Hochrhön

Von in 2019 16 Kommentare , ,

Nach dem so schönen Lauf am Sonntag (27.01.2019) ging es gleich Montagmorgen mit unseren drei 6ten Klassen in die Rhön. Unser Ziel war die Jugendherberge in Oberbernhards. Für hessische Verhältnisse schon recht hoch gelegen: ca. 600 m. Aus dem flachen Südhessischen benötigten wir für die Anfahrt 2½ Stunden, da wir in eine ordentlich verschneite Region kamen.

Die Kinder waren dann auch nicht zu halten. Das einzig Spannende nach dem Mittagessen war noch die Einteilung der Zimmer. Nach der Pflichtaufgabe die Betten zu beziehen, durften sie raus. An diesem Nachmittag tollten sie zwischen 2 und 2½ Stunden draußen herum. Die Kinder „meiner“ 6a balgten sich zuerst im Schnee, dann gingen sie über Schneemänner, -frauen und -kinder zu kreieren. Selbst eine Katze in Lebensgröße wurde entworfen! Da waren richtig künstlerisch Begabte am Werk! 🙂

 
       

Nach den eher grazileren Kreationen wurde es dann schwer. Einige wollte einen Iglu bauen. Viele andere ließen sich anstecken. Leider wurden die Kinder am 1. Tag damit nicht fertig. Sie schafften 8 große Schneekugeln (Ballen) zu formen. Der Durchmesser lag ungefähr bei 1,20 m. Diese riesigen Schneeballen wurden kreisförmig angeordnet, ohne allerdings eine Lücke für die Tür zu vergessen.

  

In den darauffolgenden Tagen fiel zwar immer wieder neuer Schnee, nur war der nicht mehr so gut zu formen und ließ sich auch nicht mehr mit dem alten verbinden! (Hessisch: er babbte nicht mehr so gut!) Leider ließ sich der Iglu dadurch nicht mehr weiterbauen. 😥

Aufgrund des vollen, aber auch sehr interessanten Programms, war meine Lauferei nachrangig. Die Kinder sollten ja voran kommen und stark gemacht werden für ein Leben ohne Drogen. Sie sollten aufeinander hören lernen und sich näher kommen. Ideal wäre es, wenn sie sich sagen könnten, dass sie mal schlecht und mal gut drauf sind, wenn sie offene Ohren für den anderen bekommen könnten. Die Idee dahinter ist, dass sie sich nicht mehr so schnell in Drogen verrennen, wenn sie nicht mehr alleine mit ihren Problemen auf der Welt sind!

In einer Hinsicht sind sie wohl definitiv vorangekommen. Sie haben es geschafft, sich auch mal selbst zur Ruhe zu bringen, haben viel stärker aufeinander hören gelernt. In dieser Klasse ist das nicht so einfach, da es sehr viele Alpha-Tiere gibt, Kinder die sich einbringen wollen und nicht nachzugeben gelernt haben. Schön wäre es, wenn diese Woche ihnen weitergeholfen hat! 😎

Bevor ich dann doch noch mal zum Laufen gekommen bin und kurz davon berichten will, hier die tolle Aussicht aus meinem Zimmer:

  

Am letzten Tag war dann das tollste Winterwetter. Die Kollegen wussten Bescheid, ich verzichtete auf das Mittagessen und zog los. Gleich auf den ersten Metern ging es ordentlich zur Sache, wollte ich doch hoch zur Milseburg! Nach einem guten Kilometer konnte ich die asphaltierte Kreisstraße verlassen und der Traum begann:

  
  

Zweimal musste ich durch richtigen Tiefschnee tapsen. Da war dann kein flüssiger Lauf mehr möglich und doch machte es riesigen Spaß! 3 km und etwa 230 hm später, präsentierte sich auf der Bergkuppe (835 m) die Gangolfskapelle, eine Kreuzigungsgruppe und eine steinerne Kanzel, die eine Predigt unter freiem Himmel zuließe. Ein klein wenig unterhalb davon ist die Milseburghütte, die lange Zeit im Jahr bewirtschaftet wird.

