Große Bastei

Von in 2020 12 Kommentare , ,

Wandertag 5:

Heute war das Tagesziel die Große Bastei, zu der wir von Bad Rathen aus starten wollten. Unsere Wanderung war vorbei am Amselsee (Amselgrund) durch die Schwedenlöcher zur Großen Bastei geplant. Der Rückweg sollte dann zur Stadt Wehlen führen, um ganz dekadent 😛 mit Bahn und Boot wieder nach Bad Schandau zu kommen.

Wir verließen das Hotel kurz nach 9.30 Uhr, etwas früher als sonst, um erstmalig und ausnahmsweise 😉 die Fähre zum Auftakt einer Wanderung zu nehmen. Die einzige Brücke weit und breit ist doch ein ganzes Stück weg. Wir hatten sie, vielleicht aus falschem Ehrgeiz, auf dem Weg zum Hotel genommen … fast 2 km mit Gepäck; es war ne ordentlich Buckelei! 😳

So ging es runter zum Fährhafen und mit der Fähre rüber zum Bahnhof Bad Schandau, kostenfrei mit der Gästekarte. 😉 Die S-Bahn brachte uns nach Bad Rathen, wo wir wiederum eine Fähre nahmen, da die große Bastei, so wie auch Bad Schandau, rechts der Elbe liegt! … wat´n Umstand! – Aber alles per pedes? – NÖ, da alleine Hin- und Rückweg zu Fuß zusätzlich gut 23 km ausgemacht hätten!

 

Vom Fährhafen in Bad Rathen waren wir recht schnell im Amselgrund. Da wir aber nicht zum Bötchen fahren hierher gekommen sind, stiegen wir gleich ein in den Weg zu den Schwedenlöchern. – Hoffentlich sehen die Schweden den Namen nicht irgendwann als Diskriminierung! 👿 Man kann ja heute nie wissen … immerhin haben schwedische Soldaten Rathewalde (nördlich) im 30jährigen Krieg zerstört! … aber das nur nebenbei! –

       

Sobald wir die tief eingeschnittene Schlucht erreicht hatten, tat sich wieder eine neue, sehr interessante und urwüchsige „Landschaft“ auf! Es ging auf verwinkelten Treppen durch die Schwedenlöcher mal ruhiger, mal steiler, aber stetig steigend bergan. – Lang ist es her, da wurde diese Schlucht im 30jährigen Krieg als Zufluchtsort genutzt. Für den Holztransport wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts erschlossen. Der Tourismus musste auf eine weitere Erschließung noch einmal 100 Jahre warten.

 

Es lohnte sich immer wieder mal einen Blick nach rechts und links zu „riskieren“ … urwüchsig diese Natur! 😳

Oberhalb der Schlucht machten wir eine kurze Pause, nahmen etwas zu uns und wappneten uns für die zu erwartenden Touristenströme. Je näher wir kamen, desto mehr bestätigte sich die „Befürchtung“. Wir wollten es nicht anders, 😥 hatten zwar extra einen Wochentag gewählt, aber im Sommer wird halt Urlaub genommen. 🙄

Auf Höhe des Restaurants ging es zuerst zur großen Aussichtsplattform, die oberhalb der Basteibrücke liegt.

       

Die verschiedensten Ansichten, die wir von der Plattform genießen konnten, zeigten die typisch zerklüfteten Felsformationen, oder die unterschiedlichsten Draufsichten des schönen Elbtals.

 

Wir verweilten dort nicht ewig, wollten doch noch auf die Basteibrücke, ohne zu lange unter eigentlich viel zu vielen anderen Touris sein zu müssen. Bei viel Volks dann auch auf der Brücke (kein Bild wert) war es verwunderlich, dass wir recht gut hin- und herlaufen konnten. Sogar die Abstände konnten einigermaßen eingehalten werden. – Die beiden Bilder (hier drüber) zeigen aber, dass die Brücke auch durch imposante Felsformationen führte. Nur für die Brücke selbst habe ich keinen Standort gefunden, um sie gut abzulichten.

       

Den kostenpflichtigen Zutritt zur Felsenburg Neurathen haben wir uns erspart, da es uns auch dort viel zu voll war. Mir gelangen aber ein paar Fotos über den Zaun von den Überresten der mittelalterlichen Burg, die in die Basteifelsen gebaut worden war und urkundlich erstmals 1289 erwähnt wurde.

 

Auch vom Ende der Basteibrücke aus konnten wir weit ins Elbtal hinab, oder darüber hinausschauen.

       

Guckt euch mit uns noch ein bisschen um. 😆 Diese 4 Ansichten von Basteifelsen habe ich auf dem Rückweg von der Brücke aus gemacht. – Wir stiegen dann wieder hoch auf die Ebene des Restaurants, kauften an einer Bude Cappu und Kuchen und gönnten uns auf einer erhöhten Terrasse eine Pause von dem Trubel. Hier hatten wir es erstaunlicherweise sehr ruhig. Leider habe ich … mal wieder … kein Belegfoto. 😥

     

Der Weg ins Tal nach Wehlen war anders geartet und doch durften Felsen und Felsformationen nicht fehlen.

