Aus verschiedenen Gründen wollten wir wiedermal in die Hauptstadt fahren! – Zum einen ging es um Krankenbesuche. Ein uns lieber, nahestehender Mensch hatte zum Glück eine schwere OP super gut überstanden. Dann wollte ich meine Scans alter Fotos weitergeben. Zudem stand auch ein Bloggertreffen mit dem Deichläufer an! 😆

Ideale Gelegenheit ein weiteres Stück Mauerweg zu erwandern! – Unsere letzte Wanderung dort Ist schon eine Weile her! Eine Fortsetzung im Süden war geplant. Wir waren im Oktober 2022 bis nach Lichtenrade (Prinzessinnenstraße) gekommen. –  😳

Nur war der Ausgang aus dem S-Bahnhof Lichtenrade Richtung Prinzessinnenstraße vor lauter Bauzäunen nicht einfach zu finden! Zuerst schlugen wir die falsche Richtung ein! 🙄

Vor dieser Passage und auch direkt danach war kein Hinweis auf Straßen der Umgebung!

Ein kleiner Umweg tat nicht weh. Danach ging’s durch eine ruhige Siedlung zum Stadtrand und

auf Waldboden zum eigentlichen Mauerweg, hier in einem langen Abschnitt sogar asphaltiert!

Leider nervte meine Frau eine kleine Stelle am großen Zeh! 😥 – Hatte sie bei der Pediküre nicht aufgepasst? – Sie blieb tapfer bei ihrem guten Schritt, bis wir eine passende Gelegenheit fanden die Stelle zu behandeln, sprich etwas abzupuffern!

Gegenüber der roten Bank war ein schöner Plan, der die Umgebung sehr gut abbildete!

Ca. 15 Min. später verließen wir den Wald, mussten eine kleine Straße queren und

erfuhren den netten Namen eines kleinen Ortsteils von Mahlow: Waldblick. Er gehört zur Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Noch war der S-Bahnhof Lichtenrade nicht weit, aber auch zum Flughafen Schönefeld war die Strecke schon überschaubar! 😆

Allerdings mussten wir einen Umweg von ~ 2 km gehen! – Bei Interesse einfach die Karte so lange vergrößern, bis dieser komische Einschnitt zwischen Lichtenrade und Mahlow im Südosten zu sehen ist! – Bevor wir dann wieder auf die normale Route des Berliner Mauerweges kamen, ging’s nach Norden, ein kurzes Stück nach Osten, um dann nach Süden wieder zum Stadtrand zu gehen. Diese Routenführung ist leider nötig, da die Deutsche Bahn die „Dresdner Bahn“ wiederauf- und ausbaut! Angeblich soll das aber bald ein Ende haben!

Wir ließen uns natürlich nicht beirren und sammelten Eindrücke links und rechts des Wegs.

Danach konnten wir erneut abtauchen und auf einem Trampelweg den Anschluss nehmen.

… aber ging hier mal die Mauer lang? 😆

Zwischendrin konnte frau sich immer wieder bilden und Infos zur alten Trennwand lesen!

Im folgenden Abschnitt war der Mauerweg für einige Zeit unbefestigt, es ging über natürliche Waldwege und Pfade und zum Teil auch durch Waldstücke, die heute in Privatbesitz sind.

Hier konnten wir sehr gut die aufblühende Natur genießen, fernab vom Großstadtgetöse! 😉

Wenn wir aber die aufgestellten Tafeln lasen, wurden wir dadurch in die schreckliche, historische Wirklichkeit ‚geholt‘! – Ganz junge Menschen wurden damals kaltblütig ermordet, nur weil sie sich ihr Leben anders vorgestellt haben und anders leben wollten! 😥

Wir ließen uns nicht niederdrücken, sondern tauchten ständig neu bewusst in die Natur ein!

Gegen Mittag nutzten wir die Bänke in der Nähe einer Siedlung, um etwas zu uns zu nehmen. Direkt daneben hatte die Deutsche Wildtier Stiftung eine tolle Idee umgesetzt und ein Wiesenarreal für Insekten abgesperrt.

Wir blieben nicht lange, es hatte angefangen zu regnen. – Auf dem letzten Abschnitt dann war es ganz einfach immer wieder zwischen Berlin und Brandenburg hin und her zu pendeln! 😆


links ist Brandenburg. neben dem schmalen Grünstreifen rechts ist Berlin

Auf der Ringslebenstraße verließen wir den Mauerweg und marschierten in Richtung Gropiusstadt, um uns noch ein bisschen in den Gropius Passagen zu tummeln.

Der obligatorische Kuchen schmeckte toll, auch wenn das Bild unscharf geworden ist! 😆

Insgesamt haben wir jetzt 4 Mauerwegabschnitte mit gut 58 km gemeinsam absolviert. Dazu kommt mein Lauf im Südwesten (20 km), mit dem ich meine Mauerwegumrundung begonnen hatte. Diesmal waren es 12,3 km in 2:25 Std. (ohne die Mittagspause).