  
  

Bei diesen Bedingungen war sie geschlossen, dafür hatte ich eine blendende Aussicht. Die höchste Erhebung Hessens, die Wasserkuppe war auch nicht weit. Auf einem Wegweiser wurde die Entfernung mit 8,9 km angegeben. Leider nicht genug Zeit einen Ausflug dorthin zu unternehmen. 😉 Nach weiteren schönen Aufnahmen

  
   

ging es wieder talwärts:

  

Unterwegs baute ich noch den einen oder anderen Schlenker ein, um wenigstens auf 8 km zu kommen. Dabei konnte ich von einem Feldweg aus die Milseburg aus der Entfernung von unten fotografieren.

Für die 8 km mit 305 hm benötigte ich 57 Minuten und hatte so viel Spaß, dass ich wiedermal eine 12 auf der Spaßskala von 0 bis 10 vergeben konnte! 😛

16 Kommentare

  1. Christian |

    Lieber Manfred,

    sehr schöne Bilder und Eindrücke aus dem verschneiten hessischen Mittelgebirge hast Du da präsentiert. Da bekommt man richtig Lust hinzufahren, allerdings nicht in Begleitung von 11-12 Jährigem 😉 Respekt, so eine Freizeit mit Halbwüchsigen wäre definitiv für mich nichts oder fast schon eine Mutprobe…aber Du hast Erfahrung 😊

    Salut

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    • Manfred |

      Lieber Christian,
      und wenn ich dir erzähle, dass ich in der ersten Nacht erst um 3 Uhr zur Ruhe gekommen bin, aber um 6 Uhr schon wieder geweckt wurde, würdest du wohl noch weniger gerne mitkommen! 👿
      Es wurde danach von Tag zu Tag besser, so dass ich auf jeden Fall wieder mitfahren würde! 🙂
      Der Schnee hat uns definitiv geholfen. Wir waren an einem Hang sogar Rodeln und wenn die Kinder Plastiktüten unter den Po bekommen haben! 😉 Sie hatten viel Spaß und nach dem Toben auch wieder die Konzentrationsfähigkeit, um im Programm mitzukommen!

      Salut

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  2. Elke |

    Lieber Manfred,
    wunderschöne Schneebilder, die sind kalenderblattreif! Konntest Du Dich da überhaupt wieder losreißen?!
    Es liest sich, als wenn die Kinder auch wirklich Spaß hatten in der tollen Umgebung, den einen oder anderen Lerneffekt erfahren und den Aufenthalt genießen konnten. Es sei ihnen zu wünschen!
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Manfred |

      Liebe Elke,
      so wirklich losreißen … war schwer, aber die Verantwortung für die Kinder … und das Gefühl die Kollegen nicht alleine lassen zu dürfen zwang mich dazu! 😉
      Spaß hatten die Kinder auf jeden Fall, aber sie hatten auch Arbeitsaufträge zu erfüllen und waren auch „indoor“ recht fleißig dabei! Es ist wirklich zu hoffen, dass es ihnen weitergeholfen hat! – Mal sehen?!
      LG Manfred

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  3. ultraistgut |

    Lieber Manfred, wow, was für eine herrliche Winterlandschaft, da duftet es förmlich nach Schnee…

    Kein Wunder, dass man nichts von dir gehört hat, warst plötzlich verschwunden.

    Klassenfahrt im Schnee – toll – für die Lehrer wohl eher anstrengend, aber du hattest ja das Glück, dich im Schnee “ auszutoben “ , auf andere Gedanken zu kommen.

    P.S. War einmal mit dabei in einem Landschulheim mit einer 4. Klasse, ich sage dir, das war ganz schön anstrengend, ich beneide die Lehrer nicht !

