am Wegesrand

Von in 2020, mal was anderes 10 Kommentare , , ,

Erst einmal so nebenbei und als Randbemerkung ein kleines Gruß-ABC aus dem Hessischen, damit ihr Bescheid wisst, falls ich doch mal unkontrolliert abgleite in solch fremdartige „Sprachgefilde„! 😳

… jetzt wisst ihr auch, wie sprachgewandt und flexibel man sich hier gibt! 😛

Ihr könnt es ja gleich mal einüben und in eurer Umgebung einsetzen … und dann mal berichten, ob ihr wie Bürger längst vergessener Zeiten, oder wie Aliens angeguckt wurdet! 😆

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Da ich momentan nicht belasten soll, zumindest solange nicht abgeklärt ist, was mich jüngst befallen hat, bin ich heute mal mit dem Bike raus. Die HR-Messfunktion meiner Uhr war eingeschaltet … und ich bummelte sehr schön gemütlich vor mich hin. Es ging im Westwald, durch ein kleines schönes Waldstück, in dem sich meine Frau tummelt, wenn sie laufend unterwegs ist! – Das Wischfon war schussbereit, hatte ich doch beim letzten Lauf mit meiner Frau die Idee mal die Gegend um uns herum etwas genauer zu begucken!

 

Kaum war ich „um die Ecke“, auf dem 1. breiteren Waldweg, da entdeckte ich die Spuren von nachtaktiven Tieren. Na, da bin ich schon mal vorgewarnt, falls ich mich mal des Nachts dorthin verlustieren will! 😉

 

Schräg gegenüber sah ich diesen Baumstumpf, der still und stumm vor sich hinmodert! – … und ratet mal, was die beiden Bilder miteinander zu tun haben. – … – Da wird doch mitten im Wald ein oller, hohler Baumstumpf als Getränkelager genutzt … und es ist vom Weg her wirklich nicht zu sehen! 🙄

 

Nur ein kleines Stückchen weiter dann das: eine kleine Bodenmulde an einem Baum wurde als Müllablade missbraucht! 😥 Der Baum steht direkt hinter einer Bank. – Da hat sich wohl ein Waldbesucher an seiner MNB verhoben und schaffte es nicht sie bis nach Hause zu nehmen, um sie dort zu entsorgen?! 😳

   

Die netteren Eindrücke muss man sich allerdings „auch“ erarbeiten, indem man nicht nur in höherem Tempo überall vorbeipest, sondern ab und an mal genauer hinsieht! Direkt vor den querliegenden Ästen haben sich kleine Blümchen ihren Weg ans Licht erkämpft! 🙂

  

Nimmt man aber ein kleines Stückchen weiter, dort auf der großen ebenen Mühlschneise, zu schnell Fahrt auf, kann man weder links des Weges diese Früchte sehen, noch gegenüber ein paar Blümchen. Sie sind vielleicht alle keine aaahs und ooohs wert und doch nette Abwechslungen und eines Blickes würdig! 🙂

   

… und überall wieder gefällte Bäume, manches ist für Laien nicht nachvollziehbar, da die Schnittfläche sehr „gesund aussieht“, während die „benachbarte Aktion“ direkt daneben einleuchtet und andere Sägearbeiten wiederum vom Waldbesucher sehr dankbar angenommen werden.

   

Bleibt man aber an einer Bank an der Mühlschneise nicht stehen und schaut sich dort mal um, wird man des Gedenkschildes für den französischen Pfadfinder nicht gewahr. – Eine kurze Strecke später wiederum versuchte man einen Baum direkt am Wegesrand anzuketten … oder wachsen diese Fahrradschlösser jetzt an und auf Bäumen?

Weiterhin ist es ganz interessant, was so auf den Bänken in unserem Waldstück steht, bzw. wer sie gestiftet hat! So fotografierte ich heute auch mal alle Bänke, die ich während meiner Mini-Ausfahrt passierte:

 
Bank 1 von der IG Lämmchesberg gestiftet!
  
Bank 2 wurde von Ruth und Helmut gestiftet!
  
Bank 3 grüßt nur den müden Wanderer!
  
Bank 4 und 5 lächeln und laden zum Verweilen ein!
  
Bank 6 ist wieder von der IG Lämmchesberg gestiftet!

Waoh, auf einer Strecke von gerade mal 4,2 km sind es 6 Bänke, die dort stehen, also alle 600 Meter eine Bank … die letzten 600 Meter schafft man ja ohne Bank nach Hause! *hüstel*

… und dann wurde mir bewusst, dass das meine Runde sein muss … so eine richtige Rentnerrunde! 😆 Sie ist nicht überfordernd, da doch auch ein alter Mann, wie ich, 😛 eine solche Strecke schaffen sollte!

