Burgensteig – Etappe 3

Von in 2022, mal was anderes 12 Kommentare , , , ,

Da haben wir doch gleich mal am 1. Tag das 9-€-Ticket eingesetzt … und dafür brauchte es einen guten Grund! 😆

Seit längerem schon reizt uns ein hiesiger Wanderweg. Hier im nördlichen Odenwald, in der Mittelgebirgslandschaft, an der Hessischen Bergstraße, oder spätestens aber ab Bensheim-Auerbach gibt es viele schöne Wanderwege!
Einige von ihnen haben eine Nord-Süd-Ausdehnung. – Mit dem Blütenweg, dem Alemannenweg, dem Nibelungensteig, dem Camino Incluso und dem Burgensteig will ich nur mal 5 längere Etappenwanderwege nennen.

  1. Blütenweg: 80 km, von Darmstadt-Eberstadt nach Heidelberg; als Fernwanderweg für 5 Etappen empfohlen.
  2. Alemannenweg: 144 km, durch die Mittelgebirgslandschaft des Odenwaldes an meiner Burg vorbei 😛 und als 7-Etappen-Rundwanderweg angelegt.
  3. Nibelungensteig: 130 km, von Zwingenberg bis Freudenberg am Main; führt in 7 Etappen über naturbelassene Pfade des Odenwaldes.
  4. Camino Incluso: 84 km, von Bensheim-Auerbach bis nach Heidelberg; als Pilgerweg angelegt, kann in 6 Etappen, oder am Stück in 25 Std. begangen werden.
  5. Burgensteig: zw. 120 km (OWK) und 143 km (TSB), in 9 Etappen von Darmstadt nach Heidelberg, folgt einer alten römischen Handelsstraße, „strata montana“ (Bergstraße) genannt.

Genau letzteren haben wir unter die Lupe genommen, wollten aber nicht als Extremsportler auftreten 😛 und suchten deshalb eine einzelne Etappe raus. Die gesamte Strecke mit ihren 3650 hm wurde wohl schon in gut 22 Std. am Stück bezwungen, allerdings ohne eine Burg zu besuchen oder gar dort einzukehren!

Da uns die beiden nördlichsten Etappen zumindest teilweise schon sehr gut bekannt waren, fiel die Wahl auf die 3. Etappe, die von Bahnhof bis Bahnhof mit 17 km angegeben wird.

Wir ließen uns morgens nicht hetzen, gingen nach dem Frühstück die 2 km zum Bahnhof DA-Eberstadt zu Fuß und nahmen die Bummelbahn (RB) nach Bensheim-Auerbach. Mit dem Ticket ging es anstandslos, nicht einmal der Ausweis wurde verlangt und nach knapp 20 Min. konnten wir den Maulkorb 😳 wieder ablegen! Von dort ging es in den Staatspark Fürstenlager, in dem wir vor 40 Jahre unsere Hochzeit feierten!

   
das Restaurant mit Außenbereich; links davon wurden wir zum Tanz gebeten *hüstel* *hüstel*

   
im weitläufigen Staatspark gibt es viele Möglichkeiten zu flanieren

Der Burgensteig führt durch diese Parkanlage und wir konnten hier einsteigen.

   

Das Symbol ist eindeutig, sehr auffällig, oft angebracht und kaum zu übersehen. Dadurch fällt die Orientierung leicht. Auf ansteigendem Weg verließen wir kurz darauf den Staatspark.

   

Passend zum Thema Fürstenlager rief ich kurz darauf aber noch eine Thronbesteigung aus, die meine Frau dann vollzog! 😆 Inthronisiert, aber eine gute Fürstin! 😉

  

Es dauerte nicht lange und wir konnten erste typische Blicke erhaschen! Es gab sogar Info-Tafeln, wie hier beim Schönberger Herrnwingert … und daneben der Weinanbau in schöner Hanglage.

   

Dann ging es zum Kirchberg. In diesem kleinen Schlösschen gibt es eine Einkehrmöglichkeit. Der Burgensteig verläuft direkt durch das Restaurantgelände, nur wäre für uns eine Einkehr noch viel zu früh gekommen.

   

So genossen wir die Weitsicht vom Kirchberg auf Bensheim und in die noch weitere Ferne,

   

informierten uns an einer Steintafel und kamen dann in Bensheim selbst u. a. durch ein interessantes Tor.

Zwischendurch gelang ein Foto beim Gehen. So gestaucht sieht das Höhenprofil schon fast gewaltig aus und erst ein relativ kleiner Teil lag hinter uns!

