Gemeine Frage vorweg: Bist du Dogmatiker und es gibt für dich bei bestimmten Themen keine Ausnahmen, oder lässt du bei grundsätzlichen Fragen durchaus auch mal mit dir reden?

Es könnte um sehr banale Themen der Tages- und/oder Wochenplanung gehen!

Ich hole aber mal mit einem Beispiel weiter aus, das für mich selbst nicht so rigoros gilt: „Boxen kann nicht als Sport angesehen werden, da es gegen grundlegende ethische Werte verstößt! Es geht schlichtweg darum den Gegner niederzuschlagen, unabhängig davon, ob es für ihn gesundheitsschädigend ist! Sport aber sollte doch u. a. gesundheitsfördernd sein! – Abgesehen davon ist es nicht ästhetisch und schön anzusehen, wenn Speichel und Blut durch die Gegend fliegen, was zudem im Fernsehen groß dargestellt wird.“


Dank an Pixabay!

Ich habe Menschen gesprochen, die das Boxen generell ablehnen, es sich grundsätzlich nicht im Fernsehen anschauen und am liebsten verbieten lassen wollen. – Klar ist, solche Wettkämpfe behagen nicht jedem, aber verbieten lassen? – Vergangenes Wochenende habe ich mich mit einem Bekannten unterhalten, der differenzierter an das Thema rangeht. Das Milieu und die Atmosphäre um einen Boxkampf herum sind definitiv nichts für ihn, er hatte sich aber einladen lassen, ausnahmsweise mal einen Boxkampf live zu erleben.

… und du, gehst du rigoros an bestimmte Themen ran, oder eher differenzierter?

Auf unseren Sport bezogen:

  • Ziehst du es gnadenlos durch, wenn du dir einen Lauf vorgenommen hast?
  • Müssen andere Dinge oder Termine weichen, oder kannst du entspannter ans Laufen gehen?
  • Oder differenzierst du zwischen Trainingsphasen, in denen du ohne großen Plan läufst, und Phasen, in denen du dich nach Plan sehr konsequent auf einen großen Wettkampf vorbereitest?
  • … und bzgl. der Ausrüstung, hast du konkrete (unverrückbare) Regeln?

Bei mir gab’s solche Regeln bzgl. Trainingsrhythmus, Wochenumfang, oder Ausrüstung! – Dogmatisch bin ich ihnen nicht gefolgt, aber es ging in die Richtung von sehr stabilen Regeln, die ich heute entspannter sehe! 😉

Einer solchen Regel bin ich aber eher aus ästhetischen (?) Gründen über Jahre gefolgt:
Neue Schuhe werden nicht bei Regen-, Matsch-, oder andersartig schlechtem Wetter angezogen!


so schön waren sie noch im Laden!

Oh man, was bin ich inkonsequent, 😆 letzten Mittwoch habe ich diese Regel zum 1. Mal gebrochen und einen neuen Schuh bei Regen eingeweiht! 🙄 Hat das lange gedauert bis die Schuhe wieder trocken waren … und die linke Schuhspitze hat jetzt sogar schon ihre ersten Dreckflecken abbekommen! 😥

  • Wie geht es dir mit Trainingsregeln, oder Regeln bzgl. der Ausrüstung?
  • Werden neue Schuhe nie bei Regen zum ersten Mal ausgeführt?

