Schrammsteine übern Jägersteig

Von in 2020 12 Kommentare , ,

Wanderung Nr. 3:

Heute gings schon um 9.44 Uhr „auf die Piste“! 😆
… obwohl wir uns nicht beeilt hatten, kann mich zumindest nicht daran erinnern, konnten wir früher starten. Wieder waren wir zuerst nach Osten unterwegs!
Ich hatte im Vorfeld von einer Wanderung gelesen, die vom Holzlagerplatzweg aus losgehen sollte. „Holzlatten…, Holzplatz…, was bitte fürn Weg?“ – Ich tat mich am Anfang sehr schwer, mir dieses extrem schwierige Wort zu merken, 😛 irgendwie war ich immer auf dem Holzweg! 😆

Egal … wir liefen eine ganze Weile lang aus dem Ort raus und an der Elbe entlang. Zwar war es noch nicht sehr heiß, aber immer in der Sonne zu sein, ermüdet doch irgendwie schneller. Es kam uns ewig lang vor, fast bis nach Schmilka unterwegs zu sein! 😎

 

Dann endlich hatten wir diesen ominösen Holz-soundso-weg gefunden. Er erinnerte anfangs an einen ganz gewöhnlichen Waldweg, aber schnell ging es ans Eingemachte. Zwischendurch wussten wir nicht, ob es weitergehen würde, bevor sich eine scharfe Kehre auftat, oder der Weg sich durch große Steinformationen durchschlängelte. Steigen war angesagt!

 

Manchmal halfen uns dabei wieder natürliche oder angelegte Stufen und teilweise ging es nicht mehr so steil bergan. Unser Puls hatte die Chance etwas „herunter zu fahren“ und wir konnten etwas verschnaufen. 😆

   

Dann wurde es wieder urwüchsiger, dort oben zwischen den Schrammsteinen. Wir waren längst nicht mehr auf dem Weg der zuerst angedachten Wanderung, sondern einfach der Nase nach in Richtung der Schrammsteine gewandert. … und wenn sich der Baumbestand etwas lichtete, oder die Steine nicht mehr „im Weg rumgestanden haben“, konnten wir über die Elbe ins flachere Land gegenüber, oder hinunter ins Elbtal blicken.

 

Noch weiter oben mussten wir dann immer wieder einmal klettern. Es wurde immer schroffer und die flacheren Wegabschnitte seltener. Da ließ ich das Handy in der Tasche und konzentrierte mich lieber auf den Weg. Leider verpasste ich dadurch die Gelegenheit von der höchsten Aussichtsmöglichkeit aus zu fotografieren.

Auf dem Kamm passierten wir nur vorsichtig entgegenkommende Wanderer, da es technisch schwieriger und z. T. verblockt war. Es war aber trocken und wir konnten uns sicher fortbewegen. Mir machte das Kraxeln Spaß … aber woher kamen denn auf einmal die vielen Wanderer? – So viele fitte Menschen, die bei tollem Wetter die Schrammsteine erleben wollten.

Absteigen mussten wir dann über metallene Stiege und sehr steile Metall-Leitern, die gefühlt fast im 90-Grad-Winkel nach unten führten. Dann hieß es Geduld aufzubringen, da sich vor uns eine ältere Dame mit Stock abwärts mühte. Zum Glück nutzte sie die stabilen, fest installierten Handläufe. An einer Ausweichmöglichkeit ließ sie uns überholen. Dadurch war die Entscheidung gefällt, den nochmaligen Aufstieg zum Hohen Torstein nicht in „Angriff“ zu nehmen, sondern weiter abzusteigen. Hier sahen wir direkt vor unserer Nase die vielen Möglichkeiten fürs Freeclimbing, Freiklettern am Fels. Unten erfuhren wir, dass wir den Jägersteig für den Abstieg benutzt hatten. Direkt neben ihm ist der Einstieg in den Wildschützensteig. Dieser alternative Steig führt als Einbahn nur noch oben. Von der Aussicht auf dem Hohen Torstein kann man dann nur „nach hinten“ z. B. über den Jägersteig wieder absteigen.

   
 

Von unten ging der Blick nochmal zurück, jetzt mit dem Handy vor der Nase! 😉 Immer wieder winkten uns auf dem Weg durch den Wald schroffe Felsen und Steinformationen zu. Beeindruckend … beeindruckend karg, aber auch beeindruckend schön! 🙂 Hier setzten wir uns auf einen Stein, wohin denn sonst 😛 und machten ein Päuschen, nahmen etwas zu uns. Nach der Pause waren es nur ein paar Schritte und wir passierten das Schrammtor ein 1. Mal.

