verrückt

Von in mal was anderes, was war - 2020 16 Kommentare ,

Einfach nur verrückt!

Was bin ich da froh, dass ich nicht so herausragend talentiert bin 😛 … oder so in der Öffentlichkeit stehe!

Ein herausragendes Talent kann einen ja genauso, wie das Rampenlicht der Öffentlichkeit, dazu verleiten so manche „dummen Sachen“ zu machen. Obwohl … ich glaub der ist so! 😆

Es geht um Kilian Jornet, möglicherweise ‎der beste Trail- und Gebirgsläufer des Planeten ist. Bergauf ist er schon super drauf, aber seine Downhills … einzigartig! 2017 hatte er innerhalb einer Woche 2 x den Mount Everest bestiegen … ohne Sauerstoff-Flasche … in Rekordzeit! – Nicht dass ich ihm nacheifern will, bewahre, werde nur ab und an auf ihn aufmerksam (gemacht), wie vergangenen Freitag.

Na ja, ich musste mal wieder einen Café ausliefern 😛 und schlug deshalb im Läuferherz auf. Nicht ganz so schön kredenzt, aber Abdel freute sich! 😆

Dort erzählte mir Stephan von Kilian Jornet und dessen jüngstem Projekt. Er wolle den Rekord im 24-Stundenlauf brechen … auf der Bahn. Bisher hält ihn der Grieche Yiannis Kouros mit 303,56 km … seit 1997!

So zogen am Freitag 6 Läufer irgendwo im kalten Norwegen ihre Runden. Kilian und ein Mitstreiter legten in den ersten Stunden ein gutes Tempo vor. Ihre Zwischenzeiten wiesen darauf hin, dass das Unterfangen gelingen kann! – Später war zu lesen, dass Kilian das Rennen nach gut 10,5 Stunden (134 km) abbrechen musste … mit Schwindelgefühlen. Sein Arzt hatte ihm geraten den Lauf abzubrechen. Schon im Vorfeld wusste Kilian, dass das mit der Nahrungsaufnahme schwierig wird! 🙄

Zum Glück hat er sich nicht an den Titel seines Buches gehalten: 😉

An den kalten Bedingungen an sich lag es sicher nicht! (s. oben → Himalaya) Extrem lange Belastungen ist er gewohnt. Beim Rekord auf dem Tahoe Rim Trail lief er 266 km mit ~ 21.000 hm in 38 Std. und 32 Min.

Vielleicht ist er nicht gewohnt so lange flach zu laufen? Oder war es ein Werbe-„Feldzug“ für seinen Sponsor (Salomon), für den er ja dieses Jahr so wenig Öffentlichkeitsarbeit machen konnte? (persönliche Anmerkung)

Nur gilt er eigentlich als zurückhaltend und mag gar nicht mal so viel Aufsehens um seine Person?
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Ich bin dankbar, dass ich in Ruhe meine Runden ziehen kann, fernab vom Rummel und irgendeiner Hatz nach Rekorden … würde sicherlich auch nichts reißen! 😛

Mein Lauf gestern zu Burg und Galgenbuche ließ sich locker und flott absolvieren. Wieder einmal waren die Temperaturen herrlich (3°) … und wenn mich dann noch die Sonne lächelnd begleitet! 😉 So war die 16 km Runde mit 350 hm leider schon nach 97 Minuten zu Ende! 😎

16 Kommentare

  1. Oliver |

    Lieber Manfred,
    dass Kilian ein absoluter Ausnahmesportler ist, steht ausser Frage, und verlieren kann er auch mal. Ich finds nur schade dass das gesamte Event an ihm aufgehängt wurde. Gewonnen hat am Ende Harald Bjerke, er wurde als „Aussenseiter“ für das Rennen gehandelt und der große Yiannis Kouros bleibt unerreicht.
    Wir drehen statt dessen einfach weiter unsere kleinen Runden und keine sau beachtet uns 🙂
    Hat ja auch was.
    LG Oliver

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    • Manfred |

      Lieber Oliver,

      stimmt auch wieder!

      Von mir aus das Ganze an Kilian aufhängen, damit es in die Öffentlichkeit kommt, dann aber Harald Bjerke feiern! Immerhin haben ja ein paar bei den Bedingungen durchgehalten. Seinen eigenen „Hausrekord“ hat Harald Bjerke ja wohl auch nicht brechen können … aber allein schon 200 km sind für mich „fernab“!

