Triple Bergsprint

Von in 2021 12 Kommentare , , , , ,

Da lief ich Mitte Juni an der Burg vorbei in Richtung Galgenbuche und kam an der nächsten Steigung nach dem Parkplatz mächtig ins Schnaufen, war ja noch nicht so fit. Kurz ist die Rampe, aber ordentlich steil. Oben an der Felsinghütte setzte ich mich auf deren Holzschwelle, um ein Gel zu lutschen und nutzte die Pause zum Verschnaufen. Beim Aufstehen fiel mir ein Plakat auf, das auf einen virtuellen Bergsprint hinwies.

Um es nicht zu vergessen, schaute ich Zuhause gleich nach. Das Bild vom Plakat hatte ich leider nicht gespeichert. Ein Physiotherapeut aus Nieder-Beerbach, Mühltal Odenwald, warb für einen Frankenstein Triple Bergsprint. – Sprints sind nicht so meins, aber ich suchte Herausforderungen, um wieder fit zu werden. Warum mich nicht neben dem Lilien Lauf, an dem ich damals teilnahm, auch für den Bergsprint melden. Bis Ende August war genug Zeit 3 x von Nieder-Beerbach aus zur Burg hochzurennen, um in die Wertung zu kommen.

Ich überwies 5 € (teures Unterfangen 😛 ) und schaute mir die Strecke am 23. Juni an. Recht mutig fuhr ich mit dem Rad zur Himmelsleiter hoch, unterhalb der Burg, und lief mich von oben kommend auf der Strecke warm.

       

Neblig war es und brutal anstrengend. Ich bewundere die Disziplin von Läufern, wie Catrina, die auf die Bahn gehen und Tempo-Training machen … und jetzt mache ich sowas! Für die 1520 m mit 160 hm brauchte ich 12:59 Min. Ernüchtert, ob der Anstrengung und der Endzeit, fuhr ich mit dem Rad zurück.

 

Bevor ich weiter erzähle, zeige ich erst einmal ein paar Bilder von der Strecke:
Los geht es auf der Hauptstraße in Nieder-Beerbach (Mühltal) vor einem Gewerbepark. Bei der Bushaltestelle hängt ein Plakat als „Startlinie“! Unmittelbar danach muss man in den Burgweg nach links abbiegen.

 

Es fängt fast moderat an, auch wenn es auf dem Bild zu harmlos aussieht! Schon in der Siedlung in einer langgezogenen Linkskurve nimmt die Steigung zu. Dann flacht es erst minimal ab, um nach einer Rechtskurve hinter einem Holzschuppen so richtig zu fordern!

 

Nur kurz danach, es geht nach links, endet nämlich der asphaltierte Abschnitt und ein steiler Wanderweg mit fieser Schotterauflage beginnt. Kleine Kiesel erschweren den Vortrieb, als wenn die Steigung alleine nicht schon anstrengend genug wäre. 😛

 

Das Bild der nächsten Linkskurve demonstriert diese fiese Schotterauflage. Bald geht es aber in den Wald und wenigstens der Untergrund wird griffiger. – … und wenn ich anfangs unsicher war, spätestens hier wusste ich, die Beschilderung ist gut und ausreichend!

   

Nur die Anstiege werden nicht harmloser. Vor dieser Rechtskurve bin ich beim Testlauf sogar ein paar Schritte gegangen, gut da lag ein kleiner Baum quer. Den hätte ich aber überspringen können. Bald folgt eine Linkskurve, die einzige Serpentine auf der Strecke.

   

… und wer hier schon fast „blau“ ist, der kann auf dem folgenden Geradeausstück etwas zu Atem kommen! 😛 Dann geht es nach rechts, um sofort wieder nach links zu führen.

Die vorletzte Herausforderung, die Himmelsleiter, erwartet den Läufer! 😆 Die ersten Stufen gehen auf jeden Fall noch im Laufschritt, aber es zieht sich ordentlich hin, also nicht zu ungestüm sein, weil das Ende naht. 😆

 

Zudem sind die Stufen sehr unterschiedlich gestaltet, ein rhythmisches Laufen ist nicht möglich.