16 thoughts on “ausnahmsweise”

  1. Hallo Manfred,
    ich mag es gar nicht, wenn neue Sachen neu aussehen und freue mich immer, wenn sie die ersten Spritzer, Flecken oder Fahrer abbekommen haben. Dann lässt auch das Gefühl nach, drauf aufpassen zu müssen! 😉

    1. Liebe Doris,

      oh, ne ganz andere Sichtweise, die mich sogar ein Stückchen trösten kann! 😆 … und es stimmt, jetzt muss man nicht mehr so drauf aufpassen! 😉

      Liebe Grüße Manfred

      1. Der Doris‘schen Sichtweise schließe ich mich an. Lasse lediglich meistens zwei Paare grundsätzlich sauber und damit laufbandtauglich. Da ich aber seit Corona auf keinem Laufband und in keinem Fitnesscenter mehr war … erübrigt sich auch das eigentlich .. es steht trotzdem noch ein sauberes Paar unten … ungenutzt und der Umsetzung guter Vorsätze harrend …
        Auch außerhalb von Schuhen mag ich Klamotten fast immer lieber, wenn sie nicht nur gut eingetragen sondern sogar schon ein bisschen abgenudelt sind. Zum Leidwesen eines meiner Kollegen, der mich – in Sitzungen neben mir sitzend – immer argusäugig auf Ziehfäden, Löcher und abgestoßene Klamottenkanten abscannt (meist erfolgreich 😉 Neue, total saubere und fehlerfreie Klamotten sind irgendwie … langweilig …

        1. Liebe Lizzy,

          oh, vielen Dank für das gute Argument, mal länger an einem Lieblingsstück festzuhalten: „Neue, total saubere und fehlerfreie Klamotten sind irgendwie … langweilig …“ 😆

          Vielleicht habe ich jahrelang an meinem (eher ästhetischen) Grundsatz festgehalten, weil Laufschuhe nicht gerade billig, nee, im Gegenteil, sauteuer (geworden) sind! SORRY … aber ist doch wahr! 😥 Natürlich weiß ich, dass das nicht für ewig ist! Irgendwann sind sie eingelaufen und dann ist das Laufgefühl in ihnen sogar ein deutlich besseres! – In neuen würde ich nie einen Wettkampf laufen! – Im Keller steht auch von mir noch ein nigelnagelneues Paar Laufschuhe, ein toller ‚Trailrunner‘, der gut fürs Gebirge taugt. Hoffentlich komme ich noch mal in den Genuss so einen schönen Gebirgslauf machen zu können, ohne zu viel Oberschenkelbrennen! 😳

          In der Hoffnung, dass du deinen Kollegen ein Stück weit ignorieren kannst … soll er sich ‚austoben‘
          liebe Grüße Manfred

          1. Den Kollegen ignorieren? Niemals! Das wäre ja noch langweiliger – haben wir doch beide unseren Spaß an dem Spiel … mit Varianten … wenn ich mich mal chic mache z. B. oder er Löchlein auf dem Rücken von Shirts findet, die ich für fehlerfrei hielt … mich dann aber daran erinnere, dass der Kater mir mal wieder nicht nur sprichwörtlich den Buckel runtergerutscht ist und dabei wohl unbemerkt Piercings hinterlassen hat mit den Krallen. Vielleicht hätte ich das sonst noch länger gar nicht bemerkt .. ich bin auch im Wäsche wegsortieren eher … grob und unachtsam unterwegs … und so haben wir beide was von dem gelegentlichen nebeneinander-Sitzen. Absolut win-win!

          2. Liebe Lizzy,

            das hört sich für mich so an, als ihr euch gut versteht, zumindest als Kollegin und Kollege gut auskommt! – Solche Spielchen kenne ich auch aus unseren Lehrerkonferenzen, die allerhöchstens von Strebern in der Nähe kaputt gemacht wurden. Solche Streber, die überhaupt keine Störung in ihrer Nähe duldeten, oder sich laut räuspernd bemerkbar machten, am besten so, dass es alle mitbekamen! 😳 😆

            Ich finde es schön, dass solche Spiele gespielt werden (können) und sehe so etwas auch als Win-Win-Situation im (beruflichen) Alltag!

            In diesem Sinne
            liebe Grüße Manfred

  2. Lieber Manfred,

    meine Antworten kannst Du Dir vielleicht schon denken. Ich versuche schon eher der Pragmatiker zu sein, aber reiche bestimmt auch mal ziemlich nah ans Dogmatische heran, so war es einige Zeit mit meiner Barfußlauferei. Inzwischen bin ich da aber auch wieder weit mehr auf dem Pragmatiker-Trip.

