Ein ganz normales Läufchen hatte ich vor. – Am Wochenende war nix mit Laufen, also jetzt was halbwegs ‚mittellanges‘, 😆 für momentane Verhältnisse! 😉

Es ging nach Osten zur momentanen Lieblingsrunde, nicht flach (∼ 170 hm) aber erweiterbar, ab 13 km. – Die Siedlung verlasse ich nach 600 m, um im Wechsel nach Norden, Osten, Norden, wieder nach Osten zu laufen. An Laubenpiepern vorbei, verschwinde ich nach 2 km im Wald. Nach 5 km, beim Waldparkplatz >Vier Buchen<, laufe ich nach Süden. Bis dahin brauche ich, um reinzukommen, zumal ich dann ’schon‘ 100 hm erlaufen habe, 😛 so auch diesmal.

Kurz vor der Emmelinenhütte, einem alten Forsthaus, sehe ich einen kräftigen Forstarbeiter, mit finsterem Blick seine linke Hand in den Himmel reckend, als wolle er wie ein Fußball-Schiri eine Abseitsposition anzeigen! 😆 Da ich eine Motorsäge deutlich links von mir an der Bundesstraße hörte, deutete ich ihm an, geradeaus laufen zu wollen. Sein Blick verfinsterte sich und er winkte mit der rechten Hand abfällig ab. Als ich bei ihm war, bemerkte ich nur, dass es einfacher sei, rechtzeitig Schilder aufzustellen, da man sehr oft im Wald sogar umdrehen müsse, wie im Eberstädter Westwald. – Er griesgrämig brummend: „Wieso, ich steh doch hier!“ – Ein ruhiges Gespräch war nicht möglich, obwohl ich ihm vermitteln wollte, dass es nicht gegen ihn ginge! Ich sagte dann nur noch, dass ich jetzt spontan umplanen müsse und hatte die zusätzlichen Höhenmeter im Kopf. Er noch finsterer: „Na, dann laufen Sie nach rechts und planen um!“ – Da dachte ich mir nur meinen Teil: „Ja, is ja jut, ich lauf jetzt hoch zum Lindenberg und guck, wie ich von dort aus weiterkomme, oller Griesgram!“ 😛

Nebenbei: dieser ad hoc gesperrte Waldweg stellt einen Ausweich für sehr viele Radfahrer dar, da der Streifen neben der Bundesstraße sehr schmal ist. Ob dieser befahrbar war, wage ich zu bezweifeln, da genau dort die Arbeiten durchgeführt wurden. Frühe Hinweisschilder wären also durchaus angebracht gewesen.

Bergan trabend, dachte ich darüber nach, ob ich von Nordost aus kommend einen Alternativweg auf dem Lindenberg kennen würden und tröstete mich damit, nicht für alle Probleme verantwortlich zu sein! 😛 😆

… und denn stand ich dort vor einem schmalen Trampelpfad. Ich wollte nicht ganz hoch, hatte schon 30 hm mehr, kannte den Pfad aber nicht, nur führte er genau in meine Richtung! 😉 Schnell zuhause anrufen mit der Bitte das Mittagessen um etwa 10 Min. zu verschieben und los ins Neuland. Vorsichtig laufend, da es unwegsam und mit Laub übersät war. Löcher, Wurzeln, oder andere Hindernisse konnte ich allerhöchtens erahnen.


mit wenig Laub,

   
es wurde anders (li. – Blick zurück) mit teilweise breiterem Weg

Ich schaffte es in der (Zusatz)Zeit, aber die Verlängerung hatte ich gut eingeschätzt.

… und den Waldarbeiten hatte ich nicht nur einen Umweg zu verdanken! 😉 Jetzt kenne ich nicht nur einen Trampelpfad mehr, sondern hatte endlich mal wieder einen Lauf mit gut 200 hm (212 hm) absolviert! 😆

12 thoughts on “Umweg”

  1. Na siehst du, hatte doch was für sich, dass dieser äußerst freundliche Waldarbeiter dich auf einen neuen Trampelpfad verwiesen hat, wie sonst hättest du ihn gefunden ?? Solche und ähnliche überaus freundliche Mitmenschen treffe ich auch oft, es lohnt sich nicht, sich über sie aufzuregen, am besten ignorieren, damit man sich nicht allzu sehr aufregt und sie einfach stehen lassen – sich seinen Teil denken, so wie du es dann auch gemacht hast !