   

Lange war es gut, meist sogar vorbildlich ausgeschildert. Nur an einer Stelle ’schimpfte‘ meine Uhr mit Routenabweichung! An einer Kreuzung waren wir einfach den etwas bequemeren Weg geradeaus gegangen. Den Trampelpfad nach links hatten wir nicht beachtet, da dichtes Geäst den Wegweiser verdeckte. Zum Glück hatte ich mir erstmals eine GPX-Datei auf die Uhr gezogen und konnte testen, wie ich damit zurechtkomme.

     

Dann lockte der Hemsberg mit seinem Bismarckturm. Leider war er verschlossen, ein Troll bewachte die Tür. 😛

   

Die Fensterläden des Turmhauses waren ebenfalls zu und ein weiterer Baum-Troll wies uns den Weg! 😆

   

Mohnblumenwiesen am Weg waren eine Wohltat für die Augen und besinnliche Ecken gut für die Seele!

   

Besondere Wege und auch besondere Plätze waren auch hier immer wieder gekennzeichnet.

   

Dann kam der Hunger, wir suchten ein Plätzchen, das zur Einkehr geeignet war. Stullen, Tomaten und eine gut gefüllte Box mit Weintrauben können unterwegs fantastisch schmecken, vor allem wenn man Hunger hat und sie von liebevollen Händen so toll vorbereitet waren! 🙂

   

Nach dem Päuschen ging’s weiter. – Manchmal informierten wir uns, wie weit es noch ist! – Das Tempelchen der Helenenruhe kam dann leider für eine Pause zu spät, ich wäre bestimmt verhungert gewesen! 😆

   

Der letzte Anstieg führte an der Sternwarte und der Jugendherberge vorbei hoch zur Starkenburg.

   

Einen Besuch der Burg schenkten wir uns, da wir schon den Duft eines Cafés in der Nase hatten! 😆

   
Heppenheim lag uns zu Füßen.

   

In Heppenheim ging’s durch’s Wormser Tor, an Laternen mit Scherenschnitt-Figuren vorbei, zum alten Marktplatz. Vorher bewunderten wir aber noch dieses gut verpackte Fahrrad, dem es bestimmt nie kalt wird! 😆

   

Altes Fachwerk ist zu bestaunen und in alten Gassen kleine Cafés! 🙂

   

Ein Café auf dem alten Marktplatz lud dann endgültig zum Verweilen ein.

   

Wir ließen es uns schmecken. … und da weder Pfeffer- noch Salzstreuer so richtig zu Café und Kuchen passen, hier nochmal ein Gedeck in groß!

Am Bahnhof Heppenheim hatten wir dann 20,55 km mit 608 hm in 4:17:20 Std. geschafft. Wir hatten uns nie hetzen lassen, sondern uns genug Zeit genommen die Tour zu genießen! Durch den kleinen Umweg und die Schlendereien durch Heppenheims Altstadt ist die gesamte Wanderung etwas länger geworden, als angegeben. Rechnen wir jetzt noch unsere Wege in Eberstadt dazu, zum Bahnhof und zurück, dann waren es 24,5 km, die wir insgesamt in rund 5 Stunden bewältigt haben!

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Die Etappe wird als schwere und sehr abwechslungsreiche Wanderung beschrieben. Die 2. Aussage lässt sich bestätigen, aber als wirklich schwer würden wir die Wanderung nicht einschätzen, obwohl festes Schuhwerk durchaus angebracht ist. Trittsicherheit ist zumindest auf einem kurzen Wegabschnitt wichtig, da ein schmaler Weg, quasi ein Single-Trail, seitlich recht stark abfällt. Zwischendurch gibt es auch steile Anstiege, nicht lang, die aber Wandererfahrung sinnvoll erscheinen lassen. Ein Hinweis auf gute Kondition hätte gereicht, da es wichtig ist, hier nicht unvorbereitet zu wandern.

„Was aber brauche ich denn in den Alpen, wenn hier schon sehr gute Kondition vorausgesetzt wird?“, fragte dann aber auch meine Frau!

