1. Lauf-Urkunde

Von in 2020 16 Kommentare , , , ,

Nee, oder … neeuunundviieerzig Jahre? – Ewig lange her, das hätte ich nie nicht gedacht … vor allem, dass ich die so lange aufgehoben habe! 😆

Einige Blogbeiträge berichteten um Ostern von tollen „virtuellen Läufen“. Manche Finisher wurden sogar mit Urkunden belohnt! Großveranstaltungen, sprich Laufevents darf es ja nicht geben, also wird man kreativ! Super! TOLL!

Margitta schrieb in dieser Zeit, dass sie 41 Jahre dabei ist! – Seit April 1979 läuft sie, läuft sie lange, ultralange Strecken … auch ne ultralange Zeit!

… und dem Volker gegenüber hatte ich von meinen Medaillen gesprochen, kramte etwas zeitversetzt dann mal meine Urkunden raus und stolperte über dieses gute DIN-A5 große Stück. Im zarten Alter von 14 Jahren (8. Klasse) war ich das 1. Mal die 2½ Runden auf einer Aschenbahn gelaufen. Da war noch nichts mit Tartan- oder Kunststoffbahn in kleineren Stadien! 😉

Es hat Spaß gemacht! Und doch lief ich auch in den Folgejahren nur bei Bundesjugendspielen die 1000 m. Der Sportlehrer der 9. Klasse machte eine „Ausnahme“ 😉 und ließ uns auch die 2000 m im Unterricht laufen. Beide Läufe verhalfen mir zu einer guten Note, war ich doch nicht in allen Sportarten so top und ganz vorne dabei! 😉

Über die Jahre (bis 1974) hatte ich mich über 1000 m auf eine Zeit unter 3 Minuten verbessert. Diesmal mit DIN-A4-Urkunde geehrt:

Die Zeit lief ich wieder bei den Bundesjugendspielen unserer Schule in Berlin-Siemensstadt. Im Anschluss kam mein Sportlehrer auf mich zu und sagte mir, dass er mich im Schulteam Leichtathletik haben möchte. Unsere Schule hatte sich für das Bundesfinale <Jugend trainiert für Olympia> qualifiziert … und das sollte im Berliner Olympiastadion „steigen“!

Logisch wollte ich da mitmachen! … und da das Ereignis nur wenig später war, habe ich auch dort ohne Training teilgenommen. Immerhin kam eine Bestzeit von 2:52,2 Min. dabei raus.

Erst danach habe ich ein gaaanz klein wenig trainiert, weil ich auch in meinem Abijahr im Schulteam laufen sollte. So habe ich meine ersten etwas längeren Läufe im Herbst 1974 gemacht. Manchmal hat ein Kollege meines Vaters, Arzt am Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf, auf mich gewartet. Ich habe ihn laufend am Krankenhaus abgeholt und wir sind am Vierling vorbei um die Krumme Lanke gelaufen.

Was kam da zusammen? – Vielleicht 5 km?

Nur einmal noch lief ich im Frühjahr 1975 für das Schulteam. Trotz sehr windiger Verhältnisse konnte ich noch eine 2:53,8 laufen. Ich war sogar in einer Kurve um eine Bahn nach außen verweht worden!

… und danach? … ich weiß nicht, ob ich dann noch häufiger als 4 x die 1000 m lief?

In meinen Aufzeichnungen steht nicht mehr drin. Meinen letzten 1000er lief ich mit 44 Jahren und scheiterte mit nur einer Zehntel an der Schallmauer: 3:00,1 Min.!

Da ich aber erst als Student hier in Darmstadt ein regelmäßiges Langstrecken-Training aufnahm und erst 1980 mit meinen Trainingsaufzeichnungen begann, rechne ich mich auch erst ab 1980 als Langstreckenläufer! 🙂

 

16 Kommentare

  1. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    beeindruckend, wie lange du Dinge aufbewahrst, ich könnte das nicht, da wird immer mal wieder durchforstet und ausgemistet! 😀
    Aber dadurch kannst du auch rekonstruieren, wann du was gemacht hast – auch nicht schlecht. 🙂 Was machst du denn mit den ganzen Urkunden? Hängen die an einer Wand oder liegen sie in Schachteln im Keller?

