weiß gleich grün

Von in 2022 10 Kommentare ,

Seit Kurzem wohnt die Familie eines Neffen in einem kleinen Ort des vorderen Odenwaldes. Da noch viel zu tun ist, mit Umbauen, Einrichten, Saubermachen und so, wollten die Eltern am Sonntag mal wieder zum Helfen hinfahren. Ganz spontan hatte sich meine Frau ihnen angeschlossen.

Das hieß sturmfreie Bude für mich 😛 … nee, drinnen wollte ich nicht bleiben, aber so hatte ich alle Zeit der Welt für meinen Lauf. 😆 – Aber … genauso spontan kramte ich erst mal eine alte Wanderkarte raus, schon über 20 Jahre alt … das kleine Odenwald-Kaff dürfte allerdings etwas länger existieren! 😉 Nach kurzer Orientierungsphase entdeckte ich auf der Karte einen Wanderweg, mit weißer Markierung, der auf relativ direktem Weg von Eberstadt dorthin führen soll. – Uups 😳 den hatte ich wohl übersehen, als ich vor wenigen Wochen schon mal nachgeguckt hatte.

Gestiefelt und gespornt bin ich los, erstmal nach Süden. Hinter der Hirtengrundhalle lief ich in eine Siedlung, um auf den Wanderweg zu stoßen. – Nur gab’s nirgends einen weißen Punkt! Beim Weiterlaufen entdeckte ich einen grünen Punkt auf weißem Grund. Ich folgte einem Weg, der mir von meinen Burgläufen bekannt ist. Nach 3 km leitete der Punkt dann nach Osten, die Himmelsrichtung stimmte, also weiterlaufen!

   

Tolle Pfade, hervorragend gekennzeichnet, waren anfangs noch bekannt. Links unterhalb, nicht weit weg, lugte die Landstraße durch. Sie fiel nicht auf, konnte gut ignoriert, musste aber später überquert werden. Es ging durch eine kleine Siedlung, an deren Ende der Weg nach rechts abbog, auf den mir bekannten Hutzelweg.

Schon 100 m weiter, an einigen Teichen, ging’s nach links, auf unbekannte Forstwege. Hier sammelte ich ordentlich Höhenmeter … wenn schon nicht zur Burg, dann doch gut profiliert unterwegs sein! 😆

 

Nach knapp 2 km verließ ich den Wald und wusste spätestens an diesen Stoppelfeldern, dass mich der grüne Punkt an mein Ziel bringen würde, 🙂 was kurz drauf auch Wegweiser bestätigten.

  

Mein höchster Punkt war erreicht und der Ort kurz danach zu sehen. Noch ein paar Schleifen abwärts und ich stand vor dem Haus. Zuhause war ich noch unsicher, wie es zu finden ist, wir waren erst einmal dort gewesen und ich hatte mir die genaue Anschrift gar nicht mal genau gemerkt.

Die Nichte lachte und meine Frau staunte nicht schlecht, als ich vom Hof her in die Küche trat. … und dann legte ich doch Hand an, half beim Entfernen alter Leisten und dem Anbringen einer Schmutzfangtür. Ich blieb über Mittag bekam neben ein paar Bechern Wasser noch einen leckeren Salat-Döner. Aus ein paar Minuten, die ich dort bleiben wollte, wurden 2½ Stunden. Entsprechend steif und voll startete ich auf den Rückweg.

Zur Burg lief ich dann wirklich nicht mehr, verlängerte aber meinen Rückweg, um auf Burgwerte zu kommen!

Vorher blieb ich auf dem Trail neben der Landstraße dann noch bei einem
informierenden Schild stehen, um etwas über das alte Mühlengewerbe zu erfahren.

Schnell war ich auch diesmal nicht gewesen, auf meinen 17 km mit 339 hm im 6:26er-Schnitt. Die Temperaturen hielten sich zwischen 23° und 27° und selbst die Luftfeuchtigkeit blieb im moderaten mittleren Bereich!!! 🙂

10 Kommentare

  1. Catrina |

    Lieber Manfred
    Ein schöner 17km Lauf! Und wie immer mit ordentlichen Höhenmetern. Gut gemacht!
    So zweckgebundene Läufe sollte man öfters machen können. Leider ist es bei mir nur ganz selten der Fall. Wenn man ein bestimmtes Ziel im Kopf hat – wie zum Beispiel jemand zu treffen – läuft es sich viel einfacher. Die Familie hat sich bestimmt gefreut, noch eine helfende Hand dabei zu haben.