12 Kommentare

  1. Elke |

    Lieber Manfred,
    eine sehr schöne und wirklich abwechslungsreiche Tour habt ihr da gemacht! Selbst das Wetter war euch auch hold. Wie fühltet ihr euch an der Stätte eurer Hochzeit? Nach 40 Jahren kann man jsicher auf ganz viele gemeinsame Erlebnisse zurückschauen…
    Das Fahrrad gefällt mir sehr gut. Aus eigener Erfahrung weiß ich leider, wie schnell solche Garnkunstwerke draußen durch das Wetter leiden, eigentlich schade um die Arbeit, aber dennoch schön anzusehen.
    Den Kuchen habt ihr euch verdient!
    Ich vermute, ihr werdet zu weiteren Touren aufbrechen? Dazu ist das 9-Eur-Ticket ja eine hervorragende Einladung. Zeit habt ihr sowieso, und nun kommt auch noch der Sommer!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      dankeschön! 🙂

      Ja, es war wirklich abwechslungsreich, von den Wegbeschaffenheiten, den Lichtverhältnissen, dem Profil und der sehr unterschiedlichen Umgebung her. Mal haben wir Wald, mal Wiesen, mal Weinanbau, mal landwirtschaftlich anders genutzte Flächen und dann wieder urbanere Umgebung erwandert. … und das Wetter hat definitiv super mitgespielt. Es war nicht zu warm und im Wald war es schön klimatisiert! 😉

      Die Erinnerungen kamen im doppelten Sinne wieder. Zum einen hat es vom Datum her ziemlich gut gepasst und dann kamen vor Ort viele Dinge zurück! – Es war schon ein entscheidendes Thema zu Beginn der Tour … und es war schön sich so dran zu erinnern! 🙂

      Das Fahrrad war irgendwie speziell, zumal man fast gar kein Metall mehr gesehen hat. Die Witterungseinflüsse sind noch mal ein anderes Thema. Da ist es sicherlich schade, wenn man sich bewusst macht, welche Arbeit da drin steckt. Aber vielleicht wird das Material ja gerne ausgetauscht? 😛

      Kuchen muss sein, nach einer solchen Tour und das Ticket wird weiter verwendet, obwohl es sich schon jetzt rentiert hat! 😆

      Liebe Grüße Manfred

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  2. Helge |

    Lieber Manfred,
    oh was für eine tolle Wanderung. Erst war ich ja etwas erschrocken, als du „Letzteres wollten wir unter die Lupe nehmen“ geschrieben hast und meine Augen bei den mindestens 120 Km hängen blieben. Aber es ging ja „nur“ um einen Teil der Strecke 🙂
    Und 24 km sind schon ganz schön was. Da braucht es sicher ganz schön Kondition.
    Das mit dem abwechslungsreich wird anhand deiner Bilder ja sehr gut belegt. Sogar Trolle sind dabei 😯
    Sag mal, ihr sagt auch „Stulle“? Ich dachte immer, dass ist so ein Berliner Ding.
    Ich finde, nirgends schmecken Stullen so gut wie draußen bei einer Pause vom Wandern. 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Manfred |

      Liebe Helge,

      das wäre mal ein Projekt, Rucksack packen, auch um evtl. mal länger zu rasten, oder vielleicht sogar um unterwegs zu schlafen und dann nur zu wandern. Eine Tour ohne Lauferei, die ich aber meiner Frau nicht zumuten wollte. Da aber das Wandern zu zweit sehr viel Spaß macht, sind wir ruhiger und etappenweise unterwegs.

      Die Etappenlänge ist für das Profil und für eine gemeinsame Tour genau richtig gewesen.

      Danke für die Rückmeldung und sehr schön dass das Abwechslungsreiche auch rüberkommt.

      Da meine Frau gebürtige Berlinerin ist und ich lange dort gelebt habe, quasi in Berlin sozialisiert bin, 😆 sind so einige Ausdrücke hängen geblieben. Draußen und unterwegs schmeckt es eh gut! 🙂

      Liebe Grüße Manfred

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  3. Catrina |

    Was für eine wunderschöne Wanderung, lieber Manfred! Da habt ihr euch den Kuchen aber verdient! Danke, dass du an das obligate Kuchenbild gedacht hast. 🙂

    Diese Wege wären doch sehr geeignete Ultratrails, findest du nicht? Da könnte man als Laufclub einen schönen Lauf organisieren. Eine herrliche Landschaft (mit Mohnblumen!), kühle Wälder, malerische Dörfchen, ordentliche Höhenmeter – es ist alles dabei.

    Ich frage mich auch immer bei diesen Wanderbeschrieben, für wen die eigentlich gedacht sind. Schwer sieht die nicht aus, schon gar nicht für solche fitte Leute wie du und deine Frau!
    „Gute Kondition“ wäre passender. Leider kenne ich einige junge Leute, für die eine solche Wanderung undenkbar wäre. Oder sie hätten halt viel, viel länger mit viel mehr Pausen.
    Super gemacht! Wir freuen uns auf die nächsten Etappen!
    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Zürich!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      ich will den Fehler, etwas zu posten ohne Kuchenbild, nicht zu oft wiederholen, sonst schimpfen zu viele mit mir! 😛

      Ich hab unterwegs auch an einen Ein-Etappenlauf gedacht. Das würde ja automatisch auf einen Ultra hinauslaufen.