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    • Manfred |

      Liebe Margitta,
      der Schnee hat uns sogar richtig geholfen, weil die Kinder nicht nur gerne raus sind, sondern draußen regelrecht die Zeit vergessen haben! 🙂
      Anstrengend war es schon, zumal ich in der ersten Nacht erst ab 3 Uhr zur Ruhe gekommen bin, aber um 6 Uhr schon wieder geweckt wurde. Zwei Mädels waren krank geworden. Zum Glück haben die beiden sich wieder gefangen, so dass es ab dem 2. Tag aufwärts ging! Mir hing die Nacht dann schon noch an!
      Mein Resümee: es hat sich gelohnt! In einem solchen Fall investiert man dann gerne Zeit und Kraft für die Kids! 😉
      LG Manfred

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  4. Helge Orlt |

    Lieber Manfred,
    voll süß die Schneekatze 🙂
    Die Kids sind ja voll produktiv. Und kreativ.
    Und es freut mich, das diese Kids in einem Umfeld gelandet sind, das ihnen bestimmte Werte vermitteln will. Ist heute ja nicht mehr selbstverständlich.
    Wie toll dein Lauf gewesen sein muss, kann man an den Bildern sehen. Das ist wirklich unglaublich schön 🙂
    Dieser verschneite Wald, die Welt von weiter oben und dann auch noch die Sonne.
    Einfach herrlich!
    Da ist die 12 ganz sicher verdient 😆
    Liebe Grüße
    Helge

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    • Manfred |

      Liebe Helge,
      dass die Kids im Kopf fit sind wusste ich ja schon vorher, aber auf einer solchen Fahrt lernt man sie von anderen Seiten kennen und da ist dann richtig schön zu sehen wie talentiert sie sind und welche unterschiedlichen Talente sie haben! 😆
      Ich war ja (leider) nur einmal draußen, aber dieser Lauf war umso schöner! … und ich finde auch, dass mir einige Bilder gelungen sind! 😎
      Da ich nicht übertreiben wollte, habe ich NUR eine 12 gegeben! 😛
      LG Manfred

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  5. Volker |

    Lieber Manfred,

    dass nenne ich mal eine Schneeidylle. Besonders freut mich auch, dass die Generation Smartphone so viel Spaß daran hatte. Trotzdem möchte ich nicht mit Deinem Lehrerjob tauschen, nicht nur in Hinsicht auf solche Fahrten 😉

    Immerhin konntest Du Dir noch den 8er-, 12er-, Sonne- und Schnee-Lauf rausschlagen. Tolle Bedingungen!

    Peinlich peinlich: Auf Helges „Voll süß die Schneekatze“ mußte ich die erst einmal suchen und habe echt lange gebraucht um sie zu entdecken 😯 🙂

    LG Volker

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    • Manfred |

      Lieber Volker,
      das war echt eine Schneeidylle, die die Kinder sehr gut auch zum Rumtoben genutzt haben! 🙂
      Einmal hatte ich mich rausnehmen können, aber das war ein toller Lauf – traumhaft!

      Da habe ich doch extra die Aufzählung so gewählt, dass die Katze zuletzt erwähnt wurde. Dementsprechend sollte die Katze auf dem letzten Bild zu finden sein … dachte ich … also rein theoretisch! 😛 Aber du hast sie wohl noch gefunden! 😉

      LG Manfred

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  6. regenfrau |

    Lieber Manfred,
    jetzt musste ich erst mal nachschauen, wo ihr da genau wart. Ist das die geographische Mitte Deutschlands?
    Puh – mit drei Klassen war das sicher sehr fordernd. Andererseits aber schön zu sehen, welche Auswirkungen ausreichend Bewegung in der Natur auf die Kinder hat. Und bedenklich, wenn ihnen das scheinbar sonst im Alltag fehlt. 🙂
    Da kann ich mir gut vorstellen, dass es gut getan hat, bei einem Lauf alleine Energie zu tanken! 🙂

