn es auch einmal beinahe passiert wäre. Ich war zu sehr in Gedanken. Da kann das schon mal vorkommen. Mir geht es insgesamt ähnlich, wie dir, dass ich nämlich hauptsächlich in eine Richtung laufe.
      Ich konnte mir diesen Moment gönnen, da ich montags erst später anfange! 😎
      Da hetzt man auch nicht so mit dem Rad den Berg hoch! 😉
      Auf dass wir gesund den Herbst genießen können.
      LG Manfred

  2. Lieber Manfred, anfangs bin ich auch immer die gleichen Strecken in der gleichen Richtung gelaufen. Das war lange völlig ok, ging dann aber irgendwann soweit, dass ich mich unwohl fühlte entgegengesetzt zu laufen. Völlig bescheuert. Seitdem renne ich einfach los und entscheide spontan wo es hingeht. Macht erstens mehr Spaß und sorgt zweitens dafür nicht im „Halbschlaf-Modus“ die Hausstrecke runterzurasseln, sondern schön konzentriert bei der Sache zu bleiben.
    LG, Oliver

    1. Lieber Oliver,
      ja ja, in „jungen Jahren“ liefen wir eher in eingefahrenen Gleisen und jetzt als alte Hasen werden wir flexibel. 😆
      So ging es mir als ich mehr und mehr weg vom Asphalt und hin zu den richtig profilierten Strecken tendierte. Einfach raus und variieren, auch wenn dann immer bekannten Streckenabschnitte dabei sind.
      Auf gegen den „Halbschlaf-Modus“ immer schön kreativ bleiben! 😉
      LG Manfred

  3. Lieber Manfred,
    ja, ich laufe meine Lieblingsrunde in beiden Richtungen. Wobei das nicht ganz die Wahrheit ist. Laufen tue ich diese nur in eine Richtung, aber mit dem Rad fahre ich sie immer andersrum 🙂
    Und ganz genau, am Anfang war das sehr komisch. Aber inzwischen habe ich mich an die unterschiedlichen Perspektiven gewöhnt.
    Und sowas ist ja auch generell im Leben sehr hilfreich: wenn man bestimmte Dinge mal aus einer anderen Perspektive betrachtet. 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    1. Liebe Helge,
      ja genau, auch im „normalen“ Leben ist es oft sehr hilfreich mal die Perspektive zu wechseln. Das kann einem sogar die Augen für ganz neue Ansichten öffnen, oder zur Erweiterung des Denkens führen.
      Bleiben wir offen und kreativ!
      In dem Sinne und
      LG Manfred

  4. Lieber Manfred, als ich noch in der Pfalz lebte, hatten wir uns einmal im tiefen Wald so verlaufen, dass wir erst bei Dunkelheit wieder am Parkplatz ankamen, ich war stocksauer, weil meine Begleitung auf diesem Weg bestand. Wie auch immer, Schnee von vorgestern.

    Auch ich laufe immer wieder mal andere Wege,wie im richtigen Leben, allerdings sind sie hier begrenzt, aber das mindert meine Freude am Laufen und Experimentieren in keinster Weise !!

    1. Liebe Margitta,
      es ist ja auch kein Problem bestimmte Gewohnheiten beizubehalten. Aber du sprichst das richtige Wort aus: experimentieren!
      Ich denke schon, dass es wichtig ist, offen zu bleiben. Zumindest sollte wir uns darin immer wieder „fordern“, wenn wir nicht durch zu große Monotonie den Spaß am Laufen, oder sogar an einer wohltuenden Weltoffenheit verlieren wollen.
      Wenn nicht wirklich verlaufen, aber doch irgendwie verfranzt, haben wir uns doch alle schon mal, oder?!
      … aber heimgekommen sind wir auch alle wieder! 😉
      LG Manfred

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