Es heißt so schön: „Schuster bleib bei deinen Leisten!“ – Auf uns Läufer übertragen könnte ich formulieren: „Läufer bleib auf deinen Trails!“

Aber genau das kann ich ja momentan nicht. Ich kann ja noch nicht einmal spazieren gehen, es sei denn, ich wollte es mit Krücken tun.

 

Da ich aber fit werden will, nutze ich den Trainingsraum meines Physiotherapeuten. Wenn es auch viel schöner wäre im winterlichen Wald zu laufen,

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mache ich diese „staubtrockenen“ Übungen um voranzukommen.

Von Zeit zu Zeit stehen Belastungssteigerungen an. In der Regel ist auch eine Fachkraft vor Ort. Wenn aber abends keine Fachkraft im Studio ist? – – – Mir fehlt die Erfahrung bei der Einschätzung dieser Belastungssteigerung. Bisher habe ich doch immer Muckibuden gemieden!

Als ich gestern Abend ins Studio kam, waren nur jugendliche Flüchtlinge aus Eritrea dort. Auf Einladung des Physiotherapeut dürfen sie dort trainieren, soweit ich weiß ohne Bezahlung. Eine tolle Geste von Tobias Englert. Die Jugendlichen sollen aus dem Getto eines Flüchtlingsheimes kommen. In der Begegnung mit Einheimischen können sie ihre „Sprachkenntnisse“ gleich umsetzen lernen.

Nach dem Warmradeln bin ich also an meine wenigen Übungen gegangen. So schwierig kann es doch nicht sein, nur ein paar Kilos hochzugehen. Ich übe auch nicht an vielen Geräten, mache nicht viele Wiederholungen und auch nur je drei Serien …

… und doch war heute etwas anders. Immer wieder einmal pikste es „um das rechte Knie“. Jedes Mal, wenn ich mit meinem rechten Bein nicht ganz sauber abrollte, meldeten sich zwei verschiedene Stellen. Eine Rückmeldung, dass ich wohl etwas überlastet hatte. Jetzt mache ich doch gar nicht so viel … habe aber stark entwöhnte Muskeln!

Also bin ich um eine Erkenntnis reicher:
Ich kann nicht geduldig genug sein und muss sehr langsam aufbauen! Entwöhnte Muskeln brauchen wohl in meinem Alter noch einmal länger, um sich erneut an Belastungen zu gewöhnen.

Und doch setze ich es gerne um, denn nichts treibt mich zu überschnellem Eifer!

2 thoughts on “Schuster bleib bei …”

  1. Lieber Manfred, habe Geduld und Ausdauer, es lohnt sich, wie ich selbst erfahren habe, nur nicht gegen den Schmerz arbeiten.

    Kann mich auch erinnern, dass meine Waden ziemlich wabbelig waren, die Muskulatur zieht schnell von dannen, aber mit Geduld , Gelassenheit und angepasstem Training wird alles wieder gut – ganz sicher !

    1. Liebe Margitta,
      danke für den Zuspruch!
      Die Erfahrung, die ich Montag abend gemacht habe, resultierte noch nicht einmal aus einer Ungeduld heraus. Als (diplomierter) Sportlehrer kann man ja vieles im Sport einschätzen und auch beibringen. Trotzdem ist es schwierig, manches auf sich selbst zu übertragen.
      Aber wie ich geschrieben habe, werde ich in Zukunft noch ruhiger zu Werke gehen!
      Genieße deine Läufe im Flow!
      LG Manfred

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18. November 2016 6 Comments

… das ist doch mal ein Artikel, oder? Wie so oft freitags, habe ich meine Freunde im Läuferherz besucht. Heute hatten Abdel und Stephan zwei Handwerker im Haus, die immer wieder einmal deren

zarte Anfänge

31. Mai 2016 6 Comments

Nachdem ich am Sonntag faul war, weil ich auch irgendwie kein Gefühl für die Belastbarkeit meines Knies hatte, bin ich gestern wieder zum Lauftreff gefahren. Letzten Montag hatte ich ja in der Walking-Gruppe

passt das denn zusammen?

10. Oktober 2016 2 Comments

Grundsätzlich leben wir Läufer ja gesund, oder wir versuchen es zumindest. Wir wollen alleine schon unsere Gesundheit für unseren Sport erhalten. Vernünftig betrieben steigern wir unsere Gesundheit aber auch durch unseren Sport. Allerdings