 

Die Steigung nimmt danach geringfügig ab, der Weg wird zu einem schmalen Trail und endlich werden die letzten 100 m angekündigt. Aber Vorsicht, nicht frohlocken, noch ist das Ziel nicht erreicht! 😳

   

Denn wer sich keine Körner aufgespart hat, muss spätestens im letzten Stück des Trails ein paar Schritte gehen! Die Steigung nimmt noch einmal so richtig „Fahrt auf“, ein paar Wurzeln sind zu beachten, dann geht es aber in die erlösende letzte Linkskurve und

   

die Ziellinie erscheint in Form einer weiß markierten Wurzel. – Ursprünglich stand direkt daneben ein Baum, an dem das Zielplakat hing. Er wurde leider gefällt, der Hinweis hängt jetzt gegenüber.

Nach dem Testlauf dachte ich mir: „Schön blöd, was haste dir dabei gedacht?“- Da ich aber nicht dafür bekannt bin aufzugeben, oder eine Sache hinzuschmeißen, 😛 habe ich mich dem Sprint noch so einige Male gestellt.

Vorher ging es aber erst einmal in den wohlverdienten Urlaub. Unsere Wanderwoche in der Umgebung von Oberhof läutete unser beider Freiheit ein! 😆

Am 4. August stellte ich mich wieder der Herausforderung Bergsprint, gleich doppelt. Früh morgens und spätnachmittags, wollte doch möglichst bald mit 3 Läufen in der Wertung sein. – Ich wusste nicht, was kommt und wie oft ich Lust habe, dort hoch zu asten! 😛


am 4. August 2 x exakt die gleiche Zeit

Ab diesem Tag war ich in der Liste und konnte in meiner AK (M60 – 10jahreswertung) einen munteren Wettkampf um die Plätze verfolgen. Es ging hin und her, ich ließ mich anstacheln, mein Ehrgeiz war geweckt … und mit jedem weiteren Lauf konnte ich meine Gesamtzeit (3 Sprints) verbessern!

Nur verstehe ich meine Uhr nicht. Hatte sie auch das Gefühl, dass es länger war? – Im Schnitt 10,5 % können reinziehen, vor allem, wenn man läuft, als ginge es um alles! 😛 – Mit dem 6. Sprint wollte ich die Sache beenden, las aber vorgestern von einer Verbesserung des Zweiten. Meine Zeit war nicht direkt gefährdet, aber wenn er doch noch mal antritt und einen super Lauf hinlegt?! 😳 So bin ich gestern ein letztes Mal nach Nieder-Beerbach gefahren, habe damit 7 Sprints zu stehen und konnte meine Gesamtzeit auf 33:58 Min. drücken!

Mit einem erfreulichen AK-Ergebnis für mich:


Auszugsweise wiedergegeben (s. Ergebnisliste)

Kurzprotokoll:
23.06. – 12:59 Min. – anstrengender Testlauf
04.08. – 12:05 Min. – frühmorgens
04.08. – 12:05 Min. – spätnachmittags
16.08. – 11:25 Min. – geht doch!
25.08. – 11:38 Min. – ich dachte ich krach ab, anstrengender als beim 1. Lauf
29.08. – 11:09 Min. – im Nebel konnte ich so laut stöhnen, wie ich wollte! 😛
31.08. – 11:24 Min. – anfangs gut, dann Belastungen der Vortage gespürt

Resümierend kann ich sagen, dass mir der 4. Lauf am leichtesten fiel, wenn man das von solchen Einsätzen sagen kann. Am schwersten war der 5. Sprint, auch der 6. wurde oben sehr schwer, obwohl ich im unteren Abschnitt noch locker los bin. Der 7. Lauf ging wieder gut los, nur in der oberen Hälfte merkte ich die Belastungen der beiden Vortage.

Jetzt kann ich zum Glück einen Haken setzen, so schnell werde ich mich wahrscheinlich nicht mehr dieser Hatz unterziehen, wohlwissend, dass mir dann ein Tempo- und auch ein Trainingsanreiz fehlen wird.

  • Hättest du das gemacht, oder lässt dich ein solcher Anreiz kalt? Es ging um die AK! 😆

12 Kommentare

  1. Catrina |

    Lieber Manfred
    Was für eine tolle Idee! Natürlich hätte ich da sofort mitgemacht! Und wie du, hätte ich auch mehrere Sprints gemacht um danach die Top 3 herauszufiltern.