12 thoughts on “Mauerweg V (Süd 2)”

  1. Lieber Manfred,

    das Unternehmen, den Mauerweg samt seiner Geschichte gehend bzw. laufend nachzuverfolgen, finde ich absolut großartig!
    Immerhin bin ich selber Kind zweier mit Rucksack in den Fünfzigern über die zunächst noch ziemlich grüne Grenze geflüchteten Elternteilen und war während Kindheit und Jugend fast jedes Jahr einmal „drüben“ auf der anderen Seite.
    Viel Verwandtschaft in beiden Hälften, viele erzählte und über Erzählungen miterlebte Schicksale … was habe ich ungläubig heulend (in Münster damals) am Fernseher gestanden als die Nachrichten die Bilder vom Mauerfall brachten.
    Wenn ich jetzt bei dir lesend daran erinnert werde, tröppelts gleich nochmal vor lauter Sentimentalität aus den Augen …
    Das alles vor Ort mit Zeit und Muße nachzufühlen halte ich wie gesagt für fühlbare Heimatkunde.
    Schönen Gruß von Lizzy

    1. Liebe Lizzy,

      deswegen habe ich es nicht nur geplant, sondern bin immer wieder dabei es umzusetzen! 😉

      Danke dir für den interessanten Einblick. Dann hast du ja doch so einige Bezugspunkte nach ‚drüben‘! – Meine Mutter kam aus Frankfurt/Oder und ist in Berlin aufgewachsen, hat nach dem Krieg aber eine Ausbildung im Rheinland gemacht. Später waren wir von Berlin aus ein paar Mal drüben. Wir lebten im ummauerten Berlin und waren immer wieder mal an der Mauer. Den Mauerfall selbst haben wir aber aus der Provinz, 😉 hier in Darmstadt, am TV erlebt, konnten leider hier nicht weg!

      Uns ist es quasi ein Bedürfnis das alles nochmal nachklingen zu lassen, deshalb diese kleinen Wanderungen!

      Liebe Grüße Manfred

  2. Lieber Manfred,

    danke für diesen wieder interessanten Post mit vielen spannenden Informationen!
    So eine Wanderung mit zusätzlichem historischen Bezug liebe ich. Und das bringt mich auf die Idee, ähnliches im September anzugehen. Aber dann vielleicht für Mauerwegsanfänger erstmal nur in der Innenstadt?
    Ich finde es gut, dass an man diese Phase der Geschichte so erlebbar erinnert, dass man es auch heute noch ein Stück weit nachempfinden kann, welch kranke Ideologie da umgesetzt wurde. Mir ginge es wie euch, die konkreten einzelnen Schicksale der Getöteten gehen an die Nieren…
    Ich hoffe, deine Frau konnte trotz Zehenproblem den Tag auch halbwegs genießen.
    Bleibt ihr noch länger in Berlin?

    Liebe Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke,

      ja, das weiß ich, dass du so etwas magst. Schön, wenn ich dir ein paar Eindrücke vermitteln konnte!

      Ich denke auch, dass die Innenstadt einen guten Einstieg bieten kann. Hier vielleicht auch nur kurze Etappen wählen. Da ist die Informationsfülle sicherlich höher, zumal es weiteres Historisches gibt!

      Meine Frau konnte es genießen, zumindest hat sie es so gesagt. (Sie ist hart im Nehmen 😛 )

      Inzwischen sind wir nach einer Woche Berlin-Aufenthalt zurück im Hessischen!
      Liebe Grüße Manfred

  3. Lieber Manfred,
    da habt ihr wieder eine Etappe mehr vom Mauerweg erforscht. Sehr schön! Wieviel fehlt dir noch? Ich kann mir da ja nichts drunter vorstellen, was du beschreibst.
    Hast du vielleicht sowas, wie eine Graphik von der gesamten Runde, auf der du deine schon ergangenen und erlaufenen Streckenabschnitte eingetragen hast?
    Und dann auch noch ein schönes Bloggertreffen mit Volker – wie herrlich! 😀

    1. Liebe Doris,

      gemeinsam waren wir jetzt knapp 60 km unterwegs. Da fehlten uns noch 100 km. Da ich aber den ersten Abschnitt von 20 km gelaufen war und einen kleinen Übergang von ca. 3 km zusätzlich ‚mehr‘ habe, sind es bei mir inzwischen über 80 km. Damit habe ich etwas mehr als die Hälfte absolviert!

      Eine Grafik habe ich noch nicht eingefügt, da ich das Copyright beachten will. Ich habe aber vor es quasi nachzuzeichnen und dann nachzulliefern! – Vielleicht berichte ich auch vom Bloggertreffen, da ich die Berlin-Woche evtl. noch ’nachzeichnen‘ will!

      Liebe Grüße Manfred

  4. Lieber Manfred
    Schon faszinierend, dieser Mauerweg. Ich glaube, ich habe schon mal gefragt, aber ich weiss die Antwort nicht mehr: wie lange ist der gesamte Mauerweg?

