zäher Bursche!

Von in 2021 12 Kommentare , , , ,

Sonntag saßen wir beim Eisessen in der Eberstädter Eisdiele. Beiläufig erwähnte ich, am frühen Abend noch zur Burg laufen zu wollen. Darauf der zehnjährige Sohn unseres Neffen ganz aufgeregt: „Ich will mit!“ – Wir guckten uns an. Die Mama und ich waren unsicher, ob Jaron das schaffen kann, der Papa traute es ihm zu, wollte aber nicht, dass er zum Klotz am Bein wird. – Den Zahn konnte ich ihm ziehen. So langsam wie ich momentan bergauf krieche, kann ich ruhig noch einen Gang runterschalten.

Und dann erzählte mir Jaron, dass er mit seinem Opa schon mal zu einer Burg gelaufen war, nicht ganz so weit, nicht ganz so hoch, aber es hatte ihm Spaß gemacht, auch die vielen Runden beim Sponsorenlauf hätten ihm gefallen.

Also abgemacht! – Kurze Zeit später stand Jaron gestiefelt und gespornt vor unserer Tür. In meinen Rucksack hatte ich einen Obstriegel, sowie eine Flask für Jaron eingepackt.

Kurze Strecken laufe ich sonst ohne Rucksack, aber in einem solchen Falle … 😉

Nach dem Foto vor der Tür (s. oben) ging’s los, in gutem Tempo und mit einem aufgeregten Jungen an der Seite, der viel erzählte. Ich drosselte das Tempo und bremste auch mit Worten, lieber etwas länger unterwegs sein, als überfordern! – Nach gut 2 km, es ging erstmals bergauf, eine willkommene Abwechslung:

Wir kletterten drüber und gönnten uns kurz danach eine 1. Pause.

Nach der Überquerung der B426, auf den ersten längeren Steigungen, merkte Jaron dann doch, dass das viele Erzählen nicht ganz so passend ist. Wir brauchten eine Pause gg. Seitenstechen. Danach ging es vernünftiger, weil ruhiger weiter.

Wenn es nicht mehr so flüssig laufen wollte, machten wir Gehpausen und kamen mit Speedhiken auch gut voran.

In einer Senke zog Jaron wieder an.

Nach knapp 50 Min. waren wir dann oben auf dem ‚Ausguck‘ in die Rheinebene.

Dort gab es wieder was zu Trinken, wie schon 2 bis 3 mal zwischendurch, und wir gönnten uns einen Obstriegel. Auf der Toilette im Burghof wurde seine Flask aufgefüllt und ich machte noch ein Belegfoto, nicht dass es später heißt, wir seien nicht dort gewesen.

Nach der Burgumrundung ging es auf den Rückweg. – Natürlich merkte man Jaron an, dass er jetzt schon länger unterwegs war, aber immer wieder nahm er ein gutes Tempo auf und hatte die ersten 10 km mit ca. 250 hm in 76:35 Min. geschafft!

An einer Wiese meinte er zu mir: „Sind das da hinten 2 Reiher?“

Da dachte ich nur „gute Augen hat der Junge“, ich musste nämlich das Bild auf dem Handy zoomen, um die Vögel genauer zu erkennen!

Die letzten 3 km zogen sich etwas hin, wir machten die eine oder andere Pause, oder marschierten ein Stück. Von der Modaubrücke mussten wir nochmal in das Flüsschen spucken, aber nach ziemlich genau 100 Min. hatten wir es geschafft. 13 km mit 262 hm lagen hinter uns und Jaron hatte bestätigt, dass er ein zäher Bursche und mental sehr stark ist! 👏👏👏

Als ihn der Papa bei uns abholte, war der 2 Jahre jüngere Bruder dabei. In dessen typisch offenherzigen Lachen meinte er: „Das nächste Mal bin ich dabei!“ – Na, da kann ich wohl gar nicht anders und muss dann mal mit 2 jungen Sportlern los! 🙂

12 Kommentare

  1. Catrina |

    Lieber Manfred
    Zehnjährig und 13km laufen? Wahnsinn! Ein grosses Lob an Jaron!

    Da hat er mit dir als erfahrenen Sportlehrer genau den richtigen Trainer erwischt. Ich finde es immer so herrlich, wenn Kinder unbedarft lossprinten und dabei plappern. Sie denken nicht an so langweilige Dinge wie Krafteinteilung und Höhenmeter.
    Du hast das wohlweislich vorausgesehen und schöne Pausen eingeplant. Super gemacht.