      Vom Lauftreff Eberstadt aus sind wir mal auf dem Blütenweg, der teilweise parallel verläuft, eine schöne Etappe gelaufen. Eine zeitlang hat es ein Läufer immer wieder mal organisiert. Inzwischen ist dieser Lauftreff etwas überaltert und vielleicht dafür nicht mehr ansprechbar?

      Schöne landschaftliche Abwechslung, ja, es war vieles dabei! 🙂 Mit unseren konditionellen Voraussetzungen hat es sehr viel Spaß gemacht! Wie sich andere dabei gefühlt hätten? Sie hätten galt ruhiger tun müssen!

      Mal sehen, wann sowas wieder klappt, von uns umgesetzt wird.

      Liebe Grüße Manfred

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  4. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    bei dieser Wanderung war ja alles dabei, was das Herz begehrt. Sogar eine nun wirklich nicht alltägliche Thronbesteigung! 😀
    Mir fielen zu deiner Aufzählung gleich Volkers Etappenläufe ein, die er mit einer Laufgruppe mal gemacht hat. Da könnte man ja auch an einem anderen Zeitpunkt weiter anstückeln.

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    • Manfred |

      Liebe Doris,

      ja, von normalen bürgerlichen bis hin zu recht adligen Dingen und Abläufen war schon ne Menge dabei! 😉

      Da ist durchaus eine Parallele zu sehen. 🙂 Für uns ist es das 2. begonnene Projekt, nach dem Mauerweg in und um Berlin, das wir etappenweise vollenden wollen.

      Mal sehen, ob, wie und wann wir da was ‚weiter stückeln‘?! ;-).
      Liebe Grüße Manfred

      Antworten
  5. ultraistgut |

    Wie schön, die Stätten meiner ehemaligen (Mit-)Heimat wieder mit dir zusammen, wenn auch nur per Fotos, zu entdecken. Heppenheim, Bensheim-Auerbach, Starkenburg und Co, Landschaften, Orte, die ich von früher kenne, da geht mein Herz auf ! Das macht große Lust auf ein Wiedersehen !!

    Kann man nur sagen: Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt sooooooooooooo nah !!

    Grüße von ganz oben, noch schön mild und wieder -leider – voll, voll, voll, da sehnt man sich an obige ruhigere Stellen !

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      genau, hier ist es auch sehr schön! 😉 Da müssen wir nicht ins Flugzeug steigen, oder stundenlang mit dem Auto fahren … obwohl mich die Alpen ja immer reizen! 😆

      Die Gegend hat einiges zu bieten und auf diesem Steig gibt es vorrangig Burgen, Burgruinen und auch kleine Schlösser zu sehen, von denen wir einige auch vorher schon gesehen hatten. Nur diese Etappe sind wir zusammenhängend so noch nicht gewandert.

      Ich kann mir gut vorstellen, dass du einiges davon kennst. Man ist ja schnell aus Rheinland-Pfalz rüber gerutscht! 😉

      Liebe Grüße nach ganz oben
      Manfred

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  6. Volker |

    Lieber Manfred,

    eine Landschaft wie man sich das romantsiche Deutschland vorstellt. Grün, Wald, hügelig, lieblich und mit vielen Fachhäusern.

    Eine tolle Strecke habt Ihr Euch ausgesucht und sogar Eure Hochzeitserinnerungen auffrischen können. Dabei hat der Staatspark Fürstenlager ja sogar etwas Berlinerisches: Den Gesundbrunnen 😀

    Hat Spaß gemacht die Tour hier zu begleiten.

    Liebe Grüße
    Volker

    Antworten
    • Manfred |

      Lieber Volker,

      es war auch eine Wanderung zum Entspannen und Genießen, obwohl es die kurzen Anstiege zwischendrin in sich hatten.
      Am Startpunkt war es schön sich zu erinnern und auf ein Ereignis zurückzublicken, das 40 Jahre ‚weit weg‘ ist! Manches war trotzdem sehr präsent!

      … na, wat meenste denn, warum wa da hinjejangen sind! 😆

      Danke, dass du mitgekommen bist!
      Liebe Grüße Manfred

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