    Was andere und ihre Vorlieben für alles mögliche angeht, so sag ich eher jedem Tierchen sein Päsierchen.

    Neue Schuhe bei Regen, was meinst Du da? 😛

    Liebe Grüße aus B
    Volker

    1. Lieber Volker,

      naja, neue Schuhe bei Regen halt! 😛

      Natürlich lasse ich jedem Tierchen sein Pläsierchen, aber man kann ja mal drüber schnacken, oder?

      Pragmatiker gefallen mir, bin ja manchmal auch zu theoretisch unterwegs (gewesen), da tut ne pragmatische Erdung ganz gut! … und dem ganzen sturen dogmatischen Kram kehre ich auch mehr und mehr den Rücken, zumal ich nie so’n richtiger 150%er war.

      Aber Schuhe müssen doch sein, oder 😛 … naja, wenigstens für meinen blöden Hallux, den rigiden! 😉

      Dann nimm mich bitte mal mit aufs Tempelhofer Feld und
      inne Hauptstadt liebe Grüße Manfred

  3. Mit NEUEN Schuhen in den REGEN, lieber Manfred??!!!
    Ich bin erschüttert! Was kommt den als nächstes? Dass du mit langen Hosen unterwegs bist??
    Aber Doris bringt ein gutes Argument – so wird’s auch weniger anstrengend, immer auf die neuen Dinger aufzupassen. 🙂
    Meine eiserne Regel, die Coach Sean völlig unsinnig findet (und er vermutlich Recht hat): ich muss 6-8 35km-Läufe in meinem Marathontraining haben, sonst wird das nichts.
    Liebe Grüsse aus dem dunklen Cape Town!

    1. Liebe Catrina,

      ich sag’s ja, von nun an geht’s bergab! 😛 Naja, vielleicht ist es nicht ganz so schlimm, 😉 aber solch eiserne Regeln zu brechen, schlimm oder?! – Ja, Doris bringt da etwas Aufmunterndes, da ist es gleich nicht mehr so stressig! 😆 Allerdings bin ich von langen Hosen noch meilenweit entfernt. Aber so ein bisschen wehleidig war ich wohl doch schon, hab schon 1 x meine dünnsten Handschuhe angehabt!

      Meine diesbezügliche Regel war nicht ganz so vielverlangend: ich hatte meist vor, 5 lange Läufe ins Training einzubauen, die mind. 32 km umfassen sollten. Das habe ich aber nichtmal in meinem Rekordjahr 1989 geschafft. Da waren es 7 lange: 4 x 30 km, 2 x 32 km und 1 x 35 km. Vor der Taperingwoche von 63 km (!), verrückt oder, bin ich allerdings in 9 Wochen jeweils über 100 km gelaufen, mit bis zu max. 122 km und einem Gesamtumfang von 959 km. Das hatte dann zu einer von 2:44:41 Std. gereicht! 🙂 Naja, ich war ja auch noch ein bisschen jünger! 😆

      Aber dein Coach Sean ist ein kluger Mann, wenn er dir deine 6-8 langen Läufe belässt, du musst ja mental mit deiner Vorbereitung klar kommen! 😉

      Aus dem dunklen Eberstadt
      liebe Grüße Manfred

      P.S.: ihr habt hoffentlich den WM-Titel der Südafrikaner gebührend gefeiert!!!