      303 km! Wahnsinns-Yiannis-Kouros! 👏

      Wenn wir ein klein wenig Beachtung bräuchten, müssten wir bei einer kleinen Veranstaltung in der eigenen Altersklasse aufs Treppchen laufen! – Ansonsten hab ich gar nichts dagegen, dass uns keine Sau beachtet! 😛

      Viel Spaß beim Rundendrehen!

      LG Manfred

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  2. Catrina |

    Lieber Manfred
    Ja, das war wirklich ein unerwartetes Ende von Kilians neustem Abenteuer! Da ich gerade sein Buch fertig gelesen habe, hat mich dieser Lauf auch interessiert. Dieser Typ ist so hart im Nehmen – kann stundenlang ohne Wasser und Nahrung in den Bergen laufen – und dann das.
    Er ist 33 Jahre alt, also im perfekten Alter für so eine Ausdauerleistung. Im Buch „Above the Clouds“ habe ich den Eindruck, dass er sehr rastlos ist. Kann es sein, dass er nicht genügend ausgeruht war? Oder dass er die Monotonie der Bahn einfach nicht ertragen hat?
    Ich dachte, die Camille Herron wäre auch mitgerannt, aber dem war nicht so. Es war ein „Men Only“ event. Schade eigentlich.
    Und wie es scheint, bist du jetzt wieder vollständig rehabilitiert am Laufen! Sozusagen der Gegenpol von Kilian! Schön gemacht mit den 16km. So kann der Dezember kommen.
    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Cape Town!

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    • Manfred |

      Liebe Catrina,

      ich hatte auch damit gerechnet, dass er durchläuft, war aber skeptisch ob er es in dem Tempo durchhalten kann. Er war ja in einem Wahnsinnstempo losgestürmt. In den Bergen ist er einfach einzigartig … und vielleicht wirklich etwas ruhelos. Und doch dreht er sich nicht nur um sich. Als er damals nicht gleich zum Mount Everest hoch konnte, half er den Erdbebenopfern der Region, als es damals dort „geschüttelt“ hatte. Ich bin ja der Meinung, dass das Alter von 35 – 40 das beste Ausdaueralter ist, also stehen ihm noch einige Jahre bevor, in denen er verrückte Sachen auf Topniveau machen kann! 😆

      Die Gründe für den Abbruch … ? Vielleicht kommt er für sich der Sache auf den Grund, aber bei einer solchen „körperlichen Gratwanderung“ reichen auch Kleinigkeiten!

      Ja, schade, dass nur Männer dabei waren. Es war ja insgesamt nur eine sehr auserlesene Schar!

      Vollständig rehabilitiert? – Zumindest war der km-Schnitt gestern wieder in etwa auf Vorjahresniveau … für einen „Berglauf“! Ich hatte aber das Gefühl, dass noch mehr gehen könnte, sofern ich einfach meine Lauferei fortsetze. Das ist aber nicht das entscheidende, sondern der Spaß am Laufen!

      Aus dem sonnigen Darmstadt bei 3°
      LG Manfred

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  3. nido00 |

    Hallo Manfred,
    ja das ist schon immer erstaunlich was die Elitetrailläufer so leisten. Kilian ist sicher ein Ausnahmeläufer obwohl ich die Bahn jetzt nicht so passend für ihn fand. Courtney Dauwalter ist da das weibliche Gegenstück und beeindruckt mich auch immer wieder.
    Ich muss unbedingt mal das Buch In Seach of Al Howie lesen. Das war so ein Langstreckenläufer vor vielen Jahren, der eigentlich ganz vergessen ist. Ich habe mal einen sehr interessanten Podcast über ihn gehört.
    Und dein Lauf lief auch prima – sehr gut!
    Liebe Grüße!

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    • Manfred |

      Liebe Roni,

      ich schiele ja nicht (mehr) auf die schnellen Zeiten und solche Top-Athleten sind ja auch von einem anderen Stern, aber ich erfreue mich an tollem Sport und staune über das, was so alles machbar ist! 🙂

      Da gibt es sicherlich noch ne ganze Reihe toller Läuferinnen und Läufer und man kann nicht über alle Bescheid wissen. Aber tolle sportliche Leistungen liefern sie alle ab!

      Mein Lauf gestern war prima und auch recht locker bei gutem Tempo. Heute konnte ich bei tollem Sonnenschein schöne 10 km drauf setzen!

      Danke dir und über’n großen Teich
      LG Manfred

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  4. ultraistgut |

    Ach ja, ehrgeizige Ausnahmeathleten gibt es immer wieder – und man freut sich, wenn sie ihr Ziel erreichen !Der Arzt hat ihm geraten, auszusteigen, er wird Gründe dafür gehabt haben. Und ich bin sicher, dass das nicht sein letzter Versuch war, irgendwann steht er wieder am Start und wird keine Ruhe geben, bis er endlich SEIN Ziel erreichen wird – oder oder oder…………………wer weiß ?