… und dabei nehme ich stark an, dass ich wieder ganz gesund werde, aber ich weiß ja nicht, wie es dann um meinen Fitnesszustand bestellt sein wird! 😱

10 Kommentare

  1. Catrina |

    Gude, lieber Manfred!
    Das ist ja einfach zu lernen, dieses Hessische! 😉
    Eine interessante Rentnerrunde, die du da hast!
    Wer hätte gedacht, dass sich in dem Baumstumpf noch volle Bierflaschen befinden! Sehr kreativ!
    Sind die Spuren bei den ersten beiden Bildern von Wildschweinen?
    Sechs Bänke auf 4.2km! Das ist ja schon sehr luxuriös! Wir gehen ja jede Woche mit meinen Eltern spazieren und erst da fiel es mir auf, wie wichtig Bänke sind. Sie müssen je nach Tagesform etwa alle 800 Meter eine Sitzgelegenheit haben. Da wäre deine Runde ideal!
    Ich hoffe jedoch, dass du diese Bänke nie benutzen musst, höchstens für Liegestützen oder für Dips, um die Trizeps zu stählen. Jemand, der sich so viel bewegt wie du, braucht sich keine Sorgen um fehlende Fitness zu machen, auch wenn du zur Zeit etwas eingeschränkt bist.
    Ich wünsche dir weiterhin eine gute Besserung und viele schöne Fahrradrunden!

    Liebe Grüsse (oder Gude?) aus dem sonnigen Zürich!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      dieser kurze Gruß ist einfach und vielseitig! 😆 Du kannst ihn aber auch verlängern: Ei gude, wie? – … und am frühen Nachmittag wurde ich von einer hessischen Kollegin immer wie folgt verabschiedet: Ich wünsch dir einen schönen Mittag! … hä, war der nicht schon vorbei? 😉

      Auf die lustige Art lernt man ein paar hessische Eigenheiten, wenn man sich einen Asterix in Hessisch kauft, allerdings ist man danach der Meinung: Die habbe en Dubbe, die Hesse! 😛

      Ich hoffe selbst, dass es mindestens noch 20 Jahre dauert, bevor ich wirklich darauf angewiesen bin, wollte aber nichts und niemanden verunglimpfen! Im Gegenteil, habe ich mir doch oft vorgestellt, welche Bank ich ansteuern würde, wenn ich mit meiner Mutter hier nochmal spazieren gehen könnte. Leider geht es nicht mehr, da sie vor 4 Jahren mit 88 gestorben ist. – Genieße du deine Eltern, solange du sie noch hast!

      Ja, das sind Spuren von Wildschweinen, die man eigentlich in allen umliegenden Wäldern Darmstadt vorfinden kann. Ich hab damit kein Problem, da unsere Wildschweine nicht aggressiv sind und bei Begegnung eher „die Biege“ machen. Man sollte nur vorsichtig sein einer Bache mit Frischlingen nicht zu nahe zu kommen.

      Das Versteck für die Bierflaschen mag ja kreativ sein, aber bei dem Wetter … warmes Bier soll nicht schmecken, hab ich mir sagen lassen!

      Ooch, zum Träumen und um Vögel zu beobachten habe ich schon mal die eine oder andere Bank benutzt. Für Fitnessübungen weniger, höchstens mal zum Festhalten, wenn ich mich gedehnt habe!

      Vielen Dank dir. Ich werde versuchen wenigstens mit dem Rad in Bewegung zu bleiben, soll mich momentan nicht belasten.

      Wie würden sie hier sagen: Alla, machs gud! – Ne, da schüttelt es mich! 😆

      Dann lieber: Tschüssikowski!
      Aus dem bewölkten Darmstadt
      LG Manfred

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  2. ultraistgut |

    Lieber Manfred, GUDE – warum kommt mir das so bekannt vor, haben die Hessen das von den Pfälzern geklaut oder umgekehrt. Ich mag das Hessische und natürlich das Pfälzische sehr, insbesondere, seitdem ich nicht mehr dort wohne. Habe gerade gestern ein Paar angesprochen , das aus meiner Heimat kam,nur um das Pfälzisch mal wieder zu hören – und sie haben sich gefreut !!

    Tja, mein Lieber, was man alles sieht, hört, erlebt, wenn man mit allen Sinnen so eine richtige Rentnerrunde macht ! Macht doch auch Spaß man muss nur einfach das Schöne erkennen und mitnehmen, so, wie du es getan hast – YES !!