    Und deine bessere Hälfte musste das Essen auch noch weitere 10 Minuten hinausschieben, gut dass du Bescheid gesagt hast !!

    Was das viele Laub angeht, ist es bei uns auch nicht anders, man muss schon vorsichtiger laufen als sonst, bei mir nicht zuletzt auch wegen der Barfußschuhe, denn jeder “ getroffene “ Stein ist einer zu viel !!

    Liest sich gut, weitermachen, lieber Manfred !!

    1. Danke dir, liebe Margitta!

      Weitermachen, habe ich auf jeden Fall vor, hab auch schon einen Beitrag dazu in Arbeit! 🙂

      … und Recht hast du, zum Glück habe ich diesen stressfreieren Weg gewählt. Eine Auseinandersetzung, Diskussion oder dergleichen hätte sicherlich überhaupt nichts gebracht. – Das mit dem Mittagessen ging dann auch gut. Bescheid sagen ist bei uns eine gute Gewohnheit geworden! 😉

      Uups, 😳 jeden Stein zu spüren wäre bei mir nicht so prickelnd, vor allem wenn ich meinen linken Großzeh träfe. Das wäre bei dem Hallux Rigidus äußerst schmerzhaft! Hatte ich schon mal in etwas dickerem Schuh, brauche ich nicht noch mal! 😆

      Viel Spaß auch dir beim Weitermachen! 😉
      Liebe Grüße Manfred

  2. Lieber Manfred
    Wow, was war denn mit dem Typen los?
    Du hast absolut Recht, da hätte ein Schild stehen sollen, eigentlich schon ein paar Tage vorher, damit sich die Benutzer darauf einstellen können. Diese Methode, ohne Vorankündigung plötzlich einen Mann hinstellen ist ja schon richtig südafrikanisch!:-)

    Du weisst ja, ich bin aus Naturschutzgründen gegen die Benutzung von Trampelpfaden, aber in diesem Falle blieb dir ja nichts anderes übrig. Und schöne Höhenmeter hast du dabei gesammelt! Das ist ein super Training.
    Wie ging es deinen Muskeln dabei? Kein Brennen?

    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Cape Town!

    1. Liebe Catrina,

      doch noch schnell nach Kommentaren geguckt und deinen entdeckt.

      Was mit dem Typen los war … kA! 😛 Schilder ein paar Tage vorher hinstellen, erwarte ich ja nicht mal, da die Arbeiten manchmal recht schnell fertig sind, wenn es z. B. nur um wenig Windbruchstellen geht. Aber solche Schilder müssten doch existieren, bräuchten nur aufgestellt zu werden und man kann sich rechtzeitig um Ausweichstrecken kümmern. Komisch, ja!!! 😳

      Dieser Trampelpfad sah menschengemacht aus und wird wohl von Hundegängern genutzt, in nicht allzuweiter Entfernung von einer ‚Vorortsiedlung‘! Als ich den Hügel hochlief, kamen 2 Damen aus diesem Trampelpfad raus. Vielleicht fiel er mir erst dadurch auf?!

      Diesmal hatte ich kein übliches Brennen, die Beine waren nur müde. Von daher spukt schon wieder eine Idee in meinem Kopf herum. Ich werde bald erzählen, sag nur vorsichtige Progression. 😉

      Liebe Grüße Manfred

  3. Lieber Manfred,
    ui, das sind die Situationen, in denen ich ganz toll meine „Grundstimmung“ bestimmen kann. Wenn mich solche Umwege kalt lassen oder sogar erheitern, weil sie mir die Möglichkeit bieten, neue Wege zu erkunden, ist sie ausgeglichen gut. Wenn ich mich ärgere, dass ich meine Pläne ändern muss, wacklig und wenn ich mich noch Stunden nach dem Lauf ärgere, dass mich da wer geärgert hat, passt was nicht! 😉
    Aber du hast das Beste draus gemacht, neue Wege kennengelernt und sogar noch deine Zeitpläne einhalten können. Gratuliere zu den so erlaufenen HM! 😀

    1. Liebe Doris,

      zur Grundstimmung: in dem Moment war ich schon irritiert und wenn es um etwas Wichtiges gegangen wäre, hätte ich mich schon ‚ins Zeug legen‘ können! So aber, da ich sofort am Basteln einer Ausweichstrecke war, habe ich den Waldarbeiter im doppelten Sinne links liegen, äh stehen gelassen! 😆 – Ich habe dann meiner Frau davon erzählt und es hier berichtet, das war’s dann aber auch! 🙂