    24-Stunden-Läufe sind für alle hart, auch wenn man im Verhältnis zu ihm im Schneckentempo dahin schleicht, umso schwieriger, wenn man dann solche ehrgeizige Ziele verfolgt – nahezu unmenschlich ! ABER – es gibt sie immer wieder diese Ausnahmeathleten !

    Macht aber auch Spaß und ist eine Riesen Herausforderung, wenn man als “ normale “ Läuferin in der Lage ist, 24 Stunden durchzuhalten, ohne Weltmeisterin zu werden.

    Wir laufen locker vom Hocker ohne Druck ! Und du bist richtig gut drauf – was will man mehr ?

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,

      tja, solche Ausnahmetalente regen allerhöchstens an, nicht zum Nachahmen ihrer Leistung, aber zum Durchhalten der eigenen Vorhaben. Sie zeigen immer wieder auf wie sehr der Geist über den Körper „herrschen“ kann. Und doch, möchte fast sagen zum Glück, sind auch sie nur Menschen. Ich schatze auch, dass das nicht der letzte Versuch von Kilian sein wird, mal 24 Stunden am Stück in diesem Wahnsinnstempo zu laufen.

      24-Stundenlauf: eine Erfahrung, die mir fehlt, aber nicht in dem Sinne, dass ich sie misse. Ich bin nur 101 km im Gebirge gelaufen. 🙂 Die würde ich gerne noch mal angehen, oder den Transalpin-Run. Mal sehen, was die Fitness demnächst so macht! 😉

      Locker vom Hocker unsere Runde drehen, das passt und dabei die Fitness verbessern!

      LG Manfred

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  5. Volker |

    Lieber Manfred,

    was läuft diese Bergziege auch im Flachen, dass soll sie lieber Leute machen lassen, die etwas davon kennen, sprich mir! Aber leider brauche ich meinen Schönheitsschlaf, deshalb ist 24 Stunden am Stück rennen nichts für mich 😀 😆 :mrgreen:

    Spaß beiseite, bei solchen Aktionen kann immer was passieren und er wird es sicher nicht auf sich sitzen lassen. Über 300 km in 24 Stunden laufen ist absoluter Wahnsinn, den Mount Everest rauf rennen aber auch.

    Für uns Normalläufer gilt da eher das Motto „Kann man machen, muß man aber nicht“ 😉

    In diesem Sinne genieße wir, was wir zu leisten im Stande sind.

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,

      Bergziege im Flachen, zumal er bestimmt noch nicht überall war. Da gibt es bestimmt noch genug Ideen für andere Projekte, auch für lange Herausforderungen und nicht nur für eine Matterhornbesteigung unter 2 Stunden. 🙄 Aber ich habe ja geschrieben, dass das alles für uns nur verrückt klingt. Kilian geht es so lange an bis er es geschafft hat. Zum Mount Everest ist er auch ein paarmal, bis er „seinen“ Rekord hatte! 😳

      Schönheitsschlaf, da bin ich nicht konkurrenzfähig, deswegen bin ich auch schon mal ne Nacht durchgerannt! 😉

      Catrina habe ich geschrieben, bei „einer solchen „körperlichen Gratwanderung“ reichen auch Kleinigkeiten!“, dann ist es doch nur vernünftig auf den Arzt zu hören!

      Als Normalo und kleines Licht setze ich drauf: will ich nicht machen und muss ich auch nicht machen! 😛

      In diesem Sinne habe ich heute genossen, dass ich die 10 km wieder in einer Stunde laufen kann … auch nach einem kleinen Berglauf gestern! Mal sehen, wohin es mich treibt … ohne Druck! 🙂

      Rhabarberkuchen, nicht schlecht, nee lecker … lange nicht mehr gegessen! Bei uns gibt es bald Käsekuchen! Ha! 😛

      LG Manfred

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  6. Elke |

    Lieber Manfred,
    es ist ja immer wieder bewundernswert, was manche Ausnahmeathleten leisten können. Aber es sind immer noch Menschen und keine Maschinen. Ich bin sicher nicht schadenfroh, aber ein wenig tröstet es doch, dass auch sie nicht alles auf Knopfdruck hinbekommen und abspulen können. Das macht sie dann wieder menschlich. Und ich bin sicher, er wird erneut angreifen.
    Ohnehin mag ich mir nicht vorstellen, unter welchem Druck jemand bei so einem Projekt steht. Da laufe ich lieber für mich und aus Genuss…
    Liebe Grüße
    Elke

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Elke,

      ja, lieber für sich und mit Genuss laufen! 🙂

      Ich kann das aber auch so richtig bestaunen, was solche Athleten zu leisten imstande sind! Manchmal ist das schier unmenschlich und dann passiert etwas, was sie wiederum menschlich macht. Da habe ich fast ähnlich gedacht wie du: „Er ist doch keine Maschine und hat menschliche Züge!“ 😛 Dass er es wieder versuchen wird, denke ich mir auch!