    Machst du das jetzt öfters? Das könnte ja jetzt deine zukünftige Kaffeestation werden!

    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Zürich!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      vielen Dank dir! 🙂

      Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Lauf und ich könnte mir vorstellen die Strecke immer wieder mal zu laufen! Viele Streckenabschnitte liegen im Schatten und der Wald hatte sogar noch ein bisschen klimatisierende Wirkung. Unser Eberstädter Westwald ist dazu leider viel zu kaputt, hat zu wenige Bäume und eine entsprechende Wirkung kann er nicht mehr bieten! 😥

      Eine Kaffeestation ‚im eigentlichen‘ wird es nicht wirklich werden. Momentan ist die Küche ja noch nicht eingerichtet, zudem sind sie keine Kaffeetrinker. Eine Kaffeemaschine haben sie nicht, allerdings hat die Nichte immer wieder mal ihren Besuch mit Filterkaffee bekocht. Vielleicht würde sie es auch für mich machen, wenn ich meinen Besuch ankündige???

      Zweckgebundene Läufe habe ich fast von Anfang an eingebaut, sobald sich eine Gelegenheit ergab. Ich habe sogar schon 2 kleine Kochtöpfe ineinander gestapelt, unter den Arm geklemmt und zu Bekannten gebracht, die ca. 8 km entfernt von meinen Eltern gewohnt haben. Sie hatten meinen Eltern selbstgemachte Thüringer Klöße vorbei gebracht … was habe ich sie gerne gegessen!!! 🙂 – Für Schwiegermuttern habe ich während der Pandemie ein paar Läufe ins Krankenhaus gemacht und Dinge vorbeigebracht, oder abgeholt. usw.

      Vielen Dank für die Beitragsidee! 😉

      Aus dem sonnigen Südhessen in den sonnigen Süden 😆
      liebe Grüße Manfred

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  2. ultraistgut |

    Wie schon Catrina sagte: gut gemacht !!

    Schön, wenn man Zeit hat, schön, wenn man durch „unbekanntes “ Terrain streift, schön, wenn alles stimmt, noch schöner, wenn man dann nett begrüßt und gleich noch mitarbeiten kann/darf !! 😉

    Ein bisschen “ kühler “ war es auch – die Schnelligkeit spielt keine Rolle, Hauptsache, es macht Spaß, und ich kann dir garantieren, je älter du wirst, umso langsamer werden wir, aber das macht mir nichts aus, Hauptsache DASS !!

    Hat es denn inzwischen mal geregnet ???

    Bei uns schon zweimal – und die Temperaturen sind sehr angenehm mit derzeit um die 20 °, ideal zum Laufen, das tat ich auch heute.

    Liebe Grüße von ganz oben und schön weiter trainieren, Berlin ruft, hörst du es ???? 😉

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      vielen Dank dir!

      Es war in allen Belangen ein schöner Lauf. Natürlich ist dann das Tempo Nebensache, zumal es ordentlich profiliert war. … und dann haben ja schon die erstaunten Gesichter ‚entschädigt‘! 🙂

      Grundsätzlich stört es auch überhaupt nicht, langsamer zu werden, da sind wir in unserem Alter schon froh noch rauszukönnen und rauszukommen!