      Den Weg, (fast) über den Lindenberg, habe ich dann unterwegs durch eine leichte Verkürzung wieder kompensiert. Es blieben nur die Höhenmeter, die ich zusätzlich absolviert hatte … und ein Zeitverlust, den aber meine Frau gut verknusen konnte! – In Zukunft weiß ich um diesen Trampelpfad, falls eine Benutzung mal nötig werden sollte! 😆

      Liebe Grüße Manfred

  4. Neue Wege – egal, wie darauf gestoßen oder gezwungen – haben eindeutig ihren Reiz und Vorteil. Und wenn sie nur Füße und Hirn geschmeidig halten 🙂

    Was hat dir, lieber Manfred, deine Gattin dann zum Mittagessen kredenzt?

    1. Liebe Lizzy,

      sorry, 😉 hab noch einen Lauf nach dem Stadtbummel eingeschoben und dann ‚zu Abend gegessen‘. 😆

      Meine liebe Gattin kredenzte eine Tomaten-Quiche mit Rucola, bei uns ohne Speck! Hat sehr gut geschmeckt! Dadurch dass ich angerufen hatte, schaltete sie den Ofen erst später an und wir konnten es dann warm genießen!

      Füße und Hirn geschmeidig halten, ist ein gutes Argument. Dazu kommt die Erweiterung der Kenntnis bzgl. der Wege in einem der eigenen Reviere! 😆

      … und heute bin ich froh, dass ich nach einem Streak von 5 Läufen an 5 Tagen morgen erstmal ne Pause einlege. Der letzte Lauf heute, hat geschlaucht, hatte es ja länger nicht gemacht.

      Liebe Grüße Manfred

  5. Lieber Manfred,

    so eine charmante Begegnung hatte ich schon mal mit einem Jäger. Ein unfreundliches A….h war das. Als wenn ich ahnen könnte, wo und wann die gerade den Viechern den Garaus machen wollen.Naja, diese Menschen müssen sich ja selber aushalten, dass sollte Strafe genug sein.

    Aber es gibt nichts so Schlechtes, das es nicht auch noch was Gutes hat. In diesem Fall konntest Du noch Deinen Entdeckerdrang ausleben 😎

    Liebe Grüße
    Volker

    1. Sorry, lieber Volker,

      gestern war ein voller Tag! 😉

      Wenigstens sind wir für diese Griesgrame nicht verantwortlich und wir sehen sie wahrscheinlich nie wieder … und wenn, dann erkennen wir einander nicht mehr! Hat auch sein Gutes!

      Ja, leider kommen sie mit sich selber aus, arrangieren sich mehr schlecht als recht, oder sie können ihr streitbareres Ich ganz gut ignorieren. 😛

      Entdeckerdrang: dem würde ich ganz gerne wieder öfters nachgehen, leider bin ich dafür oft zu steif, hoffe aber auf bessere Zeiten. Auf solchen Pfaden braucht es Flexibilität! Bei diesem Lauf ging es auf den kurzen Abschnitten ganz gut.

      Liebe Grüße Manfred

  6. Lieber Manfred,
    nun ja. Ich sehe es mal positiv: Immerhin stand da jemand um Waldesgäste zu warnen. Lassen wir mal außen vor, dass er vielleicht mit dem linken Fuß aufgestanden war. Und zudem hast du einen bisher unbekannten Pfad entdeckt.
    Das erinnert mich an ein Erlebnis vor vielen Jahren, bei einer Wanderung im Bergischen Land. Da stand kein Warner im Wald, stattdessen fanden wir uns plötzlich in einem Camp amerikanischer Soldaten mit Panzern wieder! Die hatten eine Übung, aber Gottseidank Ruhetag. Und so zählten sie mit viel Spaß die Wanderer, die sich an dem Tag schon zu ihnen verirrt hatten. 🙂
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke,

      JA! – Du stellst die positiven Dinge in den Vordergrund. Das ist auch besser, als wenn wir im Negativen verhaftet blieben. 😉

      Oh man, das darf man sich ja gar nicht ausmalen, was hätte passieren können, wenn dort evtl. sogar mir scharfer Munition geschossen worden wäre. Sie konnten wohl kein Deutsch und haben deshalb gleich ganz das Schilderaufstellen gelassen? ❓ 😱 😵 … und dann haben sie lieber Wanderer gezählt, hatten sonst nicht viel zu tun!? 😜

      Liebe Grüße Manfred

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