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    • Manfred |

      Liebe Doris,

      es ist so ziemlich die Mitte Deutschlands. Man sagt z. B. auch, dass Hessen das Bundesland in der Mitte Deutschlands ist! Ich hoffe, dass du es gefunden hast. Oberbernhards ist ein Ort mit 3-4 Häusern und eines davon ist die Jugendherberge. Schön abgelegen, dass die Kids gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen können! 😆
      Zum Glück waren pro Klasse zwei Kollegen dabei, die dann aber während der Arbeitseinheiten ordentlich zu tun hatten! Und draußen, wenn wir nicht selbst beim Schneeballrollen mitgewirkt haben, mussten wir schon gucken, dass sich keiner verletzt, also nicht zuuu wild getobt wird.

      Viele Kids geben leider als Hobby einfach nur PLAYSTATION an. Da weiß man dann, wie deren freie Abende oder Wochenenden aussehen! 😥

      Mein Lauf hat wirklich viel mehr gebracht, als dass er anstrengend war, bzw. Kraft gekostet hatte. Da hätten ein bis zwei Läufe mehr durchaus gut getan. Ging halt nicht! – Tanken wir die Energie haöt jetzt wieder! 😉

      LG Manfred

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  7. Anna |

    Lieber Manfred,
    eine super Sache für die Kinder, wenn Ihnen geholfen werden kann auch wenn es sicher eine ziemlich harte und schwere Aufgabe ist für die Betreuer. Umso mehr hast Du wahrscheinlich Dein Lauf in der herrlichen Schneelandschaft genießen und dabei abschalten können. Im Tiefschnee ist kein flüssiger Lauf möglich, außer sie ist gaaanz locker und leicht – das kann ich bestätigen. Dafür hat man umso mehr Zusatztraining… 😜
    Liebe Grüße Anna

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    • Manfred |

      Liebe Anna,
      Erfahrung im Tiefschnee … da bist du mir ja meilenweit voraus! 😉 Das Tempo war okay, aber das mit dem Zusatztraining stimmt definitiv! 🙂
      Wir sind da guter Dinge, dass wir mit dieser Woche den Kindern wirklich helfen können und wenn sie nur innerhalb der Klassengemeinschaft weiter kommen! – Wir Lehrer müssen da durch. Ich selbst sag dann auch nicht, dass ich das in meinem Alter nicht mehr „brauche“, bzw. nicht mehr leisten kann. Kollegen sind da manchmal zu schnell dabei, sowas von sich zu weisen, obwohl sie z. T. deutlich jünger sind!
      LG Manfred

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  8. Anne |

    Lieber Manfred,

    welch ein Winterparadies! Leider nicht umsonst zu haben – 70, 80 Sechsklässler waren bestimmt eine Herausforderung. Aber bei der Belohnung … 😉

    Ich denke auch, dass den Kindern diese aktive Erlebniswoche gut getan hat. Sind ja offenbar viele dabei, die sonst nur am Computer etc. hocken und das richtige Spielen und Toben fast verlernt haben. Schön, dass ihr ihnen diese Möglichkeiten eröffnet habt. Es soll ja inzwischen immer mehr Lehrer geben, die sich aus verschiedenen Gründen weigern Klassenfahrten mitzumachen.

    Liebe Grüße
    Anne

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    • Manfred |

      Liebe Anne,
      Verweigerter unter den Lehrern, die solche Klassenfahrten nicht (mehr) mitmachen wollen, sind bei uns zum Glück (noch) sehr selten! 🙂
      Leider ist eine solche Woche viel zu kurz, um die Kinder „umzuerziehen“, oder ihnen das „Draußen-Spielen“ (wieder) dauerhaft schmackhaft zu machen! Aber die Woche hat ihnen definitiv gut getan! 😎
      Das Winterparadies konnten wir oft gemeinsam genießen und mein Ausflug war ein tolles persönliches Erlebnis!
      LG Manfred

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