   

Dann hatte uns der normale Wald mit seinen kleinen und größeren Wanderwegen wieder. Wir erfreuten uns am lichten Baumbestand und seiner tollen, erfrischenden Luft, die eine hochmoderne Klimaanlage nicht bieten kann.

 

Anschließend folgten wir einer Senke und stiegen dann noch einmal über eine angelegte Treppenpassage hoch. Oben öffnete sich das weite Land und der Lilienstein winkte von fern, fast wie ein rauchender Vulkan. 😆

 

Durch den Ortsteil Ostrau gings auf sehr steilem Weg hinunter nach Bad Schandau. Im Ort setzten wir uns erneut in das zuerst entdeckte, nettere Café! Bei Cappuccino, Latte Macchiato und einem Stück Kuchen ließen wir die schöne Tour mit knapp 17 km und 396 hm ausklingen.

 

12 Kommentare

  1. Catrina |

    Lieber Manfred
    Wow, was für eine abenteuerliche Kraxel-Tour!
    Es ist wirklich eine faszinierende Gegend mit diesen Felsen. Mit Hilfe deiner Fotos bekommt man einen sehr guten Eindruck davon.
    Interessant auch, dass trotz diesem hohen Schwierigkeitsgrad so viele Wanderer da unterwegs waren! Aber immerhin diesmal keine grölenden, bierflaschenschwingenden Typen.
    Und kein Foto von eurem Kuchen? Du weisst, dass das bei jeder Wanderung mitfotografiert werden muss 😉
    Liebe Grüsse aus dem warmen Zürich!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      das eigentliche Kraxeln war nicht so lang und allzu ausgesetzt waren diese Steige dort oben auch nicht! Wahrscheinlich hätten sich so viele, auch mit Kleinkindern auf dem Rücken, nicht hoch getraut. … und doch hatte es mich gewundert, aber vielleicht kamen dort sehr viele der fitten Zeitgenossen zusammen! 😆 Schön, dass man sich das anhand der Fotos vorstellen kann, aber dass der Kuchen bei jeder (!) Wanderung mitfotografiert werden MUSS, wusste ich so noch nicht! – Ich hoffe, dass du mir diesen schlimmen Fehler verzeihst und noch weiterhin meine Beiträge liest! 😳

      Die bierflaschenschwingenden Typen wären da wahrscheinlich nicht hoch … und zum Glück waren die anderen alle auch zivilisiert unterwegs! 🙂

      Aus dem 34-°-heißen Darmstadt
      LG Manfred

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  2. ultraistgut |

    Lieber Manfred, sehr beeindruckend eure Wanderung – und immer wieder sehe ich die Pfalz vor mir – wie kommt das nur ? Ganz schön viele steile Passagen und noch eine steile Metall-Leiter – nichts für Feiglinge !!

    Kann mich nur wiederholen: Warum denn in die Ferne schweifen….., aber in diesem Jahr begreifen es (gezwungenermaßen) auch noch andere !

    Was ich dir servieren würde, wenn du dich in den Norden verirren würdest, das wüsste ich schon: bei mir gibt es immer einen wunderbaren Cappuccino und sogar Kuchen für meine Gäste !!

    38 ° morgen schreibst du auf meinem Blog, das sind die Tage, in denen ich besonders froh bin, hier oben zu wohnen, wir haben heute 2o und morgen sollen es 25 werden. Aber du kannst dich ja im Kühlen aufhalten !

    Die Ostsee lässt grüßen, ist ziemlich lebhaft derzeit……………

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      mir gefällt sowas sehr und so muss ich wohl doch endlich mal rüber in de Palz! 😉 Soll ja super Trails geben, dort im Nachbarland! 🙂 Ein befreundetes Ehepaar (beide Ultras) ist dort gerne unterwegs!

      Meine Frau ist nicht ganz schwindelfrei, aber mit den Leitern ging es (ihr) sehr gut! 🙂

      Viele begreifen es endlich, dass man auch in Deutschland Urlaub machen kann … und gar nicht so schlecht!

