Wieder fit:

Von Januar bis März 2014 hatte ich sehr gut trainiert, fing mir aber Ostern eine recht schmerzhafte Mittelohrentzündung ein. Zwei Wochen war ich komplett stillgelegt, das Antibiotikum tat sein übriges. Es verunsicherte mich bzgl. meiner Fitness für den Transalpine-Run im August. Erst nach fünf Wochen kam ich so langsam wieder rein. Den langen Kanten beim ZUT (Zugspitz-Ultratrail) traute ich mir deshalb nicht zu. Ich meldete mich für ZUT Supertrail (60,7 km mit knapp 3000 hm) an, als Standortbestimmung für den Transalpine-Run (TAR).

20. Juni Fahrt nach Grainau: Wiedersehen mit Ulrich, Freund und Partner für den TAR 2014 und mit anderen aus der Szene. Toll wieder unter Gleichgesinnten zu sein! – Am nächsten Morgen startete Ulrich in Grainau, während ich für den Supertrail den Bus nach Leutasch nahm. Am Bus traf ich Paula aus Böningen (CH). Es wurde kurzweilig bis zum Start. Vielen Dank Paula für die nette Unterhaltung und die Sonnencreme!
Vom Start weg lief es super bei mir. Die erste Steigung bis auf 2048 m war schnell und schon nach 8 km geschafft. Aber auch die erste Gefällstrecke machte mir wenig aus. Bis zur Verpflegung beim Hubertushof in Reindlau war ich in meiner Altersklasse sogar vorne dabei. Dann zog es sich hin. 15 Kilometer lang waren relativ wenig Höhenmeter zu meistern. Irgendwie habe ich diese Strecke verbummelt. Ich war nicht schlecht unterwegs, aber andere waren einfach schneller und die nächsten, eher kürzeren Steigungen und Gefällstrecken entzogen mir mehr Kraft, als mir lieb war! Bei der Verpflegungsstelle Partnachalm (40,7 km) setzte ich mich kurz hin, kam dann aber nicht mehr hoch. An acht verschiedenen Stellen an Beinen und Füßen verkrampften Muskeln, egal wie ich mich bewegte. – Es half nichts, also auf die Zähne beißen und quälen. Erst jetzt kam ich auf die Idee Salztabletten zu nehmen. – Wie dumm von mir … aber es ging dann doch weiter! Der Einstieg in die letzte Steigung mit über 1000 Höhenmetern kam bevor ich mich wieder gefangen hatte. Aber Salztabletten und die vorletzte Verpflegung (Talstation Längenfelder ca. 47,7 km) halfen voran, auch wenn sich das letzte Drittel der Steigung ordentlich hinzog. Dann war ich endlich oben! Von der Bergstation der Alpspitzbahn konnte ich nun endlich mal im Hellen laufen. 2011 und 2012 war es hier nach über 90 Kilometern schon finstere Nacht. … und jetzt ließ es sich toll laufen! Ich war wieder im Rennen und konnte bergab richtig Druck machen. Eine letzte Verpflegung, wieder an der Talstation Längenfelder, nutzte ich, um noch einmal etwas nachzufassen. Jetzt hatte ich das Gefühl die Strecke zu kennen. Das half mir nochmal mehr. Nach 10 Stunden und 4 Minuten lief ich in Grainau ins Ziel. Auf der Partnachalm hatte ich schon befürchtet 11 Stunden und mehr unterwegs sein zu müssen! Der Zugspitz-Ultratrail ist einfach eine tolle Veranstaltung und ich konnte erneut sagen: es hat sich wieder gelohnt!

Für mich war es eine weitere Erfahrung, die mir zeigte, dass es auch nach heftigsten Tiefs weitergehen kann. Noch nie vorher hatte ich dermaßen viele Krämpfe gehabt … und diese fast alle gleichzeitig. Anfangs wusste ich mir nicht zu helfen, aber meine Willenskraft und natürlich auch die Erfahrung gaben den Ausschlag!

Leider hatte es Ulrich viel härter getroffen. Magenprobleme zwangen ihn zur Aufgabe!
Paula kam nach 10 Stunden und 29 Minuten ins Ziel! – Gratulation!

Vor dem Start:

ZUT 2014 - Start mit Paula

Blick auf Garmisch-Partenkirchen (Bergstation Alpspitzbahn):

ZUT 2014 - Blick auf Grainau

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