    Das hast du super gemacht. Das sind SEHR viele Höhenmeter für die kurze Strecke – die sich wahrscheinlich viel länger als 1.5km anfühlt. Auf den Eigertrail umgerechnet wären es über 1’100m mehr Höhenmeter als wir gemacht haben.
    Gratuliere zum 1. Platz in deiner AK! Interessant, wie du dich stetig verbessern konntest. Da siehst du, dass du auf dem Weg zur „Topfitness“ bist.
    Übrigens finde ich es ganz toll, dass da noch zwei Ü80 mitgemacht haben. Chapeau!

    Liebe Grüsse aus dem bedeckten Mölln!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      ja, deswegen musste ich auch mitmachen! 😉 Mehrere Sprints, zumal sie ja auch einen gewissen Tempo-Trainingseffekt haben. Nur für einen echten Krafttrainingseffekt waren sie zu kurz, die Höhenmeter zu wenige und die eigentliche Höhe hat auch gefehlt. Aber ich hatte wenigstens einen Fortschritt auf dieser Strecke verzeichnet. 🙂

      Du hättest da richtig gut abgeschnitten! 👍

      Danke dir, nur zu den langen Strecken ist noch ein sehr weiter Weg.

      Die alten Teilnehmer haben mich auch begeistert. Wäre doch schön, in dem Alter auch noch so fit zu sein!

      Aus dem nächtlichen Darmstadt
      LG Manfred

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  2. Oliver |

    Das sind so die kleinen Dinge an die man sich festbeißt, lieber Manfred 🙂 Vermutlich würde ich auch bei so einer kleinen lokalen Sache mitmachen und vermutlich auch nicht lockerlassen bis da eine Zahl steht die mir wenigstens einigermaßen gefällt. Bei den größeren Sportportalen nennen die sowas „Segment“, glaub ich, sich auf einer kurzen (oder auch längeren) Strecke mit anderen immer wieder um Bestzeiten rennen.
    Aber schön grün alles und fetter Nebel für „Hochsommer“, bis auf den Straßenanteil eine echt schöne Strecke (hab mir auch das Video auf der Webseite noch angeschaut). Gut gemacht und LG, Oliver

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    • Manfred |

      Lieber Oliver,

      richtig, so ein bisschen hatte ich mich da ‚festgebissen‘. – Ich denke auch, dass du drangeblieben wärst … wenn man schon mal angemeldet ist! 😉

      Es gibt wohl viele Angebote und Variationen. Bisher hatte es mich nicht so interessiert, aber mit den Höhenmetern so ganz in der Nähe. Vielleicht entsteht ja ein neues Format, auch mit dem ‚Berglauf-Cup‘?

      Es hatte ein paar Mal Nebel gegeben und insgesamt war es recht feucht hier für’n August. Deswegen sicherlich auch die schöne, grüne Natur.

      Das Video wird für mich etwas zu schnell wiedergegeben, daher meine vielen Bilder. … und du hast recht, noch reizvoller wäre die Strecke, wenn sie schneller aus der Siedlung rausführen würde und weniger Asphaltanteile hätte.

      Danke dir und
      LG Manfred

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  3. Elke |

    Lieber Manfred,
    auch das wieder so eine witzige kreative Idee eines Wettkampfs! Alle auf einmal irgendwo losrennen ist ja dagegen langweilig. Aber dieses virtuelle Ringen mit anderen ist ganz was anderes. Könnte mich auch reizen. und 1,5 km ist ja auch noch halbwegs erträglich, man weiß, die Qual ist übersichtlich. Auch wenn sie sicher arg da ist! Allein schon diese Himmelsleiter mit den unregelmäßigen Tritten, gemein, gemein. Aber für dich doch eine Challenge wie gemacht!
    Glückwunsch, super geschlagen und prima gesteigert!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      danke dir! 🙂

      Ich glaube, dass ich es auch gemacht habe, weil es so kurz und die ‚Hatz‘ überschaubar war. Längere Läufe gingen noch nicht auf Tempo und im Vergleich.

      Die Idee ist auf jeden Fall gut und vielleicht wird auch aus dem Berglauf-Cup etwas, indem vielleicht noch der eine oder andere ‚Sprint‘ dazu kommt. Ob ich allerdings für eine so kurze Strecke z. B. extra in den Taunus fahren würde, bezweifel ich.