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    • Manfred |

      Liebe Doris,

      das Aus- und Durchmisten kenne ich auch von meiner Frau, weniger aus meinem Elternhaus. Wir haben z. T. als 7köpfige Familie in einem großen Haus gewohnt, da war das nicht so problematisch, wenn man nicht ganz so regelmäßig durchgegangen ist. Aber ich hab es von meiner Frau übernommen. Es hat was Befreiendes. Heute sammel ich nur noch wenige Dinge, die meist nur mit meiner Lauferei zu tun haben, hauptsächlich Kilometer! 😛

      Die alten Urkunden und meine 10Jahres-Lauftagebücher stehen in meinem Eckschrank im Arbeitszimmer und „fressen nicht viel Brot“! Sämtliche Urkunden passen noch immer in einen dicken Pappordner, den man zuklappen kann. (Keene Ahnung, wie man so een Ding schimpft?!) Daneben hab ich noch die Medaillen in einem Pappkarton, die mir wichtig sind … und der ist in der untersten Schublade meines Schreibtisches! 😉

      … und diese beiden Urkunden liegen zu unterst in dem Ordner! 🙂

      LG Manfred

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  2. Elke |

    Lieber Manfred,
    oooch, wie schön, dass Du die alten Urkaunden noch hast! Da werden doch sicher viele Erinnerungen geweckt. Ja, da wurde bei Dir schon früh der „Keim“ gelegt und seither ist viel Zeit vergangen, mit ganz vielen Läufen, Erfahrungen, Begegnungen. Und die Ausrüstung ist heute auch eine ganz andere. Wenn ich manchmal so die Schuhe in alten Filmen sehe… oder die Baumwollsachen (nichts gegen Baumwolle, bevorzuge ich sonst, nur nicht läuferisch).
    Und – hättest Du gedacht, dass Dich der Sport sogar beruflich begleiten würde?
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      vor allem beim Schreiben des Beitrages sind viele (schöne) Erinnerungen zurück gekommen. Die Berliner Zeit war eine super Zeit damals!

      Zuerst wäre ich nicht auf die Idee gekommen, galt doch der Sport noch als brotlose Kunst. Über mein Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit kam ich zum Theologiestudium. Hätte ich gleich Lehramt studiert, wären es Mathe und Sport geworden, hatte doch Mathe und Physik als LKs! – Den eigentlichen Grundstein für meine Neigung zum Sport hatte aber meine Mutter gelegt und den Hang zum Ausdauersport und „verrückten“ Unternehmungen hab ich von meinem Vater. Muttern war selbst gute Leichtathletin und betrieb auch Rudersport, während mein Vater sich in den 30ern das alte Rad eines älteren Bruders schnappte und und von Nordbayern nach Berlin radelte, um diesen Bruder in Berlin zu besuchen! 🙂 Also, in der Schulzeit hätte ich es mir nicht denken können, aber über „sowas“ wie berufliche Pläne habe ich eh erst kurz vor dem Abi nachgedacht! 😛

      LG Manfred

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  3. Catrina |

    Lieber Manfred
    Was wäre wohl aus dir geworden, wenn dich jemand früh genug entdeckt und gezielt gefördert hätte? So, wie der Vater Ingebrigtsen seine 3 Söhne trainiert hatte?
    Du wärst bestimmt ein sehr guter Mittel- und Langstreckenläufer geworden.
    Und dass du deine Form bewahrt hast und mit 44 Jahren fast die 3 Minuten-Schallmauer gebrochen hast, zeigt, dass du nichts hast schleifen lassen. Sehr gut!
    40 Jahre Langstreckenläufer! Bei mir sind es lächerliche 17 Jahre seit meinem ersten Marathon. 😉
    Bleibe dran, Manfred, du hast noch viele, viele lange Strecken und Wettkämpfe vor dir!
    Liebe Grüsse aus dem halb-sonnigen und ideal gewärmten Zürich!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      danke dafür, aber nicht zu viel der Ehrerbietung, nachher steigt mir das noch zu Kopfe! 😛

      Im Ernst, ich hab mich manches Mal schon gefragt, was drin gewesen wäre, hätte ich früh Leichtathletik-Training gehabt. In der Grundschule musste ich in Förderstunden gehen, da ich angeblich (keine Ahnung welche) motorische (?) Defizite hatte. Die konnten wohl nicht damit umgehen, dass ich damals sehr introvertiert war.