    Das nächste Mal wirst du bestimmt zwei kleine Mitläufer haben. Die nächste Läufer-Generation „in the making“!

    Liebe Grüsse aus dem verregneten Zürich!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      ja genau, zehnjährig! Deshalb habe ich ihn ja auch als zähen Burschen bezeichnet. Viele in seinem Alter sitzen doch lieber vor irgendeinem modernen, elektronischen Gerät und daddeln vor sich hin. Zum Glück achten seine Eltern darauf, dass es bei ihren Jungs nicht überhand nimmt!!! 🙂

      Allerdings war er am Berg dann auch sehr ehrlich und hat offen um „Pausen gebeten“! … hatten wir aber auch so ausgemacht! – Mal gucken, ob wir es noch in den Sommerferien der beiden organisieren, quasi nach dem Urlaub der Familie, und ich mit beiden losziehe! 😆

      Auf jeden Fall wäre es super schön, wenn sich der eine oder andere oder beide anstecken ließen! Ich würde gerne etwas abgeben an Jüngere … ist ja quasi schon 2 Generationen weiter!

      Aus dem momentan gerade mal nicht verregneten Darmstadt 😆
      LG Manfred

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    • Manfred |

      Liebe Doris,

      danke dir!

      Ich denke auch, es ist ganz wichtig, dass es von den Kindern ausgeht. Überreden, oder überzeugen wollen bringt wenig. 🙂

      LG Manfred

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  2. Volker |

    Ui, 13 km mit 10, coole Sache, lieber Manfred,

    Ich überlege gerade wie weit ich mit 10 wohl gekommen wäre… lassen wir das 🙂

    Mit dem zweiten Stepke müssen es aber doch nicht gleich 13 km sein, oder?

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,

      oh, das wüsste ich auch nicht. Ich konnte zwar in der 3. Klasse schon sehr gut rechnen, aber sowas hab ich mir da noch nicht gemerkt, hatte es ja auch nicht probiert. 😆

      Der 2. Steppke ist zwar ein superguter ‚Allgemeinsportler‘, sehr wagemutig, aber nicht so auf Ausdauer aus. Nö, da muss es nicht gleich da hoch gehen. Mal sehen, was er sagt. Oder wir nehmen uns super viel Zeit … und wandern evtl. etwas mehr! 😉

      Also, mal sehen.
      LG Manfred

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  3. ultraistgut |

    Lieber Manfred, man unterschätzt einfach die kleinen Nachwuchssportler, sie können mehr, als man vermutet. Auch ich habe ähnliche Erfahrungen mit Jungen in diesen Alter – und jedes Mal ist eine eine große Freude, sie an meiner Seite zu haben.

    Macht doch Spaß – und du wirst einen zweiten, dritten Ritt sicherlich nicht abschlagen- oder ???

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      so sehr hätte ich, durch meine jahrelange Erfahrung, junge Sportler nicht unterschätzt. Ich weiß, was schon Grundschüler zu leisten imstande sind!!! Aber in diesem Falle, wenn einem ein Junge nahe steht, will man erst recht nichts verkehrt machen und überfordern. Es ist ja kein Lauf im Flachen und er ging auch nicht über 6 bis 8 km. Letzteres bekommen sie in dem Alter auf jeden Fall hin, vor allem, wenn es von ihnen kommt. Dann wollen sie sich auch nicht lumpen lassen und kämpfen sich durch. – Mit 262 hm war die Belastung dann schon 2 Stufen höher einzuschätzen!

      Aber, es hat auf jeden Fall riesigen Spaß gemacht! Man macht es dann für die Kinder und es geht nicht darum, auf eigene Kosten zu kommen! 🙂 Da können dann zwei oder drei, oder … Wiederholungen kommen! 😆 … und da ich ja Zeit habe, man es sich einteilen kann, werde ich es nicht abschlagen! 🙂

      LG Manfred

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  4. Elke |

    Lieber Manfred,
    wow, der Bursche hats aber in sich! Das ist schön von dir, sich seiner anzunehmen. Und wer weiß, was der Bruder noch auf der Pfanne hat…?
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      ich schätze Jaron auch deshalb als sehr zäh ein, weil er sehr zuverlässig ist und sein will und eine Sache ehrgeizig zu Ende bringen möchte. – Es hat viel Spaß gemacht, hab mich ja vorher auf das kleine Abenteuer gut einstellen können!

      Der Bruder ist eher ein kleiner „Draufgänger“, ein Bewegungstalent und schnellkräftig. Mal sehen, wie ausdauernd er ist! 🙂

      LG Manfred

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Und, was denkst du?