    Alla don mach’s gud !! Mer lese widder vunenander !!😉

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      tja, das mit den Dialekten … viele haben ihren Reiz, allerdings kommt es darauf an wie undeutlich und derb es „rüber kommt“! Ich bin ja in einer Gegend geboren, deren Dialekt auch manche „Ähnlichkeiten“ aufweist! Das Fränkische ist manchmal soweit nicht weg, aber ich mag es nicht mehr so … und doch kann ich mir die mittelfränkischen Blödelbarden (Fürth) Heißmann und Rassau eine Zeit lang anhören, obwohl ich im Oberfränkischen (Coburg) geboren bin. Meine entscheidende „Sozialisierung“ habe ich nördlicher erfahren! 😆

      Welcher Dialekt quasi zuerst da war, kann ich allerdings nicht ergründen! 😳 😆

      Aufmerksam die Welt beobachten und teilweise „erobern“! 😉 Man kann ne Menge entdecken und erfahren! 🙂

      Machs gut und
      LG Manfred

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  3. Elke |

    Ei gude, wie?
    Ha, wieder etwas gelernt. Mir scheint der „Gude“ ist der Bruder vom norddeutschen „Moin“, was ja auch seine Wurzeln im Worstsinn „gut“ haben soll.
    Tja, die Beobachtungen am Wegesrand… Interessant, was Du da alles so gefunden hast! Dann hat Deine Tour vermutlich ziemlich lange gedauert…? 😉
    Das Getränkelager ist ja ein Gag! Ich kenne jemand, der schwört auf warmes Bier im Erkältungsfall! Also ist das in Wahrheit eine Waldapotheke! 😉
    Leier wären bei Fotos von meinen Strecken sehr viele Müllbilder dabei. Ich stelle mir manchmal vor, wieviele blaue Säcke das füllen würde, so auf meiner 10-km-Runde… zu viele.
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      da kam mir sofort: richtig, die Elke ist sehr gut! 🙂 Das „Gude“ wird in einigen Betrachtungen über Mundart mit dem „Moin“ verglichen.

      Es ist definitiv interessant, was man so alles beobachten und auch finden kann. Ich werde mir jetzt aber nicht angewöhnen, hinter jedes „verdächtige Ding“ dahinter zu schauen, nach dem Motto, man könnte ja was entdecken! 😆

      Möglicherweise entsteht da gerade eine Waldapotheke, kann sein, dann muss aber noch mehr rein und etwas Bier raus! 😛

      Müllbilder? Lieber nicht; es gibt schon unansehnliche Flecken, leider! 😥

      Machs gut!
      LG Manfred

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  4. Volker |

    Moin Manfred,

    Elke hat es mir ja schon aus dem Mund genommen, was dem Hesse sein Gude ist dem Nordlicht sein Moin. Viel mehr braucht es nicht, hüben wie drüben 😉

    Hast Du im Baumstumpf vielleicht mal nachgeguckt? Vielleicht lag das Bier ja tatsächlich auf Eis! 😀

    Alle 600 m ne Bank, dass nenne ich mal einen Service. Wer weiß wozu die nicht noch einmal alle gut sind? Hier ein paar Liegestütze, dort ein paar Dips… Catrina hat da schon ein paar sinnvolle Ideen genannt 🙂
    LG Volker

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    • Manfred |

      Moin, lieber Volker,

      ertappt! 😉 Unters Bier hab ich nicht geschaut, allerdings müsste man das Eis ziemlich oft am Tag austauschen … bei unseren Temperaturen! 😆

      Zum Gruß habe ich ja schon geschrieben, dass „Gude“ mit „Moin“ verglichen wird. Wahrscheinlich ist der Hesse aber im Allgemeinen „geschwätziger“ als der Norddeutsche! 🙂

      Ich bin ja weniger der „Folterkammertyp“, von daher mache ich lieber meine wenigen Kräftigungsübungen zuhause, wenn ich sie denn mache! 😛 Aber Bänke kann man ja auch anders ge-, oder auch missbrauchen! 😛

      Syltet weiter schön zur vollkommnen Erholung!

      LG Manfred

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  5. nido00 |

    Lieber Manfred,
    toll was du da so alles endeckst in der Langsamkeit des Radfahrens. Das sollte dir die Zeit doch erstmal gut vertreiben. Wer ist denn die IG Lämchesberg?
    Liebe Grüße!

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    • Manfred |

      Liebe Roni,

      da noch nicht raus ist, was „mich befallen“ hat, soll ich nicht belasten. Also bin ich nur ruhig unterwegs. … demnächst auch im Waldstück etwas weiter weg. Na und bei dem wahnsinnigen 😛 Tempo kann man halt was entdecken! 😉

      IG steht ja in der Regel für Interessengemeinschaft und Lämmchesberg ist nicht nur eine Erhöhung (280 m) in Kaiserslautern, sondern auch ein Bezirk in Darmstadt-Eberstadt. Innerhalb des Bezirkes gibt es genau dieses erradelte Waldstück mit einer kleinen Erhebung. Dort steht eine Kieferngruppe unter Naturschutz. Es waren mal 11 alte Kiefern (über 200 Jahre) von denen noch 5 leben. Soweit ich weiß will diese IG um den Erhalt kämpfen. Man hört immer wieder Gerüchte, dass der Wald platt gemacht werden soll. (neue Siedlung, oder auch Bahnprojekt?)

      So far und
      LG Manfred

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