 

Die Stadt Wehlen empfing uns dann mit einer alten Tordurchfahrt. Davor winkte uns, bei einem Blick nach links, auch hier nochmal eine kleine Burg zu! 😆 In der Ortsmitte verwunderte uns eine Radfahrerkirche! Solche Kirchen haben dort im Sächsischen und Mitteldeutschen schon fast Tradition. – Wir fanden ein Café* und ließen den aktiven Teil des Tages über 10,4 km mit 237 hm ausklingen. – Danach brachten uns Bahn und Boot zurück nach Bad Schandau!

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* zur Aufklärung, nicht dass ihr denkt, wir wären nur schlemmend unterwegs gewesen, so mit Brotzeit, Café & Kuchen und nochmal Café & Kuchen: ich bin für den Kuchen zuständig, meine Frau isst mal einen Happen davon und trinkt meist einen leckeren Latte Macchiato! – Die Kalorien habe ich dann bei der 2. Doppelbelastung wieder „verfeuert“! 😛

12 Kommentare

  1. Catrina |

    Lieber Manfred
    Haha, und gerade habe ich gedacht, dass ich gerne mit euch mal wandern würde, wenn es an jeder Ecke Kaffee und Kuchen gibt! 😉 (auch wenn die Belegfotos fehlen, tsts).
    Diese Schwedenlöcher und die Geschichte dazu sind sehr interessant! Diese urwüchsige Schlucht würde sich immer noch gut als Versteckort eignen. Wunderschön!
    Und diese Felsformationen bei der Bastei sehen fast fremdländisch aus. Sehr fototauglich und schön! Es erinnert mich ein bisschen an einen verlassenen, von der Natur überwachsenen Tempel irgendwo in Kambodscha. Nicht dass ich da jemals gewesen bin. 😉
    Eine Radfahrerkirche? Das habe ich noch nie gehört. Fährt man da mit dem Rad rein? Klingt auf alle Fälle interessant!

    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Zürich!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      ach, du isst auch so gerne Kuchen? – Kannst gerne mit’m Kai mal mitkommen, denn Kuchen muss bei mir immer sein. Meiner Frau reicht meist ein Latte Macchiato … und dann nimmt sie von mir ein Stück, am liebsten wenn es ein Stück mit Mohn ist! 😉

      Ich glaube auch, dass man sich da heute noch verstecken könnte. – Die Geschichte ist schon interessant, mir aber meist zu kriegslastig! 👿

      Die Felsformationen sind sehr ungewöhnlich und lassen viele Assoziationen zu … und Radfahrerkirchen kannte ich auch noch nicht. Sie dürfen sich nur so nennen, wenn Sie Radlern Zuflucht bieten können und sei es durch ein Stückchen Garten, in dem die Radler „campieren“ dürfen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann gibt es im Mitteldeutschen schon so um die 50 solcher Kirchen. Vieles konnte ich mir aber gar nicht merken; muss selbst nochmal nachlesen.

      LG von einem unter der Hitze leidenden Manfred

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  2. Helge Orlt |

    Lieber Manfred,
    man, was für tolle Fotos. Diese Licht und Schattenspielt zwischen Wald und Fels ist echt schön. Aber sag mal, du willst erzählen, das da viele Menschen waren, aber deine Bilder sehen aus als seid ihr ganz alleine auf weiter Flur unterwegs gewesen 😆
    Naja, und wegen den ganzen Pausen mit Kaffee und Kuchen: wer kann, der kann halt. Lass dich nicht verunsichern, Kaffee und Kuchen darf jeder so viel zu sich nehmen, wie er möchte 😉
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Manfred |

      Liebe Helge,

      ich mochte noch nie Fotos mit viel Volks drauf, also hab ich zum einen so fotografiert und zum anderen dementsprechend aussortiert. Hättest du gerne geguckt, ob du jemanden darauf entdeckst, die/der dir bekannt ist? 😛

      Kuchen, naja, meine Taille kann es sich leisten, aber zu viel geht auch nicht, sonst tut sich der Darm dicke … und Laufen ginge dann Stunden später immer noch nicht. 😳 Also, wie immer, alles in Maßen! 😉

      LG Manfred

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  3. Elke |

    Lieber Manfred,
    wow, das waren aber ganz tolle Aussichten, die Ihr da erlaufen habt! Sehr es den anderen Menschen nach, dass sie das auch erleben wollten. Es war es auf alle Fälle wert! Bad Schandau, Schwedenlöcher, Rathen – da klingelt ganz viel Erinnerung bei mir. Ach ich müsste auch nochmal hin!
    Eure Lab mit Speis und Trank und Kaffee und Kuchen sei Euch gegönnt und Ihr habt es Euch auch erarbeitet, auch ohne Belegfotos! 😉
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      ach, einfach mal einen Ruck geben, oder auf einen Trip in die Schweiz verzichten, oder vielleicht geht auch mal beides, auch wenn es weit auseinander liegt?! – Oder warten bis ins rüstige Rentenalter! 😉