      Manchmal habe ich mir ausgemalt, wie es so wäre gesponsert zu werden. Aber alleine die Termine der Öffentlichkeitsarbeit, evtl. Autogrammtage (wenn es bis oben geschafft hat) und möglicherweise viele „gebundene“ Wochenenden!? – NEIN DANKE!

      Deshalb werde ich heute dankbar, froh und ALLEINE im ersten Schnee unterwegs sein!

      LG Manfred

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  7. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    wie schade, dass über diesen 24hLauf eigentlich nur berichtet wurde, dass K.J. ausgeschieden ist. Vom Sieger dieses Rennens, das ja bei diesen Temperaturen doch sehr außergewöhnlich war, ist kaum etwas zu finden und zu lesen.
    Diese Art der Berichterstattung ist schon sonderbar und es keimt schon der Verdacht auf, dass es sich um eine reine Werbemaßnahme gehandelt hat, für die neben einem bekannten Namen ein paar „Statisten“ gesucht wurden.

    Antworten
    • Manfred |

      Liebe Doris,

      es ist wirklich etwas eigenartig, dass man ein Projekt an Spitzenathleten aufhängt, andere machen mit, bringen bessere Leistungen, aber werden nicht groß erwähnt. Da muss man schon gewaltig recherchieren, um etwas zu finden. Ich glaube, dass es ein Video auf Youtube gibt, bin mir aber nicht sicher.

      Und Harald Bjerke, wenn es Espen Harald Bjerke ist, war ja auch (zumindest) in Norwegen als Skilangläufer bekannt, der bei Junioren-Weltmeisterschaften mit der norwegischen Staffel (2000) Bronze gewonnen hatte. Also eigentlich nicht im wirklichen Sinne Statist, da er auch schon 250 km in 24 Stunden gelaufen ist, sofern ich auch das richtig in Erinnerung habe!

      Mich fasziniert halt dieser (verrückte) Kilian Jornet in seinem eigentlichen Metier, den Bergen. Deshalb habe ich auch so angebissen, als mir Stephan (Läuferherz) davon erzählte!

      Ansonsten laufe ich gerne alleine und verschwinde jetzt gleich auch im Wald in den ersten Schnee! 🙂

      LG Manfred

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  8. Anna |

    Lieber Manfred,
    ja, ich bin auch froh, dass ich nicht in der Öffentlichkeit stehe! 24 Stunden auf der Bahn zu laufen, da glaube ich, dass es Kilian Schwindel bekommen hat. Oder haben sie immer wieder Richtung gewechselt… 😜
    Spaß beiseite, ein echt verrücktes Projekt, schade, dass Kilian abbrechen musste, aber auch das muss man können! Die Berichterstattung hätte auf jeden Fall anders sein können – ich habe nicht einmal mitbekommen, dass da auch andere mitgelaufen sind und dass es sogar einen Gewinner gegeben hat… 🤔
    Liebe Grüße Anna

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    • Manfred |

      Liebe Anna,

      ich glaube, dass wir Normalos alle nicht so gerne in der Öffentlichkeit stehen! 🙂

      Bei dem 24-Stundenlauf haben sie immer wieder mal die Richtung gewechselt, vielleicht war das aber zu selten! 😉 Ein solches Projekt abbrechen zu können zeigt für mich Stärke. Er will ja gesund bleiben und noch andere Sachen machen können. Aber ich denke, dass er es wieder probieren wird.

      Insgesamt war alles zu sehr auf Kilian ausgerichtet. Ein Mitstreiter, ich weiß seinen Namen nicht auswendig, war ja noch schneller unterwegs als Kilian, musste aber auch abbrechen. Drei Läufer haben wohl durchgezogen! Ob sich der Erste als Gewinner gefühlt hat, oder so gesehen wurde? Zumindest hatte er es schon schneller geschafft … aber er hat durchgehalten! – So hatte Salomon wieder mal etwas Publicity! 😳

      So, auch ich habe heute meinen ersten Lauf im Schnee 2020 hinter mich gebracht! 😆

      LG aus dem Schnee, der aber wieder taut! Manfred

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