  4. Ich hab nur eine eiserne Regel: den Spaß an der Sache nicht verlieren! Und damit ich das schön befolge, gibts halt nichtmal einen Trainingsplan. Aber das weißt du ja schon 🙂 Und die Klamotten, mir egal, das ist „Nutzwerkzeug“, sollte möglichst schnell ausgesetzt werden wozu sie da sind, egal ob irgendwas dreckig wird. Schuhe/Sandalen wollen ja auch ein paar Kilometer eingelaufen werden, da hilft Schmuddelwetter ganz hervorragend 🙂
    Liebe Grüße, Oliver

    1. Lieber Oliver,

      im Grunde genommen reicht deine Regel doch vollkommen aus! 😆

      Auch bzgl. der Klamotten und Schuhe ist diese nüchterne Sichtweise absolut okay. Das Gedöns um neue Schuhe hat ja allerhöchstens ästhetischen Wert! Irgendwann, meist spätestens nach 3 – 4 Läufen, kann man ja einem neuen Schuh Gebrauchsspuren ansehen! 😉

      Also, erhalten wir uns unseren Spaß!
      Liebe Grüße Manfred

  5. Lieber Manfred,
    ich versuche natürlich, neue Schuhe möglichst lange sauber zu halten. Wohl wissend, dass es dann doch irgendwann soweit ist.
    Ansonsten sehe ich es pragmatisch. Vor großen Laufevents trainiere ich nach Plan. Aber auch nicht ganz sklavisch, weil schließlich auch ein Plan nichts garantiert. Und manchmal sind die Umstände halt anders, z.B. eine Erkältung, die ein Training nicht zulässt.
    Boxen, eine furchtbare Sache. Wie kann man es gut finden, wenn 2 Menschen aufeinander eindreschen mit dem Ziel, sich Schaden zuzufügen, am besten ein k.o.?!
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke,

      ja, gute Formulierung, wir versuchen es möglichst lange und wohlwissend! 😆

      Meine beiden Berlin-Auftritte der letzten beiden Jahre haben mich schon ernüchtert, von daher erübrigt sich noch mehr ein Trainingsplan! Natürlich würde ich immer eine Idee im Kopf haben, liefe es mal wieder besser!

      Boxen: ich glaube, ich würde mich nicht mal ausnahmsweise für einen Besuch in solch einer Box-‚Hölle‘ einladen lassen! Aber wenn sie wollen, sollen sie sich die Köpfe einschlagen!

      Liebe Grüße Manfred

  6. Ach ja, da kann ich nur sagen : “ Take it easy „. Locker bleiben !!

    Das, was ich wirklich immer tue und getan habe: am Ball bleiben, durchziehen, das, was ich mir vorgenommen habe – bis zum Ende, wenn es auch manchmal nicht einfach war, aber – wie ich schon sagte, ist es vielleicht genau das, was mich reizt ??? Das gilt im übrigen nicht nur fürs Laufen !!

    Und was das Training angeht, so habe ich immer das gerade getan, worauf ich Lust hatte, das einzige MUSS waren die langen vorbereitenden Strecken, ansonsten stand immer die Freude an der Bewegung im Vordergrund – gestern wie heute !

    Was die Schuhe angeht, da bin ich auch locker, würde neue wohl auch kaum bei dem dreckigsten Wetter einweihen, aber alles in allem ist es mir egal, Hauptsache, sie entsprechen dann beim Laufen meinen Wünschen !

    Gruß von der kalten Ostsee

    1. Liebe Margitta,

      also auch ne eherne Regel: am Ball bleiben und durchziehen 😆 … und immer mit Freude an der Bewegung!

      Das sind doch super Grundsätze und so elementar!

      Ansonsten geht es ja nicht, dass frau sich ohne Vorbereitung in lange Abenteuer stürzt, sonst machen diese schnell so gar keinen Spaß mehr.

      Richtig bewusst hatte ich es mir nicht gemacht, sondern kam irgendwie drauf, dass es fast so ne Art Regel war. Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich zu denjenigen gehöre, die lockerer werden, obwohl ich zwar durchaus ehrgeizig, aber nie wirklich verbissen war!

      Jetzt stehen die Schuhe bereit für jegliche Läufe, egal welcher Art!

      Liebe Grüße Manfred

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