      Ich sehe es den Menschen durchaus nach, aber sie müssen ja nicht auf meine Fotos! Und die erste Café-Pause hatten wir ja Ruhe … aber in Wehlen war es irgendwie „irre“, weil sich ein älteres Ehepaar direkt an unseren kleinen Tisch mit dranquetschen wollte. Auch dort gab es die „normale“ Abstandsregel, aber die Dame tat so, als hätte sie noch nie was davon gehört. In diesem Café haben wir uns nicht so richtig wohl gefühlt, eher wie Fremdkörper und etwas unter Zeitdruck! 🙄 Ein zweites Mal ist uns das in einem überladenen Café in Bad Schandau passiert. Manche älteren Leute scheinen dort sehr ignorant zu sein und Wünsche und Bedürfnisse anderer sind ihnen vielleicht egal?

      Wir haben es überlebt und unsere Konsequenzen gezogen! 🙂

      Aus dem heißen Südhessen
      LG Manfred

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  4. ultraistgut |

    Lieber Manfred, schier unglaublich diese Landschaften, in denen ihr euch so herumgetrieben habt ! Besonders gut gefällt mir der Blick hinunter auf die Elbe.

    Touristenströme auch dort – kein Wunder – da hast du vielleicht auch eine klitzekleine Ahnung, was hier derzeit abgeht, ABER ihr konntet “ flüchten “ und wir tun es auch.

    Und was den Kuchen angeht, ist in unserer Familie nicht anders…..Frau trinkt…Mann isst den Kuchen……………..

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      ja, landschaftlich war es schon toll, was sich da manchmal aufgetan hat! Oft konnten wir es auch mehr in Ruhe genießen, bestimmte Hotspots waren aber überlaufen, so wie bei euch. Da ist es definitiv schön, wenn man fliehen kann! Wenn andere dort länger bleiben wollen, oder bestimmte Leute das brauchen, wie solche Strandgänger bei euch, bitte gerne! Nur müssen wir das nicht haben! 😉

      Café & Kuchen … ein festes Ritual, aber eine Kuchenschlacht, wie früher so manches Mal, muss ja nicht mehr sein! 🙂

      Aus dem heißen Darmstadt
      LG Manfred

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  5. Anna |

    Lieber Manfred,
    ich wollte gerade nachfragen, warum sie Schwedenlöcher heißen aber da hast du uns ja bereits aufgeklärt. Danke 😊 und nein, ich sehe es nicht als Diskriminierung 😉
    Wieder eine wunderschöne Wanderung in herrlicher Natur! Nur zu viele Menschen… das haben solch Ausflugsziele leider an sich. Und dann noch dafür bezahlen um sich noch mehr Gedränge aussetzen zu dürfen – darauf hätte ich auch verzichtet!
    Wandern und schlemmen – das passt doch zusammen wie die Faust aufs Auge… 😜
    Liebe Grüße Anna

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    • Manfred |

      Liebe Anna,

      ich hoffe, dass die überwiegende Mehrzahl der Schweden das auch so sieht! 😉 Im Ernst: ich habe nie daran gezweifelt, weil ich die Schweden in Wirklichkeit nie so eingeschätzt habe und hätte. Es war eher als verdeckter Seitenhieb gegen die so wahnsinnig Empfindlichen unserer Gesellschaft gemeint, die in allem gleich eine Diskriminierung sehen. – Ich hatte in letzter Zeit so ein paar Erlebnisse …

      Ja, Gedränge an den touristisch interessanten Punkten ist ja nicht nur in dieser Viruszeit nervig, aber was soll man machen … andere wollen ja auch was angucken (dürfen)!

      … ab und an genießen gehört doch insgesamt zum Leben dazu … Hauptsache, man hält die Balance!

      In diesem Sinne
      LG Manfred

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  6. Volker |

    Lieber Manfred,

    gut, dass Du die Fußnote angefügt hast, ich hatte schon die Befürchtung Du würdest kugelrund aus dem Urlaub zurückgekehrt sein 😛

    Tolle Bilder, die wirklich Lust machen das Elbsandsteingebirge einmal zu besuchen! Irgendwann werden sich sicher auf die Touristenströme wieder besser verteilen.

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,

      vielleicht überschätzt du meinen Stoffwechsel, aber der ist doch ein gaanz mieser „Futterverwerter“! Also um kugelrund zu werden, muss ich das x-fache von dem essen, was ich momentan zu mir nehme und dürfte mich nicht mehr bewegen. Somit bleibe ich lieber so, wie ich bin, auch wenn ich bei der Hitze Schwierigkeiten habe genügend Stoff zu bekommen … hab etwas abgenommen! 😳

      Da ihr ja unabhängig von den Ferien seid, einfach mal einplanen, wenn alle Bundesländer Schule haben! 😆 Es lohnt sich definitiv!

      LG Manfred

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Und, was denkst du?