      Oh, einen wunderbaren Cappuccino und sogar mit Kuchen für die Gäste … da müsste ich mich doch endlich mal wieder aufmachen in den hohen Norden … bei noch viel angenehmeren Temperaturen als bei uns! 😆

      Naja, so richtig kühl wird es in der Wohnung nicht mehr, auch wenn man nachts auf Durchzug stellt! Aber wenn kein Lüftchen geht und nur die stechenden, unangemeldeten Gästen kommen, hat man fast umsonst gelüftet! 😥

      Aus dem fast windstillen und heißen Darmstadt
      LG Manfred

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  3. Elke |

    Lieber Manfred,
    uiui, diesmal war die Wanderung mit alpinistischen Anklängen garniert! Und wieder ganz tollen Felsformationen und Aussichten.
    Ihr habt in der Sächsischen Schweiz ja wirklich Intensivwandern betrieben!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,

      also, wir sind viel gewandert, haben uns nach unserem Gusto aber auch Zeit gelassen und die Gegend bewundert. Nur dort, wo viel los war, sind wir schnell gewichen. Diese 3. Wanderung war allerdings auch an einem Sonntag. 😳 … als intensiv haben wir es gar nicht so empfunden! 😉 Das Draußensein und die Bewegung haben sooo gut getan! 🙂

      Ja, gewisse „alpinistische Züge“ hatte diese Querung der Schrammsteine. Das von großen Steinen verblockte Stück war nicht so lang, es ging allerdings noch die Leitern runter.

      Es hat richtig Spaß gemacht!

      LG Manfred

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  4. nido00 |

    Lieber Manfred,
    jetzt habe ich mal einige deiner Wanderungen nachgelesen. Sehr schön die ganzen Felsen da. Die sächsische Schweiz hat mir bei meinen Besuche immer gut gefallen. Wobei ich mich erinnern kann tagelang niemand gesehen zu haben, zumindest auf der tschechischen Seite. Das hat sich wohl verändert.
    Liebe Grüße!

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    • Manfred |

      Liebe Roni,

      die Wanderungen 2 und 3 waren am Wochenende (Sonnabend und Sonntag), zudem hat das Virus die Leute im Land Urlaub machen lassen. Mit der tschechischen Seite können wir es nicht vergleichen. Sicherlich hat sich auch einiges verändert und das Bewusstsein für die Natur und das Wandern scheint schon fast wieder ein kleiner Trend zu sein!

      LG Manfred

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  5. Helge Orlt |

    Lieber Manfred,
    wow, ich liebe ja diese Felsen im Wald. Und das Rumkraxeln. Sowas macht mir richtig Spaß. Ein wirklich tolles Gebiet die Sächsische Schweiz. Und ihr habt ja richtig viel davon mitgenommen. Und nach 17 km Kraxeln habt ihr euch auch den Cappucino mehr als verdient 😉
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Manfred |

      Liebe Helge,

      ich hoffe doch, dass wir uns den Cappuccino verdient haben, auch wenn wir nicht 17 km lang gekraxelt sind. 😉

      Aber die sächsische Schweiz ist eine tolle Wander- und Kletterregion! Richtig Spaß erzeugend! 😆 Zum Glück gab es Bäume und Wald, so waren wir nicht nur der Sonne ausgesetzt und die Touren ließen sich sehr gut meistern!

      Danke, dass du uns den Cappu im Nachhinein noch gegönnt hast! 😛

      LG Manfred

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  6. Volker |

    Lieber Manfred,

    das Wort Holzlagerplatzweg ist doch nun wirklich nicht schwer 😀

    Entschuldige, dass ich wieder etwas spät dran bin, aber solche Schmankerln schaue ich mir gerne mit der nötigen Muse an. Wunderschöne Gegend.

    Schade nur, dass ich zu „feige“ für solche Leitern bin, aber ich bin da milde mit mir und nenne es Höhenangst 😉

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,

      jetzt bist du aber dabei dir „zuviel Kopp zu machen“! 😉 Es ist doch schön, dass du etwas schreibst! 🙂

      Findest du das Wort nicht schwer? 😛 – Ich hatte da meine Schwierigkeiten mit … und getröstet habe ich mich damit, dass ich Leute kenne, die als Erwachsene links und rechts und Pfund und Kilo verwechselt haben. So kann es um mich doch eigentlich noch nicht allzu schlimm bestellt sein, oder etwa doch? 😳

      Du kannst dir meine Schmankerl gerne noch sehr viel länger und sehr oft anschauen. Ich nehme sie auch nicht aus´m Netz! 😉 … aber die Gegend war echt toll! Dort zu wandern hat super viel Spaß gemacht.

      Feige … nö, meine Frau hat auch Höhenangst, hat aber die Leitern super gemeistert! Vielleicht hättest du das auch hinbekommen, aber es gibt ja viele andere tolle Wege in der sächsischen Schweiz! – Es lohnt sich dort Urlaub zu machen … auch auf dem Rad an der Elbe entlang muss toll sein! – Also bleibe milde mit dir! 🙂

      LG Manfred

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