      Ein wenig hab ich manchmal ans Tempo gedacht, weil ich in Berlin nicht zu langsam durch die Stadt traben will. Es gibt ja auch ein Zeitlimit! Aber ich laufe wenigstens seit gut 4 Wochen wöchentlich ein wenig mehr, sodass ich in dieser und der nächsten Woche so ein bisschen an ein Marathon-Training herankomme. In den letzten beiden Wochen davor mache ich ja schon wieder weniger, in Richtung ‚Zuspitzung‘, Tapering. Das Wetter hilft nur zwischendurch ein wenig, indem die Temperaturen und die Luftfeuchte etwas runtergegangen sind. Im Moment sind es 29° und heute will/muss ich noch raus, da es aus ‚terminlichen‘ Gründen noch nicht ging. Letzten Freitag hat’s mal etwas geregnet. Mir war sogar das Glück vergönnt für knapp eine halbe Stunde im leichten Regen laufen zu dürfen. Sonst ist es knochentrocken! 😥

      Aber die Berliner Rufe werden immer lauter! 😉

      Nach oben an die See
      liebe Grüße Manfred

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  3. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    also dass irgendwann innerhalb 20 Jahren die Farbe der Markierung eines Wanderweges ändert, ist ja nicht so unwahrscheinlich oder? Jedenfalls hast du dich nicht beirren lassen und trotzdem deinen Weg gefunden. 😀
    Ich mag ja Läufe mit einem bestimmten Ziel sehr gerne und wenn du dort noch tatkräftig mitgeholfen hast, war die Freude deiner Nichte sicher groß!

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    • Manfred |

      Liebe Doris,

      natürlich ist es nicht so unwahrscheinlich. Ich hoffe nur, dass die Kartographen rechtzeitig nachgekommen waren! 😉 Da ich nicht nur die grundsätzliche Richtung, sondern auch Teilstrecken kannte, war ich mir recht sicher, dass Weiß das neue Grün ist! 😆

      Tatkräftig Helfen, das ist wohl Definitionssache. Ich hatte das Gefühl, ein ‚Vegi-Döner‘ ist mehr als ne gute Entlohnung! 🙂

      Sie hatten sich auf jeden Fall gefreut!

      Liebe Grüße Manfred

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  4. Elke |

    Lieber Manfred,
    lustig, wie du „sturmfreie Bude“ übersetzt: Frei zum Rausstürmen! 😉
    Es ist doch immer wieder reizvoll, sich solch kleine neue Herausforderungen zu suchen und mal ein neues Terrain zu erkunden und erleben. Das Wetter passte ja auch halbwegs, wenn wohl auch an der oberen Temperaturgrenze. Hat sich doch gelohnt! Und für die Familien hat es sich auch gelohnt, so hatten sie noch zwei helfende Hände mehr dabei und du die Verpflegung obendrein!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      sturmfrei zum Rausstürmen, genau! – Ach, ich gehe manchmal sehr kreativ mit Sprache um. Bei der heutigen Wanderung hab ich unterwegs die zurückgelegte Strecke mit ’11-Komma-halb-km‘ angegeben. 😆

      Herausforderungen suchen, sie meistern und dabei neues Terrain erkunden, ist doch gut für eine Horizonterweiterung!

      In dem Wald waren die Wetterbedingungen anfangs gut und später noch auszuhalten! Aber gelohnt hat es sich in alle Richtungen! 🙂

      Liebe Grüße Manfred

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  5. nido00 |

    Lieber Manfred,
    ich liebe ja solche Kartenabenteuer und Läufe mit ‚Ziel‘. Das hast du gut gemacht und die Strecke sieht auch sehr schön aus. Aber dass du dann nach Mittagessen und werkeln noch zurückgelaufen bist – alle Achtung! Ich wäre da wahrscheinlich gewandert.
    Liebe Grüße!

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    • Manfred |

      Liebe Roni,

      vielen Dank dir! 🙂

      Ja, es ist eine schöne Art die Gegend und Umgebung zu erkunden und zu erlaufen! Zwischendrin gab es schöne Single-Trails, wie ich sie liebe. An einer Landstraße musste ich kurz (ca. 150 m) entlang laufen. Später musste ich sie überqueren, aber sonst konnte ich schön im Wald abtauchen!

      Da ich nicht direkt nach dem Essen zurückgelaufen bin, war nur der Anfang etwas mühsamer, danach hatte es sich wohl alles gesetzt! 😆 Alternativ wäre aber auch eine Wanderung okay gewesen. Da ich mich aber gut gefühlt hatte, konnte ich den Rückweg sogar verlängern! 😉

      Liebe Grüße Manfred

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