      Heute bin ich aber froh. Zum einen hab ich dadurch in Berlin auch einen Spielsport (Basketball) kennen gelernt und zum anderen bin ich nie „verbrannt“! Viele, deren Talente zu früh entdeckt und gepuscht wurden, sind später ausgestiegen aus der Mühle des Leistungssports. Ich weiß somit zwar nicht, was ich zu leisten imstande gewesen wäre, habe mir aber immer meinen ungeheuren Spaß erhalten. … obwohl ich in den 80ern ganz schön ranklotzen konnte!

      Ich bleib auf jeden Fall solange dran, wie auch meine Knochen mitspielen! 😉 Bleib du aber auch dran. 17 Jahre sind ja auch kein Pappenstiel. 🙂

      LG Manfred

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  4. ultraistgut |

    Lieber Manfred, so lange hast du die Urkunde aufgehoben, fragt man sich immer, wo ist die Zeit geblieben ? Wärst du bei den kurzen Strecken geblieben, hättest du bestimmt noch einige persönliche Rekorde aufgestellt, du hattest wohl und hast ja noch heute die ideale Figur, leicht………

    Wie gut, dass wir so lange am Ball geblieben sind, ich finde das toll, das muss uns erst mal einer nachmachen !!

    In diesem Sinne…………….🏃‍♂️🏃‍♀️

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      das wäre bestimmt nicht „das Ende der Fahnenstange“ gewesen! 😉 Aber auf den langen und ganz langen Strecken fühle ich mich wohler! 🙂

      Und wenn es eine Rekordehatz geworden wäre, ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht so klein, dass ich irgendwann ausgestiegen wäre. Von daher bin ich happy, dass es nicht so kam, obwohl ich somit nicht weiß, was hätte rauskommen können. Das ist für mich aber heute eine uninteressante Nebensächlichkeit! 🙂

      Ja, diese Kontinuität und Ausdauer im Ausdauersport können nicht viele nachweisen! 😉

      Lass uns dankbar sein dafür … und einfach weitermachen! 😆

      LG Manfred

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  5. nido00 |

    Lieber Manfred,
    zum ersten bist du lange dabei und zum zweiten hast du wirklich Talent, wenn du das so ohne Training liefst. Das Talent hast du dann genommen und mit Training in eine langanhaltende Läuferkarriere umgewandelt. Das gefällt mir.
    Urkunden sind sowas was mir hier aus den USA völlig fremd ist. Ich habe noch nie eine Urkunde bekommen. Als der Berlinmarathon mir dann so ein Blättchen mit meiner doch recht mageren Platzierung geschickt hat, war ich erstaunt, aber irgendwie auch gerührt. Papierurkunde über den grossen Teich – na sowas.
    Liebe Grüße!

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    • Manfred |

      Liebe Roni,

      danke dir!

      Ja, dafür bin ich auch sehr dankbar, dass ich mir das erhalten habe. Dabei zu bleiben ist mir dann auch viel wichtiger, als „nur“ Rekorde abzusahnen und dann auszusteigen. … und dann kommt man automatisch „in die Jahre“! 😆

      Andere Länder andere Sitten! – Allerdings bin ich bei einem USA-Aufenthalt 1986 einen Marathon in San Francisco gelaufen und habe danach eine Urkunde in Papierform erhalten. Okay, da war noch nicht so viel mit Digitalisierung … und den Lauf gibt es wohl auch nicht mehr! 😥