      Die Himmelsleiter ist schon fies, vor allem so am Ende, Da nutzt es auch nix, dass man sie schon x-mal gelaufen ist.

      Also vielen Dank und
      LG Manfred

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  4. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    eine nette Idee! So hat jede und jeder die Möglichkeit, eine Zeitlang diese Strecke unter die Füsse zu nehmen und sich zu verbessern. Toll finde ich, dass man sie nicht am Stück dreimal laufen muss, sondern sich auch Zeit lassen kann, wenn man will. 🙂
    Hut ab, dass du mitgelaufen bist! Ich gratuliere die zu deinem super Ergebnis! 😀

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    • Manfred |

      Liebe Doris,

      vielen Dank dir!

      Ich hatte mich ja angemeldet, ohne die Strecke vom Osten her zu kennen. 1520 m hörten sich nicht soo lange an, aber die können reinziehen, deshalb war es gut, es aufteilen zu können.

      Muss mal Stefanie Hock fragen, ob sie mehrere am Stück gelaufen ist. Im Vorfeld hatte ich sie getroffen und im Gespräch so verstanden. Wäre mir ne Spur zu viel! 😛

      Dieses Event bleibt hoffentlich erhalten.

      LG Manfred

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  5. ultraistgut |

    Ach ja, da sind sie die Rentner, die mehr aus sich herauslocken möchten, der Ehrgeiz erweckt – und – wie man lesen kann – hat es sich gelohnt !! Bravissimo !! Das steigert das läuferische Selbstbewusst sein. Du wirst noch groß rauskommen in deiner AK !! Es sei dir von Herzen gegönnt !!

    Zu deiner Frage: ja, es lässt mich kalt, war noch nie der Ehrgeiztyp, der unbedingt schneller laufen wollte, wenn schon, lang, länger. am längsten, wobei mich die vermeintliche Konkurrenz nie interessierte. Dennoch war ich froh, wenn ich in meiner AK oft genug auf dem Treppchen stand – einfach so.

    Du siehst, wir sprachen schon oft genug davon, wie unterschiedlich wir ticken, umso schöner ist es, von anderen zu lesen.

    In diesem Sinne, lieber Manfred, en avant !!

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      naja, es sind noch nicht alle Rentner, da die AK ab 60 los ging, also eine ’10-Jahresgruppe‘ war. Aber 4 Läufer der AK haben sich schon ins Zeug gelegt.

      Auch wenn es anstrengend war, aber es bringt schon einiges für eine läuferische Grundfitness, an der ich ja wieder arbeite und für die ich Anreize gesucht habe. – … und lang und länger muss auch nicht das ‚Wettkämpfen‘ verhindern.

      Dich hat vielleicht die Konkurrenz ‚kalt‘ gelassen, aber Ehrgeiz hattest du doch, du wolltest doch immer erfolgreich sein, sprich ins Ziel kommen! 😉

      Danke für die Beantwortung der Frage unabhängig von unser Unterschiedlichkeit.

      An die See
      LG Manfred

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  6. nido00 |

    Lieber Manfred,
    das hätte mich sicher auch gereizt. (Komisch eigentlich, die Segmente auf Strava lassen mich kalt, aber hier so richtig mit Einschreibung und abgegrenzter Zeit, nett.)
    Herzlichen Glückwunsch zum AK-Gewinn. Es geht wie zu sehen, tatsächlich gut aufwärts mit deiner Fitness!
    Liebe Grüße.

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Roni,

      vielen Dank dir! – Mein Ehrgeiz war dann doch geweckt worden! 🙂

      … und es war reizvoll, obwohl es für mich sehr kurz war. Aber da ich quasi erst am Anfang eines neuen Aufbau-„Trainings“ war und ein paar Tempoeinheiten gut tun, habe ich es dann doch ganz gerne mitgenommen. Jetzt hoffe ich sogar, dass das Format erhalten bleibt und werde nächstes Jahr wieder danach Ausschau halten.

      Mit meiner Fitness darf es gerne noch mehr aufwärts gehen. Momentan aber komme ich weiterhin peu à peu voran! 😉

      LG Manfred

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