    Schön, dass auch immer wieder Tafeln aufgestellt sind, wo man die Geschichte zum Ort erfährt. Was mir in Deutschland immer auffällt: der rauhe Ton und der eifrige Gebrauch von Ausrufezeichen auf Hinweis- oder Verbotstafeln. Das Schild, das freundlich mit „Guten Tag“ anfängt, ist ein wunderbares Beispiel. Es fängt so nett an und dann, gegen den Schluss, geht’s plötzlich wieder los mit dem harten Befehlston. Es ist zu köstlich!

    Und danke für das Kuchenbild! Wir nehmen auch unscharfe Bilder. 🙂

    Liebe Grüsse aus dem bedeckten Zürich!

    1. Liebe Catrina,

      der gesamte Mauerweg umfasst ca. 160 km! – Was wir absolviert haben kannst du in meinem Kommentar an Doris nachlesen! – Ich finde diese Infotafeln nicht nur informativ, sondern auch wichtig!

      Oh, vielen Dank für diesen Input von außen. Zum einen habe ich, offen gestanden, das Schild gar nicht zuende gelesen, zum anderen wäre es mir wahrscheinlich nicht aufgefallen, da ich zum einen den etwas rauheren Ton der Berliner gewohnt bin und solche Zwischentöne oft und gerne auch überlese! 😳

      Vielen Dank, dass du auch unscharfe Kuchenbilder akzeptierst! 😆

      Aus dem sonnigen Darmstadt
      viele Grüße Manfred

  5. Mauerweg, sehr interessant, hatte bisher nur davon gehört, weil der Mauerweglauf ja auch jedes Jahr ein offizieller Lauf ist. Meine Freundin läuft dort jedes Jahr mit.

    Schön, wenn man ihn so wie ihr auch zu Fuß verfolgen kann, um all das weniger Schöne von damals jetzt im geeinigtem Deutschland erleben zu können !

    Zum Glück ist damals die Mauer gefallen, ich erinnere mich noch sehr gut daran, Gänsehautfeeling auf der ganzen Linie – und wäre sie nicht gefallen, würde ich hier auch nicht wohnen können !

    Liebe Grüße von der regnerischen, kühlen Ostsee

    1. Liebe Margitta,

      für uns ist es doppelt interessant, weil wir zwar zu unterschiedlichen Zeiten, aber beide in Berlin ’sozialisiert‘ wurden! 😉 Aber nicht nur das Politische nachzuempfinden, sondern auch die unterschiedlichen Eindrücke, quasi landschaftlicher Art, zu sammeln, ist für uns interessant. Die Innenstadtansichten kannten wir ‚von hinter der Mauer‘, aber die Stadtrandsiedlungen so gar nicht!

      Den Fall der Mauer erlebten wir aus der Provinz, konnten aus familiären Gründen hier nicht weg!

      Aus dem sonnigen Süden
      liebe Grüße Manfred

  6. Der lange Mauerweg… historisch und sportlich eine Herausforderung. Und auf jeden Fall sehr abwechslungsreich, bis auf Sumpf ist eigentlich fast alles dabei, oder? 🙂
    Ich finds gut dass ihr den abwandert, schönes Projekt ohne Hektik und mit viel Reflektion was da mal so abgegangen ist. Unsere Alterklasse hat das ja alles miterlebt, aber ich frage mich manchmal wie dieser Teil der Geschichte auf die Jüngeren wirkt, das muss doch völlig surreal sein.
    LG, Oliver

    1. Lieber Oliver,

      historisch interessant ist es für uns auch aus doppeltem Grund, da wir dort aufgewachsen sind. Meine Frau hat JFK live erlebt und auch den Bau der Mauer ziemlich hautnah mitbekommen! Zudem kannten wir die ganzen Blicke ‚von hinter der Mauer‘! – Sumpf ist meines Wissens nicht dabei, aber der Name Berlin soll aus dem Slawischen kommen und soviel wie Sumpf bedeuten. Das geht wohl darauf zurück, dass der Grundwasserspiegel ziemlich hoch war. – In Randbereichen sind noch die stillgelegten Rieselfelder!

      Ohne Hektik ist immer gut, wir nehmen uns dort auch extra die Zeit! – Unsere Tochter hat es zwangsläufig mitbekommen, war auch als Schülerin immer interessiert und konnte im Geschichtsunterricht nicht schnell genug zu den für sie wichtigen Themen kommen: Weimarer Republik, 3. Reich und dann auch das Danach! – Normalerweise wird es im Geschichtsunterricht behandelt, aber ob es die jungen Leute erreicht, hängt auch vom Lehrer und der Vermittlung ab! – Ansonsten müssen wir einfach zusehen, dass es nicht in Vergessenheit gerät. Z. B. dadurch, dass wir nicht Straßennamen umbenennen, sondern informierende Schilder darunter aufhängen usw.!!! Nicht totscheigen, sondern darüber reden!!!

      Liebe Grüße Manfred

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