      Aber wegen der Urkunden machen wir das ja auch nicht … 😉

      Bleib dran und gesund!
      LG Manfred

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  6. Christian |

    Lieber Manfred,

    grandios, wenn so etwas gefunden wird, schwelgt jeder in Erinnerungen. Genieß die gedankliche Jugend 😊
    Bei mir gibt es sowas nicht, als Spätberufener Läufer, ich war in der Schule auf den Sprintstrecken und im Wasser zu Hause, dafür da aber ziemlich gut. Erst seit 2003 bin ich länger laufend unterwegs, zum Glück habe ich es gewagt 😉

    Salut und bleib gesund

    Antworten
    • Manfred |

      Lieber Christian,

      manchmal kann man alte Schätze ausbuddeln … und dann in Erinnerung schwelgen, genau! 🙂 Genießen geht immer wieder ganz gut im Moment, da ich nach dem stressigen Sport-Abi nicht jeden Tag hin muss. Das Fach Sport darf ich ja nicht unterrichten.

      Für dich ist doch auch schön, dass du das Laufen für dich entdeckt hast. Letztlich ist es dann wurscht wann. … und damit das auch bald wieder mehr und mehr Spaß macht, wünsche ich dir, dass du immer besser zurecht kommst.

      … und ansonsten bleib auch du gesund!

      Salut

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  7. Anna |

    Lieber Manfred,
    über die Jahre (bis 1974)… da habe ich das erste Mal die Welt erblickt… 😜
    Ich finde es toll, dass du diese Urkunden aufbewahrt hast! Und ich finde es noch toller, dass du immer noch am Laufen bist, und zwar nicht auf der 1000-Meterstrecke, sondern auf Langstrecken. Ist sowieso viel schöner, oder nicht? 😉
    Liebe Grüße Anna

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Anna,

      bei bestimmten Sachen ist man froh, dass man die aufgehoben hat, wie z. B. einen Schuhkarton mit alten Briefen. Die meisten sind von meiner Mutter. Das ist auch so ein riesiger Schatz! – … tolle Erinnerungen pur … auch an „alte Läufertaten“! 😉

      Klar ist das Langlaufen viel, viel schöner … und erst Ultra im Gebirge … genial!

      Erhalte dir deine Gesundheit und den Spaß am Laufen. Dann kriegst du auch sehr viele, schöne Läuferjahre zusammen! 🙂

      LG Manfred

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  8. Volker |

    Lieber Manfred,

    welch ein Talent mußte da mit mir über fünf Stunden über den Berliner Marathon kriechen! 😀 Cool, dass Du die Urkundne noch hast. Von solcherlei Schätzen könnte ich mich auch nicht trennen. Allerdings habe ich solch grandiose Sportleistungen aus meiner Schulzeit aus bekannten Gründen auch nicht vorzuweisen 🙂

    Soviele Jahre laufend unterwegs, da darfst Du wirklich dankbar sein. Bei mir sind es inzwischen gute 14 Jahre, für jemanden, der den Sport gehasst hat, finde ich das gar nicht mal schlecht.

    Unter 3 Minuten für einen Kilometer, unfassbar. Das muß doch schon fast Weltrekord sein.

    Berlin 13, dass waren Zeiten 🙂

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,

      ja, 1000 Berlin 13, oder 1 Berlin 13 … hä, was war das denn? 😛

      Halloooo, bin ich Marathon gelaufen, oder bin ich Marathon mit dir und euch gelaufen? 😥 😆

      Ja, manche Schätze muss man … und hab ich zum Glück aufgehoben! Neben Bildern, die auch (evtl.) anderen etwas sagen, sind das oft sehr persönliche Dinge … wobei die Tochter vielleicht mal ganz gerne auch Briefe von Oma und Opa lesen wird?! … vielleicht erinnert sie sich dann auch gerne an die Spinnereien ihres Vaters! 😛

      Der Weltrekord über 1000 ist nur um 40 Sekunden besser … nur um mal die „richtigen“ Dimensionen aufzumachen! 😉 … da wäre ich erst wahnsinnig gut gewesen, wenn ich den Abstand halbiert hätte. … und für nen Kader hätte es dann immer noch nicht gereicht! Also was soll der Geiz, ähm, also Ehrgeiz … ! 😆

      Also, vielen Dank vom Sportlehrer, dass du nicht mehr alles am Sport hasst! 😉

      LG Manfred

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